Ein­mal jähr­lich ver­an­stal­ten wir mit wei­te­ren Unter­neh­men aus der deutsch-dänischen Grenz­re­gion den soge­nann­ten gren­zen­løs Daag. Ein Akti­ons­tag an dem sich Unter­neh­men und ihre Mitarbeiter*innen für gemein­nüt­zige Orga­ni­sa­tio­nen in der Region stark machen. Als Mit-Initiatoren die­ser Cor­po­rate Volunteering-Initiative packen wir selbst natür­lich auch mit an. In die­sem Jahr, auf dem Kin­der­frei­zeit­hof in Joldelund.

Mit vol­lem Taten­drang nach Joldelund

Als wir am Frei­tag, gegen 9:20 Uhr auf dem ehe­ma­li­gen Bau­ern­hof von Chris­tian Chris­ti­an­sen ange­kom­men sind, saß er bereits im alten Stall, mit weit geöff­ne­tem Scheu­nen­tor und war­tete freu­dig auf seine Helfer*innen. Seit 40 Jah­ren betreibt er auf sei­nem Land­gut einen Frei­zeit­hof für Kin­der, wel­cher mit viel Liebe zum Detail gestal­tet wurde. Davon durf­ten wir uns direkt bei einer klei­nen Füh­rung über die Anlage überzeugen.

grenzenlosDaag Kinderfreizeithof JoldelundgrenzenlosDaag sustaineration KinderfreizeithofAls wir mit Herrn Chris­ti­an­sen und den ande­ren Helfer*innen des Tages durch das Foyer des Frei­zeit­ho­fes geführt wur­den, haben uns etwa 4.000 Teddybär-Augen beob­ach­tet. Wer Angst vor Clowns hat, sollte hier defi­ni­tiv nicht sein Nach­la­ger auf­schla­gen. Hier gab es enorm viel zu entdecken.

Da der Hof seit der Pan­de­mie geschlos­sen ist, wur­den die alten Rasenmäher-Traktoren, die ansons­ten, mit einer mit Flam­men bemal­ten Milch­kanne auf Rädern, über eine Renn­bahn düsen, nicht mehr viel bewegt. Daher konnte Samanta den Rent­ner sofort davon über­zeu­gen, einen der Trak­to­ren aus sei­nem Corona-Schlaf zu wecken und gönnte sich eine exklu­sive Pro­be­fahrt über den Kin­der­frei­zeit­hof, womit er ihr eine große Freude gemacht hat.

Nach dem Ver­gnü­gen kommt die Arbeit

Doch wir waren ja nicht nur zum Spaß hier. Also mach­ten wir uns an die Arbeit, um dem 84-Jährigen bei den ange­fal­le­nen Auf­ga­ben unter die Arme zu grei­fen. Mit Heck­sche­ren aus­ge­rüs­tet erklär­ten wir dem Efeu den grenzenlosDaag_sustaineration_Niels ChristiansenKampf. Das gesamte Gebäude, ein­schließ­lich Fens­ter war von dem Grün­zeug umhüllt.  Auf einem alten David Brown mit selbst gebau­ter Hebe­bühne, ging es für Niels hoch hin­aus. Wäh­rend Niels etwa drei­ein­halb Stun­den in der wacke­li­gen Box mit sei­ner Höhen­angst und dem Efeu kämpfte, rief Herr Chris­ti­an­sen bei jedem Mal, wo er um die Ecke kam „HÖHER, HÖHER!“ … Niels war es bereits hoch genug.

Wäh­rend­des­sen über­nah­men Anje und Samanta die Boden­ar­beit und sind dem Efeu, mit bei­den Bei­nen auf der Erde, zu Leibe gerückt. Es wurde geschnit­ten, gekehrt und geschuf­tet. Als Herr Chris­ti­an­sen erfuhr, dass Samanta irgend­was im Büro macht, fragte er ob sie „com­pu­tern“ könne und nutze die Gele­gen­heit seine Haus-IT auf Vor­der­mann zu bringen.

grenzenlosDaag 2021 Kinderfreizeithof JoldelundNach geta­ner Arbeit sollst du ruhen

Nach­dem das Efeu gebän­digt wurde, haben wir im alten Kuh­stall als Dan­ke­schön eine kleine Stär­kung bekom­men. Bei Kaf­fee, beleg­ten Bröt­chen und Eis erzählte uns der Hof­be­sit­zer Chris­tian Geschich­ten und Mythen zu sei­nem Hof und dem Dorf Jol­de­lund, natür­lich auf platt. Einer der Momente unse­res gren­zen­lø­sen Ein­sat­zes, der den Tag zu etwas Beson­de­rem gemacht hat. Eine will­kom­mene Abwechs­lung zu unse­rem sonst so digi­tal gepräg­ten Arbeitsalltag.

Im Übri­gen ist Chris­tian Chris­ti­an­sen nicht ver­wandt mit unse­rem Geschäfts­füh­rer Niels Chris­ti­an­sen … Chris­ti­an­sens finde man in Nord­fries­land, wie Schafe am Deich.

Samanta unter­stützt uns fest als Mar­ke­ting und Con­tent Mana­ge­rin und nimmt die stra­te­gi­sche Ent­wick­lung unse­rer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ar­beit in die Hand.

Liebe Samanta, wir freuen uns rie­sig, dass du da bist und uns bei der Ent­wick­lung von sus­tai­ne­ra­tion mit Rat und Tat zur Seite ste­hen wirst. Bitte stell dich unse­ren Leser*innen kurz vor.

Lie­ben Dank, ich freue mich auch sehr, nun fest an Bord zu sein. Bei sus­tai­ne­ra­tion bin ich seit Mai ver­ant­wort­lich für das Mar­ke­ting und Con­tent Manage­ment. In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren war ich im Ver­brau­cher­schutz und als Redak­teu­rin in Ver­lags­häu­sern tätig. Mei­nen redak­tio­nel­len Schwer­punkt habe ich früh­zei­tig auf das große Thema Nach­hal­tig­keit gelegt.

Neben mei­ner beruf­li­chen Tätig­keit liegt mir vor allem der Ein­satz für den Natur– und Umwelt­schutz sehr am Her­zen. Daher unter­stütze ich seit län­ge­rem aktiv die Orga­ni­sa­tion Nature Con­ser­vancy of Canada sowie den nord­deut­schen Ver­ein Küste gegen Plas­tik.

Die Nähe zur Natur genieße ich am liebs­ten am und auf dem Was­ser. Immer dabei — ob im Büro oder in der Natur: Meine Foto­ka­mera und die Begeis­te­rung dafür, neue Wege zu gehen, um Neues zu entdecken!

Du unter­stützt uns bereits seit vie­len Jah­ren als Frei­be­ruf­le­rin in unter­schied­lichs­ten Berei­chen. Welches Pro­jekt ist dir dabei beson­ders in Erin­ne­rung geblieben?

Ein beson­de­res High­light war für mich die Ent­wick­lung und Umset­zung des neuen Nach­hal­tig­keits­be­rich­tes — gerade weil er auf Inter­dis­zi­pli­na­ri­tät und Nach­voll­zieh­bar­keit setzt. Unter­neh­men haben in die­ser Form die Mög­lich­keit, sich bei der Berichter­stel­lung ganz struk­tu­riert an den Sus­tainable Deve­lop­ment Goals und dem Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex zu ori­en­tie­ren, ohne dabei den Über­blick zu ver­lie­ren. Die Sinn­haf­tig­keit die­ses inno­va­ti­ven Ver­fah­rens macht das Pro­jekt zu einem ganz beson­de­ren für mich.

Was reizt dich daran, den Mar­ken­auf­tritt einer Nach­hal­tig­keits­be­ra­tung zu gestalten?

Es ist viel mehr ein Bewusst­sein als ein Reiz. The­ma­tisch liegt mir die För­de­rung von wirt­schaft­li­cher Nach­hal­tig­keit und das Thema Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity schon lange am Her­zen. Gezielt meine Kennt­nisse und mein Enga­ge­ment bei einer Nach­hal­tig­keits­be­ra­tung ein­zu­brin­gen ergibt sich vor allem aus der bis­he­ri­gen freien Zusam­men­ar­beit mit sus­tai­ne­ra­tion. Nach meh­re­ren Jah­ren im gemein­sa­men Work­flow weiß man, dass sowohl der ethi­sche Kom­pass als auch die beruf­li­chen Erwar­tun­gen und Ziele für sus­tai­ne­ra­tion in die glei­che Rich­tung zei­gen. Da lag der Schritt des “vol­len Ein­sat­zes” nahe.

Gibt es etwas, wor­auf du dich beson­ders freust?

Ins­ge­samt freue ich mich dar­auf, sus­tai­ne­ra­tion dabei zu unter­stüt­zen, die Wirt­schaft in Koope­ra­tion mit den Unter­neh­men nach­hal­ti­ger zu gestal­ten. Es ist also nicht nur die Arbeit selbst, son­dern auch die posi­ti­ven und spür­ba­ren Ergeb­nisse für Unter­neh­men, Mitarbeiter*Innen und Kund*Innen.

Was wünscht du dir für die Zukunft bei und mit sus­tai­ne­ra­tion?

Nach­hal­tig­keit und die Unter­stüt­zung von inno­va­ti­ven Geschäfts­mo­del­len sind für mich eine erstre­bens­werte Kon­stante der Zukunft. Zusam­men bei und mit sus­tai­ne­ra­tion die Nach­hal­tig­keits­be­ra­tung von zukunfts­ori­en­tier­ten Unter­neh­men anhal­tend posi­tiv und nach­hal­tig zu prä­gen und somit einen Bei­trag in Rich­tung einer grü­ne­ren Zukunft zu leis­ten, sind nicht nur meine Wün­sche son­dern auch mein Antrieb.

Vie­len Dank für den Einblick!

 

Bei­trags­bild: Ralph Kerpa

Als ers­tes Bera­tungs­un­ter­neh­men der schleswig-holsteinischen Westküste, sind wir offi­zi­el­ler Schu­lungs­part­ner für den Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex (DNK). In die­sem Zusam­men­hang veröffentlichen auch wir unse­ren ers­ten Nach­hal­tig­keits­be­richt. Mit unse­rem Nach­hal­tig­keits­be­richt 2019/2020 ver­deut­li­chen wir unsere Hebel im Sinne der Sus­tainable Deve­lop­ment Goals (SDGs) und zei­gen wie wir zum Errei­chen der 17 Ziele beitragen.

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Unser ers­ter Bericht zeigt unter ande­rem, dass wir unsere CO2-Emissionen im Jahr 2020 im Ver­gleich zum Vor­jahr um 35 Pro­zent sen­ken konn­ten. Die Corona-Pandemie hat da sicher ihren Bei­trag geleis­tet, da Geschäfts­rei­sen deut­lich redu­ziert wur­den. Gleich­zei­tig ergab das Jahr 2020 aber auch ein Umsatz­wachs­tum von 59 Pro­zent. Die CO2-Reduktion bei gleich­zei­ti­ger Umsatz­stei­ge­rung zeigt, dass wirt­schaft­li­ches Wachs­tum kli­ma­freund­lich erreicht wer­den kann. Eine Wirt­schaft, wel­che die Lebens­grund­lage zukünftiger Gene­ra­tio­nen auf­recht erhält, dazu wol­len wir mit unse­rer Arbeit einen Bei­trag leisten.

Hier geht es zu unse­rem Nachhaltigkeitsbericht.

sus­tai­ne­ra­tion ist Schu­lungs­part­ner des Deut­schen Nachhatltigkeitskodex

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Seit März 2021 sind wir nun offi­zi­el­ler Schu­lungs­part­ner für den Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex und bie­ten für Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen zum einen Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen und Schu­lun­gen zu dem DNK, der Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung oder auch der EU-Berichtspflicht an. Außer­dem beglei­ten wir Unter­neh­men bei der Bericht­er­stat­tung nach dem DNK. Wir freuen uns sehr, dass wir als Schu­lungs­part­ner des Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex Unter­neh­men bei der Kom­mu­ni­ka­tion ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten nun noch bes­ser unterstützen können.

Hier gelan­gen Sie zu unse­rer Erklä­rung zum Deut­schen Nachhaltigkeitskodex.

Wir freuen uns sehr, unser neues Online-Tool zum Ver­glei­chen unter­neh­me­ri­scher Nach­hal­tig­keit vor­stel­len zu kön­nen. Mit dem CSR-Benchmark kön­nen Unter­neh­men Ihre Nach­hal­tig­keits­leis­tung mit der ande­rer Unter­neh­men gegenüberstellen.

Bench­marks haben sich in der Unter­neh­mens­welt fest etabliert

Pro­dukte, Pro­zesse, Dienst­leis­tun­gen oder auch Struk­tu­ren wer­den ver­gli­chen, um „Best-Practices“ zu iden­ti­fi­zie­ren und von ihnen zu ler­nen. Auch im Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment von Unter­neh­men spielt das Bench­mar­king eine bedeu­tende Rolle, um zu erfah­ren wel­che Nach­hal­tig­keits­stan­dards in der Bran­che eta­bliert sind und auch vom eige­nen Unter­neh­men erfüllt wer­den sollten.

Doch die Daten­be­schaf­fung ist gar nicht so ein­fach und stellt Unter­neh­men oft­mals vor eine große Auf­gabe, ins­be­son­dere wenn die zu ver­glei­chen­den Unter­neh­men wenige Infor­ma­tio­nen zu ihrem Nach­hal­tig­keits­en­ga­ge­ment kommunizieren.

Mit dem Benchmark-Tool die unter­neh­me­ri­sche Nach­hal­tig­keit vergleichen

Unser neues Online-Tool ermög­licht es Unter­neh­men einen Bench­mark zu erstel­len und die Nach­hal­tig­keits­leis­tung des eige­nen Unter­neh­mens mit der von ande­ren Unter­neh­men zu ver­glei­chen. Das CSR-Benchmark zeigt anhand von 15 kon­kre­ten Kri­te­rien auf, wie­viel Pro­zent der Unter­neh­men der­selbe Bran­che, Größe und auch Region diese Nach­hal­tig­keits­kri­te­rien erfül­len. Des Wei­te­ren wer­den ins­ge­samt 23 Nach­hal­tig­keits­as­pekte in den Hand­lungs­fel­dern Umwelt, Sozia­les, Arbeits­platz und Markt mit­ein­an­der ver­gli­chen und dar­ge­stellt wie das eigene sowie die zu ver­glei­chen­den Unter­neh­men zu den jewei­li­gen Aspek­ten performen.

Das Ergeb­nis des Bench­marks wird Nutzer*innen direkt online ange­zeigt. Zudem steht ein aus­führ­li­cher Benchmark-Bericht zum Down­load zur Verfügung.

Der eigene Status-Quo als Grund­lage für das Benchmark

Daten­grund­lage des Benchmark-Tools bil­det unser bereits beste­hen­der CSR-Check, wel­cher zur sys­te­ma­ti­schen Erfas­sung der Nach­hal­tig­keits­leis­tung von Unter­neh­men ein­ge­setzt wird. Im Rah­men des Online-Checks wer­den 95 Fra­gen zu den Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vi­tä­ten des Unter­neh­mens bear­bei­tet und der betrieb­li­che Status-Quo direkt ermittelt.

Durch Inte­gra­tion des neuen Benchmark-Tools mit unse­rem Online-Check, kön­nen Unter­neh­men ihre Nach­hal­tig­keits­leis­tung nicht mehr nur erfas­sen, son­dern auch ein­fach mit der von ande­ren Unter­neh­men ver­glei­chen. Über diese Wei­ter­ent­wick­lung freuen wir uns sehr und hof­fen, dass viele Unter­neh­men die dar­aus her­vor­ge­hen­den Impulse nut­zen, um ihr Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment auf das nächste Level zu heben.

In dem fol­gen­den Video geben wir Ihnen einen klei­nen Ein­blick in das Tool. Für wei­tere Infor­ma­tio­nen geht es hier zum CSR Bench­mark.

Ganz neu war die Idee nicht. Bis 2017 haben wir jedes Jahr den soge­nann­ten Nord­fries­land Daag orga­ni­siert. Ein Akti­ons­tag, an dem sich die nord­frie­si­sche Wirt­schaft für gemein­nüt­zige Pro­jekte in der Region enga­giert hat. Da der Vor­be­rei­tungs­auf­wand mit den Jah­ren stark zunahm und die Kapa­zi­tä­ten bei uns hin­ge­gen san­ken, ist das Pro­jekt lei­der ein­ge­schla­fen. 2020 woll­ten wir es wie­der bele­ben und den Wir­kungs­be­reich erweitern.

Aus Nord­fries­land Daag wird gren­zen­løs Daag

In die­sem Jahr konn­ten wir der Initia­tive wie­der Leben ein­hau­chen. Als gren­zen­løs Daag rich­ten wir uns mit dem Pro­jekt nun an Unter­neh­men und gemein­nüt­zige Orga­ni­sa­tio­nen der deutsch-dänischen Grenz­re­gion und was uns beson­ders freut: Die Initia­tive wird nun von einer Trä­ger­schaft ver­schie­de­ner Unter­neh­men aus der Region gestemmt.

Ers­ter gren­zen­løs Daag am 18. September

Ver­gan­ge­nen Frei­tag war es dann soweit, 18 Unter­neh­men aus dem Grenz­land ver­lie­ßen mit ihren Mitarbeiter*innen ihren Arbeits­platz und enga­gier­ten sich in unter­schied­li­chen Umwelt– und Sozi­al­pro­jek­ten an Nord– und Ost­see, von Kap­peln über Flens­burg und Nord­strand bis nach Høyer. Auf­grund der Corona-Pandemie wur­den aus­schließ­lich Outdoor-Projekte rea­li­siert. Bei herr­li­chem Spätsommer-Wetter war dies jedoch eher ein Bonus und hat für eine gute Stim­mung gesorgt.

Wir sind zum Hol­mer Siel, auf Nord­strand gezo­gen, um den Deich von Plas­tik und ande­ren Unlieb­sam­kei­ten zu befreien.

grenzenloes Daag

Deich-CleanUp auf Nordstrand 

Es ist immer wie­der erstaun­lich, was sich in dem Spül­saum am Deich so ver­steckt. Neben Unter­wä­sche, Hundekot-Beutel, Ein­weg­ge­schirr, Netz­tei­len aus der Fische­rei, Plas­tik­fla­schen und ande­ren Ver­pa­ckun­gen, hat uns der Kranz einer See­be­stat­tung nicht zur Ruhe kom­men las­sen. Im Gespräch mit den ande­ren Helfer*innen, die auf Nord­strand mit uns sam­mel­ten, hat sich schnell gezeigt, dass es ein heik­les Thema ist und bestimmt nicht leicht, Ange­hö­rige und Hin­ter­blie­bene dahin­ge­hend zu sen­si­bi­li­sie­ren. Den­noch den­ken wir, dass Bestat­tungs­un­ter­neh­men bei der Vor­be­rei­tung einer See­be­stat­tung, Ange­hö­rige dar­auf hin­wie­sen soll­ten, dass Kränze nicht aus Sty­ro­por, Dräh­ten und Plas­ti­krin­gen son­dern aus abbau­ba­ren Mate­ria­lien beste­hen sollten.

IMG_20200918_111253Sam­meln was das Meer auskotzt

Im Ver­gleich zu dem was man sonst manch­mal an der Küste fin­det, war die gesam­melte Menge zwar über­schau­bar, aber den­noch statt­lich. Jen­ni­fer Tim­rott, vom Küste gegen Plas­tik e.V. erklärte uns, dass die Menge stark von den Strö­mun­gen abhängt und man nicht den­ken dürfe, dass nur weil weni­ger Müll als erwar­tet da liegt, das Pro­blem nicht mehr vor­han­den sei. Das ist ein Trug­schluss! Denn die Masse an Plas­tik­müll liegt dann ein­fach woan­ders. Dabei zeigte sie uns auf einem Bild, wie der Deich am Hol­mer Siel, an dem wir sam­mel­ten, nach einem Win­ter­sturm aussah.

Das Bild zeigt dabei sogar die Land­seite des Dei­ches. Sowieso liegt in den Win­ter­mo­na­ten mehr Müll an den Dei­chen und Strän­den, da die Sturm­flu­ten dann beson­ders viel Müll an unse­ren Küs­ten hinterlassen.

 

Klein­vieh macht auch Mist! In die­sem Sinne haben wir uns als Klein­un­ter­neh­men im letz­ten Jahr vor­ge­nom­men, dass wir künf­tig kli­ma­neu­tral wirt­schaf­ten wol­len. Nach­dem wir im ver­gan­ge­nen Jahr die Stel­lung­nahme von Entrepreneurs4Future unter­zeich­net und uns der Bewe­gung von Fridays4Future ange­schlos­sen haben, sind wir am 20. Sep­tem­ber, am Tag des glo­ba­len Klimstreiks, mit über 2.500 Men­schen durch Husum gezogen.

Unsere CO2-Bilanz

 CO2-Bilnaz_lFür 2019 konn­ten wir nun erst­mals unsere CO2-Bilanz auf­stel­len und haben einen Foot­print von 2,918 t ermit­telt. Die Gra­fik macht deut­lich, dass der Groß­teil der Emis­sio­nen im Bereich Geschäfts­rei­sen und Wärme anfällt. Wobei wir den exak­ten Wär­me­be­darf nicht ermit­teln konn­ten, da sich unser Büro in den Räum­lich­kei­ten des Inha­bers befin­den und von pri­va­ten Ver­bräu­chen nicht zu tren­nen sind. Hier haben wir eine groß­zü­gige Schät­zung vor­ge­nom­men. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass die tat­säch­li­chen wär­me­be­ding­ten Emis­sio­nen gerin­ger sind, da wir den Gas­ver­brauch antei­lig auf die Qua­drat­me­ter ein­be­zo­gen haben, der pri­vate Wär­me­be­darf aller­dings deut­lich höher ist.

Unsere Learnings

Dass die Mobi­li­tät den Löwen­an­teil unse­rer Emis­sio­nen aus­macht, über­rascht uns weni­ger. Wir arbei­ten im gesam­ten Bun­des­ge­biet, fah­ren zwar größ­ten­teils mit der Bahn. Aber im länd­lich gepräg­ten Schleswig-Holstein grei­fen wir auch regel­mä­ßig auf das Auto zurück. Hier wol­len wir nun noch­mal unser Rei­se­ver­hal­ten genauer begut­ach­ten und über­prü­fen, wie wir PKW-Reisen ver­rin­gern und trotz­dem Mate­ria­lien und Hund trans­por­tie­ren kön­nen. Die Corona-Pandemie hat uns auf jeden Fall gelehrt, dass viele Ter­mine auch vir­tu­ell rea­li­sier­bar sind. Für 2020 wer­den wir sicher einen Knick bei den rei­se­be­ding­ten Emis­sio­nen wahr­neh­men. Das vir­tu­elle Zusam­men­ar­bei­ten wol­len wir uns in jedem Fall erhal­ten, damit der Effekt dau­er­haft zumin­dest in Tei­len spür­bar bleibt und Emis­sio­nen dadurch ver­mie­den wer­den. Des Wei­te­ren wol­len wir in der Zukunft Solar­en­er­gie direkt an unse­rem Stand­ort gene­rie­ren und prü­fen da nun die Möglichkeiten.

Uns ist es wich­tig, dass wir nicht ein­fach nur unse­ren Foot­print ermit­teln, um die­sen aus­zu­glei­chen und uns kli­ma­neu­tral schimp­fen zu dür­fen. Wir wol­len die Erfas­sung nut­zen, um die Kli­ma­wir­kung unse­rer Pro­zesse bes­ser zu ver­ste­hen und ent­spre­chend in Ent­schei­dun­gen berück­sich­ti­gen zu kön­nen, damit wir unse­ren Foot­print so weit es geht verringern.

Ab jetzt klimaneutral

atmosfair_2019In den ver­gan­ge­nen Jah­ren haben wir bereits unsere Geschäfts­rei­sen kom­pen­siert und damit den Bau von Was­ser­kraft­wer­ken in Indo­ne­sien unter­stützt. Im Rah­men des glo­ba­len Kli­ma­st­reiks am 20. Sep­tem­ber 2019 haben wir das Ver­spre­chen abge­ge­ben, dass wir bis 2020 kli­ma­neu­tral wirt­schaf­ten wer­den. Die­ses Ver­spre­chen wol­len wir natür­lich auch einlösen.

Zum Errei­chen der Kli­ma­neu­tra­li­tät haben wir unse­ren gesam­ten CO2-Footprint ermit­telt und via atmos­fair kom­pen­siert. Die Menge CO2 wurde dabei etwas auf­ge­run­det und ins­ge­samt 3 Ton­nen ausgeglichen.

Mit der Kom­pen­sa­tion unter­stüt­zen wir Bau­ern­fa­mi­lien im länd­li­chen Nepal, wo Holz der wich­tigste Ener­gie­trä­ger ist. Das stei­gende Wachs­tum der Bevöl­ke­rung sorgt dafür, dass Holz immer knap­per wird. Das Pro­jekt hilft Bau­ern beim Bau von klei­nen Bio­gas­anal­a­gen, in denen der Dung ihrer Tiere zu Gas umge­wan­delt wird. Das Gas kann dann bei­spiels­weise zum kochen auf einem Gas­herd genutzt wer­den. Dadurch wird weni­ger Holz ver­brannt und ins­ge­samt so viel Emis­sio­nen ein­ge­spart wie wir im Jahr 2019 durch unsere Arbeit aus­ge­sto­ßen haben.

Unse­ren CO2-Footprint haben wir übri­gens mit unse­rem eige­nen Tool zur Kli­ma­bi­lan­zie­rung ermit­telt, wel­ches wir gemein­sam mit der Gesell­schaft für ange­wandte Wirt­schafts­ethik ent­wi­ckelt haben und für 400 EUR / netto anbieten.

Hier gibt es wei­tere Infor­ma­tio­nen zu dem Tool.

 

Spä­tes­tens seit Fridays4Future ist der Kli­ma­wan­del auf der Agenda vie­ler Unter­neh­men. Ein wich­ti­ger Bau­stein zur Sen­kung unter­neh­me­ri­scher CO2-Emissionen ist dabei die voll­stän­dige Erfas­sung einer betrieb­li­chen CO2-Bilanz. Gemein­sam mit der Gesell­schaft für ange­wandte Wirt­schafts­ethik (GfaW) bie­tet sus­tai­ne­ra­tion nun ein Tool zur Kli­ma­bi­lan­zie­rung an.

Mit dem Excel-basierten Tool selbst­stän­dig zur CO2-Bilanz

Bei der Ent­wick­lung eines Ange­bo­tes zur CO2-Bilanzierung war es der GfaW und uns beson­ders wich­tig, dass Unter­neh­men die mit unse­rem ToolCO2e-Info arbei­ten, Kom­pe­ten­zen zur CO2-Bewertung ihrer Tätig­kei­ten erlan­gen. Wir wol­len Unter­neh­men befä­hi­gen, unab­hän­gig und sou­ve­rän den CO2-Fußabdruck ihres Unter­neh­mens zu erfas­sen. Aus die­sem Grund, und um eine mög­lichst kos­ten­güns­tige Bilan­zie­rung sicher­zu­stel­len, haben wir uns für ein Excel-basiertes Bilanzierungs-Tool ent­schie­den. Mit dem Excel-Tool kön­nen Unter­neh­men zum einen selbst­stän­dig ihre CO2-Bilanz erstel­len, ler­nen aber auch, wel­che Stell­schrau­ben für ihren CO2-Fußabdruck beson­ders rele­vant sind. Sämt­li­che Bewer­tungs­grund­la­gen (Emis­si­ons­fak­to­ren) wer­den trans­pa­rent dar­ge­stellt. Nutzer*innen sol­len nicht “nur” ihre Daten ein­tra­gen, son­dern ler­nen, wie reich­hal­tig ein­zelne Unter­neh­mens­pro­zesse im Sinne der CO2-Bewertung sind.

Das Excel-Tool basiert auf dem Green­house Gas Pro­to­col und Unter­neh­men kön­nen Kli­ma­bi­lan­zen nach den Scopes 1, 2 und 3 erstel­len. Dabei defi­nie­ren Unter­neh­men den Anwen­dungs­be­reich ihrer Bilanz selbst­stän­dig und erken­nen wel­che Daten erho­ben und ein­ge­tra­gen wer­den müs­sen. Sind alle Daten voll­stän­dig erfasst, wird der CO2-Fußabdruck ange­zeigt, sowie in ver­schie­de­nen Abbil­dun­gen visua­li­siert, die sich sowohl zur inter­nen wie auch exter­nen Kom­mu­ni­ka­tion eignen.

Mit dem Excel-Tool zur effek­ti­ven Klimastrategie

Das Tool zur Kli­ma­bi­lan­zie­rung unter­stützt Unter­neh­men bei der Ent­wick­lung effek­ti­ver Kli­ma­stra­te­gien. Neben der Daten­maske zum Erfas­sen der rele­van­ten Kli­ma­da­ten, erhal­ten Nutzer*innen gra­fi­sche Aus­wer­tun­gen und Vor­la­gen zur Ablei­tung geziel­ter Kli­ma­schutz­maß­nah­men. Durch die trans­pa­rente Berech­nungs­me­thode kön­nen Unter­neh­men zudem fun­diert bewer­ten, wie sie ihre Kli­ma­wir­kung ver­bes­sern wol­len, denn sämt­li­che Emis­si­ons­fak­to­ren sind ersicht­lich. Die Emis­si­ons­fak­to­ren sind die Koef­fi­zi­en­ten mit denen die Kli­ma­wir­kung der Unter­neh­mens­pro­zesse bewer­tet wird, wie z.B. 1 kWh Strom ent­spricht x kg CO2. Das hilft Unter­neh­men, sich im bes­ten Fall für die kli­ma­scho­nends­ten Alter­na­ti­ven zu ent­schei­den, nicht nur beim Strom.

Neben dem Erfas­sen des CO2-Fußabdrucks und der Ablei­tung einer Kli­ma­stra­te­gie zur Ver­bes­se­rung der Kli­ma­wir­kung des Unter­neh­men, dient das Tool auch als Grund­lage zur Kom­pen­sa­tion der unter­neh­me­ri­schen CO2-Emissionen. Über ver­schie­dene Kom­pen­sa­ti­ons­pro­jekte, wie der Auf­fors­tung oder dem Aus­bau Erneu­er­ba­rer Ener­gien, kann der CO2-Fußabdruck aus­ge­gli­chen wer­den und das Unter­neh­men somit Kli­ma­neu­tra­li­tät errei­chen. Mit dem Tool erhal­ten Unter­neh­men eine solide Basis um sich ihre Kli­ma­neu­tra­li­tät zer­ti­fi­zie­ren zu las­sen. Ver­schie­dene Zer­ti­fi­zie­run­gen bestä­ti­gen, dass es sich um ein kli­ma­neu­tra­les Unter­neh­men han­delt, wie z.B. das Label Cer­ti­fied Sus­tainable Eco­no­mics, wel­ches zudem zeigt, dass es sich dabei um ein nach­hal­tig wirt­schaf­ten­des Unter­neh­men han­delt. Bei der CSE-Zertifizierung ist die Kli­ma­neu­tra­li­tät aller­dings nur eine von vie­len Anforderungen.

Kos­ten und Aktua­li­sie­rung des Tools

Das Excel-Tool kann sowohl über die GfaW als auch über sus­tai­ne­ra­tion bezo­gen wer­den und wird für 600 EUR / netto zur Ver­fü­gung gestellt. Ein­mal jähr­lich wer­den sämt­li­che Emis­si­ons­fak­to­ren, die der Berech­nung zu Grunde lie­gen, auf Aktua­li­tät geprüft und auf den neus­ten Stand gebracht. Die GfaW und sus­tai­ne­ra­tion infor­mie­ren ihre Kun­den jähr­lich, ob es Ände­run­gen an den Emis­si­ons­fak­to­ren oder der Erfas­sung gibt. Bestands­kun­den erhal­ten ein aktua­li­sier­tes Tool für 100 EUR / netto. Die Aktua­li­sie­rung wird höchs­tens ein­mal jähr­lich vorgenommen.

Bei Inter­esse an dem Tool zur Kli­ma­bi­lan­zie­rung, mel­den Sie sich gerne über unser Kon­takt­for­mu­lar.

In einem Video geben wir Ihnen einige Ein­bli­cke in das Tool

Grafik l_SupportYourLocalDie Krise durch das Coro­na­vi­rus ist in nahezu allen Bran­chen ange­kom­men und sorgt für hef­tige Span­nun­gen. Ins­be­son­dere glo­bal agie­rende Unter­neh­men kämp­fen mit Pro­ble­men in den Lie­fer­ket­ten und im inter­na­tio­na­len Ver­trieb. Auch regio­nale Betriebe trifft die Krise hart, doch im Gegen­satz zu den Glo­bal Play­ern erle­ben sie eine unge­ahnte Welle der Unterstützung.

Unter dem Hash­tag Sup­por­tY­our­Lo­cal zeigt sich die regio­nale Bevöl­ke­rung soli­da­risch mit der loka­len Wirt­schaft und teilt in den sozia­len Medien, wie sie ihre Lieb­lings­lä­den, –Restau­rants und –Cafés in der Krise den Rücken stär­ken. Durch die Coro­na­krise erle­ben wir der­zeit ein stei­gen­des Bewusst­sein für Regionalität.

Beste Vor­aus­set­zun­gen, um die Krise als Chance zu begreifen

Als Chance zur Re-Regionalisierung! Welt­markt­füh­rer­schaft mag zwar reiz­voll klin­gen, ist aber auch mit beson­de­ren Risi­ken ver­bun­den. Die aktu­elle Situa­tion zeigt deut­lich, wie fra­gil glo­ba­li­sierte Lie­fer­ket­ten sind. Hinzu kom­men immense Umwelt­kos­ten und soziale Fol­gen in Zulie­ferer­län­dern, die wir oft­mals gar nicht über­bli­cken können.

Unter­neh­men ste­hen vor der ein­ma­li­gen Chance, Struk­tu­ren zu trans­for­mie­ren und damit Geschäfts­mo­delle zu ent­wi­ckeln, die für die Region und für die Umwelt wert­voll sind. Die Regio­na­li­sie­rung des eige­nen Unter­neh­mens bie­tet mehr Sta­bi­li­tät sowie die Mög­lich­keit, öko­lo­gi­sche und soziale Aspekte bes­ser in Pro­duk­ti­ons– und Ver­triebs­struk­tu­ren zu inte­grie­ren. Wer­den die Pro­duk­tio­nen nach regio­na­len Gege­ben­hei­ten gestal­tet, und nicht danach, wo die bil­ligs­ten Pro­duk­ti­ons­struk­tu­ren vor­herr­schen, dann erhal­ten wir auch rea­lis­ti­schere Preise. Preise, in denen keine ver­steck­ten Kos­ten, wie z.B. durch Dum­ping­löhne oder man­gel­haf­ten Umwelt­stan­dards, exter­na­li­siert werden.

Beson­de­rer Mehr­wert loka­ler Unternehmen 

Ver­schie­dene Aspekte einer wach­sen­den Regio­na­li­sie­rung über­zeu­gen. Bei­spiels­weise wird das lokale Koope­ra­ti­ons­ver­hal­ten ange­regt. Denn wenn Roh­stoff­an­bau in die Region zurück­kehrt oder erst­mals her­ge­holt wird, dann wer­den auch unter­schied­lichste Fähig­kei­ten aus Wirt­schaft und Land­wirt­schaft benö­tigt. Unter­neh­men kre­ie­ren viel­sei­ti­gere Geschäfts­mo­delle, erwei­tern dabei ihre Kom­pe­ten­zen, wer­den ins­ge­samt sta­bi­ler und set­zen auf Klasse statt auf Masse.

Außer­dem bedeu­tet eine zuneh­mende Regio­na­li­sie­rung auch eine diver­sere Wirt­schaft, die einen viel­sei­ti­ge­ren Arbeits­markt zur Folge hat und ins­ge­samt kri­sen­fes­ter ist. Wir soll­ten nicht mehr das Wachs­tum unse­rer Unter­neh­men im Blick haben, son­dern die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät sowie den öko­lo­gi­schen und gesell­schaft­li­chen Mehr­wert für die Region.

Corona hat uns gelehrt, dass wir es können!

Bereits jetzt haben sich aus der Krise her­aus viele Kom­pe­ten­zen ent­wi­ckelt. Regio­nale Betriebe neh­men ihre Ver­ant­wor­tung ernst und fin­den Wege, einen posi­ti­ven Bei­trag zur aktu­el­len Situa­tion zu leis­ten. Zahl­rei­che Unter­neh­men pro­du­zie­ren Mund­schutze und kon­zen­trie­ren sich auf Pro­dukte, die sonst aus dem fer­nen Aus­land impor­tiert wer­den. Die Krise lehrt uns, dass wir vie­les selbst können.

Wir soll­ten diese Erfah­rung nut­zen, um wie­der viel­fäl­ti­ger und wider­stands­fä­hi­ger zu wer­den, als Wirt­schaft und als Region. 

 

Viele Unter­neh­men neh­men jah­re­lange und kos­ten­in­ten­sive Trans­for­ma­ti­ons­pro­zesse auf sich, um ihr Geschäfts­mo­dell aus Nach­hal­tig­keits­ge­sichts­punk­ten zu bewer­ten und umzu­stel­len. Nicht sel­ten ste­hen sie vor der Her­ku­les­auf­gabe, dass die ver­än­derte Hal­tung des Unter­neh­mens nicht von der Beleg­schaft getra­gen bzw. gelebt wird.

Eine nach­hal­tige Unter­neh­mens­kul­tur erfor­dert nach­hal­ti­ges Han­deln und Den­ken der Mitarbeitenden

Grund­sätz­lich braucht es zwei Dinge: Kon­se­quen­tes von Nach­hal­tig­keit gepräg­tes unter­neh­me­ri­sches Han­deln und Zeit. Abhän­gig davon, wo ein Unter­neh­men her­kommt und wel­che Rolle nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten in der Ver­gan­gen­heit gespielt hat, braucht es ent­spre­chend viel oder weni­ger Zeit zum Eta­blie­ren einer ech­ten Nachhaltigkeitskultur.

Ein Patent­re­zept, wie nach­hal­tige Werte fes­ter Bestand­teil der Unter­neh­mens­kul­tur wer­den, gibt es nicht. Jedes Unter­neh­men muss einen indi­vi­du­el­len Fahr­plan, der zur vor­herr­schen­den Unter­neh­mens­kul­tur und Geschichte des Unter­neh­mens passt, ent­wi­ckeln. Die fol­gen­den Bau­steine kön­nen in die­sem Sinne dazu bei­tra­gen, dass nach­hal­ti­ges Han­deln und Den­ken von Mit­ar­bei­ten­den geför­dert und eine nach­hal­tig­keits­ori­en­tierte Unter­neh­mens­kul­tur ver­wirk­licht wird.

# Nach­hal­tig­keit als fes­ter Bestand­teil der Unter­neh­mens­stra­te­gie
Die durch Nach­hal­tig­keit geprägte Hal­tung eines Unter­neh­mens sollte sich unbe­dingt in der Unter­neh­mens­stra­te­gie wie­der­fin­den und sich durch ein­deu­tige Ziele, kon­krete Maß­nah­men und klare Ver­ant­wort­lich­kei­ten bemerk­bar machen.

# Das rich­tige Mind­set
Wel­che Vision ein Unter­neh­men ver­folgt und wel­che Werte den Unter­neh­mens­all­tag prä­gen ist essen­ti­ell für die gelebte Kul­tur in einer Orga­ni­sa­tion. Nach­hal­tig­keit gehört ins Leit­bild eines Unter­neh­mens, wel­ches gemein­sam mit den Mit­ar­bei­ten­den ent­wi­ckelt wer­den sollte, damit es auch von allen getra­gen wird.

# Ideen zulas­sen
Der offene Umgang mit Ideen för­dert und for­dert Mit­ar­bei­tende, sich im Unter­neh­men zu betei­li­gen. Dies gilt natür­lich auch für Impulse zur Wei­ter­ent­wick­lung der betrieb­li­chen Nach­hal­tig­keits­leis­tung. Wer Ideen ein­bringt, trägt sie auch wenn sie umge­setzt wer­den. Ide­en­ge­ber wer­den somit zu inter­nen Mul­ti­pli­ka­to­ren für nach­hal­ti­ges Handeln.

# Gestal­tung der Büros und Auf­ent­halts­räu­men
Hier muss man sich wohl­füh­len. Arbeits­plätze soll­ten zum einen unter gesund­heit­li­chen Gesichts­punk­ten gestal­tet wer­den. Des Wei­te­ren gilt: Je natür­li­cher desto bes­ser! Wer auf Natur­ma­te­ria­lien bei Möbel und Ein­rich­tungs­ge­gen­stände setzt und hier noch auf eine nach­hal­tige Beschaf­fung (Label) ach­tet, kann das Thema Nach­hal­tig­keit beson­ders gut trans­por­tie­ren. Pflan­zen sor­gen außer­dem, neben einem grü­nen Bild auch für ein bes­se­res Raumklima.

In Pau­sen­räume ist Müll­tren­nung ein Muss! Sofern Ruhe­räume im Unter­neh­men vor­han­den sind oder geschaf­fen wer­den, sollte auch hier auf eine öko­lo­gi­sche Gestal­tung und ent­spre­chende Möblie­rung geach­tet werden.

# Green IT
Auch die tech­ni­sche Aus­stat­tung im Büro hat Strahl­kraft, wie etwa durch refur­bis­hed Hard­ware oder einer bedarfs­ge­rech­ten Dimen­sio­nie­rung der gesam­ten IT-Infrastruktur. Unter­neh­men, die beson­ders gerne digi­tal unter­wegs sind, kön­nen zudem ein papier­lo­ses Büro einführen.

# Gesund am Arbeits­platz
Damit sich Mit­ar­bei­tende auf einen Kul­tur­wan­del ein­las­sen, sollte die Gesund­er­hal­tung auf einem Fun­da­ment wert­schät­zen­der Füh­rung auf­ge­baut wer­den. Es gibt viel­fäl­tige Mög­lich­kei­ten, um gezielte Ange­bote zur För­de­rung der Gesund­heit zu schaf­fen: Obst­tel­ler, kos­ten­lose Getränke, betrieb­li­che Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen, ergo­no­mi­sche Arbeits­platz– und Belas­tungs­ana­ly­sen, aktive Pau­sen (wie Rücken­schule, Yoga und Ent­span­nungs– oder Wal­king­grup­pen) oder Schu­lun­gen zu Res­i­li­enz oder Stress­ma­nage­ment und noch viele mehr.

# Bewusste Wahl der Arbeits– und Wer­be­mit­tel
Auch Arbeits– und Wer­be­mit­tel kön­nen das Mind­set eines Unter­neh­mens trans­por­tie­ren, ob Holz-Kugelschreiber, Recy­cling­pa­pier, Brief­um­schläge oder ähn­li­ches. Mit­ar­bei­tende wer­den über nach­hal­tige Arbeits­mit­tel kon­ti­nu­ier­lich mit der Hal­tung des Unter­neh­mens kon­fron­tiert. Auch bei Wer­be­mit­teln und Give-Aways sollte ent­spre­chend auf nach­hal­tige Mate­ria­lien und sinn­volle Pro­dukte geach­tet wer­den. Eine Ein­kaufs­richt­li­nie könnte den Mit­ar­bei­ten­den dabei eine gute Richt­schnur lie­fern, um Nach­hal­tig­keit in Ein­kaufs­pro­zesse zu verankern.

# Liebe … äähh Nach­hal­tig­keit geht durch den Magen
Essen ist Kul­tur! Mit Obst, Kaf­fee und Tee aus fai­rer und bio­lo­gi­scher Land­wirt­schaft wird ein deut­li­ches Zei­chen gesetzt. Ist eine Kan­tine vor­han­den, sollte Nach­hal­tig­keit auch auf dem Spei­se­plan und bei den ver­wen­de­ten Lebens­mit­teln erkenn­bar sein. Ebenso das Cate­ring bei Events ist ein Aus­hän­ge­schild für die Nach­hal­tig­keits­be­mü­hun­gen, por­tio­nierte Kaf­fee­sahne in klei­nen Plas­tik­be­häl­tern lässt das übrige Enga­ge­ment schnell unglaub­wür­dig erscheinen.

# Die Wir­kung des stil­len Ört­chens
Auch der Gang zur Toi­lette kann deut­lich machen, wel­che Werte den Unter­neh­mens­all­tag prä­gen. Öko­lo­gi­sche Putz­mit­tel, Naturkosmetik-Seife, Vor­rich­tun­gen zum Was­ser­spa­ren, Recy­cling­pa­pier­tü­cher zum Hände trock­nen und recy­cel­tes nicht gebleich­tes Toi­let­ten­pa­pier ver­mit­teln auch auf dem stil­len Ört­chen wel­chen Stel­len­wert Nach­hal­tig­keit im Unter­neh­men hat.

# Mit­ar­bei­ter­mo­bi­li­tät
Wie kom­men Mit­ar­bei­tende an ihren Arbeits­platz und was tut ein Unter­neh­men dafür, dass die Arbeits­wege mög­lichst kli­ma­freund­lich gestal­tet wer­den? Kon­krete Ange­bote unter­stüt­zen die Hal­tung des Unter­neh­mens und för­dern das Umwelt­be­wusst­sein der Beleg­schaft, wie etwa Zuschüsse zur Nut­zung des ÖPNV, E-Ladesäulen oder Fahr­rad­lea­sing. Auch die Option des Home-Office ist vor die­sem Hin­ter­grund ein sinn­vol­les Angebot.

# Nicht jede Per­son passt zum Unter­neh­men
Aus wel­cher Rich­tung fri­scher Wind weht, kann eine große Rolle spie­len. Sind nach­hal­tig­keits­ori­en­tierte Werte for­mu­liert, die den Unter­neh­mens­all­tag prä­gen oder prä­gen soll­ten, ist auch bei Neu­an­stel­lun­gen dar­auf zu ach­ten, ob poten­ti­elle Mit­ar­bei­tende zur Hal­tung des Unter­neh­mens pas­sen. Hierzu exis­tie­ren sogar Matching-Tools, mit denen man fra­gen­ba­siert bewer­ten kann, wie stark eine Kan­di­da­tin oder ein Kan­di­dat zur Hal­tung des Unter­neh­mens passt.

# Team­buil­ding und Volun­tee­ring
Das gesell­schaft­li­che Enga­ge­ment von Unter­neh­men birgt ein enor­mes Poten­tial für einen Kul­tur­wan­del. Mit­ar­bei­tende soll­ten mit­be­stim­men wo sich enga­giert wird und sich über ihren Arbeit­ge­ber am bes­ten direkt bei gemein­nüt­zi­gen Pro­jek­ten ein­set­zen kön­nen. Cor­po­rate Volunteering-Events för­dern sowohl die Team­fä­hig­keit und Teament­wick­lung und kön­nen auch eine stär­kere Iden­ti­fi­ka­tion mit einem Unter­neh­men bewir­ken. Für klei­nere Unter­neh­men bie­tet es sich auch an Teamevents einen gemein­nüt­zi­gen Cha­rak­ter zu verleihen.

Kei­ner die­ser Ansätze garan­tiert, dass eine nach­hal­tige Unter­neh­mens­kul­tur gelebt wird, kön­nen aber bedeu­tend dazu bei­tra­gen, dass nach­hal­ti­ges Han­deln und Den­ken bei Mit­ar­bei­ten­den geför­dert und somit in der Kul­tur eines Unter­neh­mens eta­bliert werden.

„Tue Gutes und rede dar­über“ ist wohl das am meis­ten ver­wen­dete Zitat, wenn es um die Kom­mu­ni­ka­tion von Nach­hal­tig­keit geht. Um der Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­tion von Unter­neh­men mehr Gewicht zu ver­lei­hen, exis­tie­ren eine Viel­zahl unter­schied­li­cher Preise, mit denen beson­dere Leis­tun­gen von Unter­neh­men gewür­digt werden.
In die­sem Bei­trag wol­len wir einen Über­blick über die bekann­tes­ten Nach­hal­tig­keits­preise geben. Um sich einen Ein­druck von Wett­be­werb­s­ka­te­go­rien, Son­der­prei­sen und Bewer­bungs­an­for­de­run­gen zu ver­schaf­fen, sind die jewei­li­gen Preise ent­spre­chend verlinkt.
Der Deut­sche Nach­hal­tig­keits­preis wird von der Stif­tung Deut­scher Nach­hal­tig­keits­preis e.V. ver­lie­hen, die auch Initia­tor des Prei­ses ist. Geehrt wer­den Unter­neh­men, die sich einem nach­hal­ti­gen Wirt­schaf­ten ver­pflich­tet haben und dies erfolg­reich umset­zen. Alle Bei­träge wer­den einem mehr­stu­fi­gen Aus­wahl­ver­fah­ren unter­zo­gen, in dem von einem unab­hän­gi­gen Exper­ten­gre­mium die Top 3-Finalisten bestimmt wer­den. Am 22. Novem­ber wird der Preis bereits zum zwölf­ten Mal verliehen.
Die Bun­des­re­gie­rung zeich­net Unter­neh­men aus, die nach­hal­ti­ges Han­deln in ihren Betrie­ben fest ver­an­kert haben, indem sie neben fai­ren Geschäfts­prak­ti­ken eine mit­ar­bei­ter­ori­en­tierte Per­so­nal­po­li­tik umset­zen, die Umwelt und das Klima schüt­zen und dabei spar­sam mit natür­li­chen Res­sour­cen umge­hen und ins­ge­samt vor Ort und in der Lie­fer­kette ver­ant­wor­tungs­voll agie­ren. Eine Jury ent­schei­det auf Basis einer drei­stu­fi­gen Ana­lyse wer den CSR-Preis der Bun­des­re­gie­rung erhält. Das aktu­elle Bewer­bungs­ver­fah­ren läuft noch bis zum 31. Oktober.
Frü­her als „Werk­statt N“ bezeich­net, wer­den nun jähr­lich 40 Initia­ti­ven und Pro­jekte vom Rat für Nach­hal­tige Ent­wick­lung mit dem Qua­li­täts­sie­gel „Pro­jekt Nach­hal­tig­keit“ aus­ge­zeich­net. Ob Pri­vat­per­son, NGO, Kom­mune oder Unter­neh­men, bei den ein­ge­reich­ten Bewer­bun­gen zählt vor allem die Wir­kung im Sinne einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung. Auf der Seite von Pro­jekt N ist zudem eine Akteurs­land­karte zu fin­den, wel­che die aus­ge­zeich­ne­ten Bei­träge dar­stellt. Bewer­bun­gen kön­nen immer zu Beginn eines Jah­res ein­ge­reicht wer­den, aus denen eine Jury 40 Bei­träge mit dem Sie­gel “Pro­jekt Nach­hal­tig­keit” prämiert.
Die Bun­des­ver­ei­ni­gung Logis­tik (Deutsch­land und Öster­reich) zeich­net jähr­lich ganz­heit­li­che Logis­tik­kon­zepte aus, wel­che bereits rea­li­siert wur­den und im beson­de­ren Maße eine nach­hal­tige Wir­kung auf­wei­sen. In die­sem Sinne muss die öko­lo­gi­sche, öko­no­mi­sche und gesell­schaft­li­che Wir­kung des Vor­ha­bens in der Bewer­bung mög­lichst kon­kret dar­ge­legt und mit ent­spre­chen­den Kenn­zah­len begrün­det wer­den. Die aktu­elle Bewer­bungs­phase für den Nach­hal­tig­keits­preis Logis­tik 2020 läuft noch bis zum 15. Dezember.
Eben­falls durch die Stif­tung Deut­scher Nach­hal­tig­keits­preis e.V. wird der Next Eco­nomy Award an soziale und öko­lo­gi­sche Star­tups ver­lie­hen. Mit dem NEA soll “grü­nen Grün­dern” der Rücken gestärkt und ins­ge­samt Grün­dun­gen geför­dert wer­den, die den Wan­del hinzu einer nach­hal­ti­ge­ren Wirt­schaft unter­stüt­zen. Ein­ge­reichte Bewer­bun­gen wer­den in einem mehr­stu­fi­gen Pro­zess bewer­tet und in jeder Kate­go­rie drei Bei­träge nomi­niert. Im Rah­men eines Kon­gres­ses wer­den die Preis­trä­ger durch eine Jury und dem Publi­kum, nach Live-Präsentationen der Nomi­nier­ten ausgezeichnet.
Einige wei­tere Preise
Neben den vor­ge­stell­ten Nach­hal­tig­keits­prei­sen, exis­tie­ren auch in eini­gen Bun­des­län­dern sepa­rate Preise, wel­che die Nach­hal­tig­keits­leis­tung regio­na­ler Akteuere wür­di­gen, wie z.B. der Nach­hal­tig­keits­preis Schleswig-Holstein oder auch der Umwelt­preis Baden-Württemberg. Auch gibt es Unter­neh­men, die ihre gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung darin sehen, andere Unter­neh­men, Orga­ni­sa­tio­nen oder auch Pri­vat­per­so­nen zu mehr Nach­hal­tig­keit zu bewe­gen und ent­spre­chend aus­zeich­nen, wie z.B. das Neu­mark­ter Lamms­bräu mit ihrem Preis für Nach­hal­tig­keit.