Klein­vieh macht auch Mist! In die­sem Sinne haben wir uns als Klein­un­ter­neh­men im letz­ten Jahr vor­ge­nom­men, dass wir künf­tig kli­ma­neu­tral wirt­schaf­ten wol­len. Nach­dem wir im ver­gan­ge­nen Jahr die Stel­lung­nahme von Entrepreneurs4Future unter­zeich­net und uns der Bewe­gung von Fridays4Future ange­schlos­sen haben, sind wir am 20. Sep­tem­ber, am Tag des glo­ba­len Klimstreiks, mit über 2.500 Men­schen durch Husum gezogen.

Unsere CO2-Bilanz

 CO2-Bilnaz_lFür 2019 konn­ten wir nun erst­mals unsere CO2-Bilanz auf­stel­len und haben einen Foot­print von 2,918 t ermit­telt. Die Gra­fik macht deut­lich, dass der Groß­teil der Emis­sio­nen im Bereich Geschäfts­rei­sen und Wärme anfällt. Wobei wir den exak­ten Wär­me­be­darf nicht ermit­teln konn­ten, da sich unser Büro in den Räum­lich­kei­ten des Inha­bers befin­den und von pri­va­ten Ver­bräu­chen nicht zu tren­nen sind. Hier haben wir eine groß­zü­gige Schät­zung vor­ge­nom­men. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass die tat­säch­li­chen wär­me­be­ding­ten Emis­sio­nen gerin­ger sind, da wir den Gas­ver­brauch antei­lig auf die Qua­drat­me­ter ein­be­zo­gen haben, der pri­vate Wär­me­be­darf aller­dings deut­lich höher ist.

Unsere Learnings

Dass die Mobi­li­tät den Löwen­an­teil unse­rer Emis­sio­nen aus­macht, über­rascht uns weni­ger. Wir arbei­ten im gesam­ten Bun­des­ge­biet, fah­ren zwar größ­ten­teils mit der Bahn. Aber im länd­lich gepräg­ten Schleswig-Holstein grei­fen wir auch regel­mä­ßig auf das Auto zurück. Hier wol­len wir nun noch­mal unser Rei­se­ver­hal­ten genauer begut­ach­ten und über­prü­fen, wie wir PKW-Reisen ver­rin­gern und trotz­dem Mate­ria­lien und Hund trans­por­tie­ren kön­nen. Die Corona-Pandemie hat uns auf jeden Fall gelehrt, dass viele Ter­mine auch vir­tu­ell rea­li­sier­bar sind. Für 2020 wer­den wir sicher einen Knick bei den rei­se­be­ding­ten Emis­sio­nen wahr­neh­men. Das vir­tu­elle Zusam­men­ar­bei­ten wol­len wir uns in jedem Fall erhal­ten, damit der Effekt dau­er­haft zumin­dest in Tei­len spür­bar bleibt und Emis­sio­nen dadurch ver­mie­den wer­den. Des Wei­te­ren wol­len wir in der Zukunft Solar­en­er­gie direkt an unse­rem Stand­ort gene­rie­ren und prü­fen da nun die Möglichkeiten.

Uns ist es wich­tig, dass wir nicht ein­fach nur unse­ren Foot­print ermit­teln, um die­sen aus­zu­glei­chen und uns kli­ma­neu­tral schimp­fen zu dür­fen. Wir wol­len die Erfas­sung nut­zen, um die Kli­ma­wir­kung unse­rer Pro­zesse bes­ser zu ver­ste­hen und ent­spre­chend in Ent­schei­dun­gen berück­sich­ti­gen zu kön­nen, damit wir unse­ren Foot­print so weit es geht verringern.

Ab jetzt klimaneutral

atmosfair_2019In den ver­gan­ge­nen Jah­ren haben wir bereits unsere Geschäfts­rei­sen kom­pen­siert und damit den Bau von Was­ser­kraft­wer­ken in Indo­ne­sien unter­stützt. Im Rah­men des glo­ba­len Kli­ma­st­reiks am 20. Sep­tem­ber 2019 haben wir das Ver­spre­chen abge­ge­ben, dass wir bis 2020 kli­ma­neu­tral wirt­schaf­ten wer­den. Die­ses Ver­spre­chen wol­len wir natür­lich auch einlösen.

Zum Errei­chen der Kli­ma­neu­tra­li­tät haben wir unse­ren gesam­ten CO2-Footprint ermit­telt und via atmos­fair kom­pen­siert. Die Menge CO2 wurde dabei etwas auf­ge­run­det und ins­ge­samt 3 Ton­nen ausgeglichen.

Mit der Kom­pen­sa­tion unter­stüt­zen wir Bau­ern­fa­mi­lien im länd­li­chen Nepal, wo Holz der wich­tigste Ener­gie­trä­ger ist. Das stei­gende Wachs­tum der Bevöl­ke­rung sorgt dafür, dass Holz immer knap­per wird. Das Pro­jekt hilft Bau­ern beim Bau von klei­nen Bio­gas­anal­a­gen, in denen der Dung ihrer Tiere zu Gas umge­wan­delt wird. Das Gas kann dann bei­spiels­weise zum kochen auf einem Gas­herd genutzt wer­den. Dadurch wird weni­ger Holz ver­brannt und ins­ge­samt so viel Emis­sio­nen ein­ge­spart wie wir im Jahr 2019 durch unsere Arbeit aus­ge­sto­ßen haben.

Unse­ren CO2-Footprint haben wir übri­gens mit unse­rem eige­nen Tool zur Kli­ma­bi­lan­zie­rung ermit­telt, wel­ches wir gemein­sam mit der Gesell­schaft für ange­wandte Wirt­schafts­ethik ent­wi­ckelt haben und für 400 EUR / netto anbieten.

Hier gibt es wei­tere Infor­ma­tio­nen zu dem Tool.

 

In der Reihe zum Buch CSR muss keine Bürde sein! stel­len wir die 8 wesent­li­chen Etap­pen zur Ein­füh­rung eines Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ments vor.

Etappe 5: Per­spek­ti­ven ent­wi­ckeln und Ziele stecken

Sie ken­nen Ihren Sta­tus Quo und damit die rele­van­ten Nach­hal­tig­keits­as­pekte Ihres Unter­neh­mens (Etappe 1), Ihre Sta­ke­hol­der und deren Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen an Sie als Unter­neh­men und an Ihre Nach­hal­tig­keits­ar­beit (Etappe 2) und ver­ste­hen den Markt und haben Kennt­nis darüber wie Ihre rele­van­ten Mit­be­wer­ber das Thema Nach­hal­tig­keit bzw. Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity behan­deln (Etappe 3). Des Wei­te­ren haben Sie, gemein­sam mit Ihren Mitarbeiter*innen einen wesent­li­chen Sockel für Ihre Nach­hal­tig­keits­ar­beit her­vor­ge­bracht, indem ein gemein­sa­mes Leit­bild für Ihr Unter­neh­men ent­wi­ckelt wurde (Etappe 4).

Mit der umfas­sen­den Bestands­auf­nahme (Etappe 1 –3) und Ihrem Leit­bild sind Sie nun ideal ausgerüstet, um sich kon­krete Gedan­ken zu mehr Nach­hal­tig­keit in Ihrem Betrieb zu machen. Wo wol­len Sie hin? Sie brau­chen Ziele!

Da Sie nicht alleine für die Errei­chung Ihrer Ziele ver­ant­wort­lich sind, ist es wich­tig, dass Sie auch hier schon die Beleg­schaft bei der For­mu­lie­rung die­ser mit ein­be­zie­hen. Ins­be­son­dere wenn es darum geht in wel­chem Umfang kon­krete Ziel­vor­stel­lun­gen erreicht wer­den können, ist es den ver­ant­wort­li­chen Mitarbeiter*innen aus den jewei­li­gen Pro­zes­sen oft­mals eher möglich, eine rea­lis­ti­sche Einschätzung vor­zu­neh­men. Aber nicht nur zur realitätsnahen Beur­tei­lung des Möglichen, son­dern auch aus Gründen der Teil­habe und Mit­wir­kung ist es essen­zi­ell Mit­ar­bei­tende bei der Ziel-Formulierung mit ein­zu­be­zie­hen. Immer­hin wird es ihre Arbeits­be­rei­che teil­weise ganz wesent­lich beein­flus­sen und die Ziel­er­rei­chung nicht zuletzt von Ihnen abhängen.

Ziel­ge­recht zu for­mu­lie­ren ist jedoch gar nicht so leicht. Ähnlich wie bei der Vision, sollte man sich wirk­lich Zeit neh­men, um sein Ziel möglichst smart zu for­mu­lie­ren. Was sich im ers­ten Moment viel­leicht etwas sinn­frei anhört wird mit einem Bei­spiel ver­mut­lich deut­li­cher..
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Bei­spiel: Ver­bes­se­rung des Umweltschutzes

Auf den ers­ten Blick scheint dies durch­aus ein posi­ti­ves Ziel zu sein, immer­hin tun wir ja was für die Umwelt. Doch was eigent­lich? Erhöhen wir den Anteil der genutz­ten Abwärme und redu­zie­ren im Umkehr­schluss den Anteil, der in die Luft ent­weicht? Ver­rin­gern wir unser Abfall­auf­kom­men bei gleich­blei­ben­dem Pro­duk­ti­ons­vo­lu­men? Oder nut­zen wir Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien? Sich vor­zu­neh­men, mehr für den Umwelt­schutz zu tun reicht als Ziel­for­mu­lie­rung nicht aus. Wir müssen also kon­kret benen­nen, was wir errei­chen wol­len. Ziele müssen SMART sein.


Doch was bedeu­tet SMARTe Zielformulierung?

Laut Win­dolp (2014) soll die SMARTe Ziel­for­mu­lie­rung für Mitarbeiter*innen beson­ders ermu­ti­gend sein, da sie kon­kret und dadurch klar sind. Ein SMAR­Tes Ziel ist:

  • S — spezifisch,
  • M — messbar,
  • A — anspruchsvoll,
  • R — rea­lis­tisch und
  • T — terminiert.
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Nicht jedes Ziel kann sämtliche Kri­te­rien eines SMAR­Ten Ziels erfüllen, den­noch können for­mu­lierte Ziele SMART sein. Auch gibt es Ziel­for­mu­lie­run­gen, in denen sich die Kri­te­rien überlappen, also sowohl „spe­zi­fisch“ sind als auch durch die For­mu­lie­rung bereits „ter­mi­niert“ sind. Es sollte also nicht auf Krampf ver­sucht wer­den, zusätzliche Bau­steine hinzuzufügen.
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Wie kann die Ver­bes­se­rung des Umwelt­schut­zes nun aber SMART for­mu­liert werden?
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Zunächst ein­mal müssen wir einen kon­kre­ten Umwelt­as­pekt betrach­ten, den wir ver­bes­sern wol­len, um das Ziel spe­zi­fisch zu machen. Neh­men wir an wir wol­len weni­ger Abfall erzeu­gen. Wie viel? 3% im Jahr 2020. Damit haben wir bereits gleich zwei Kri­te­rien erfüllt mess­bar und ter­mi­niert. Wenn wir nun anneh­men, dass Sie Ihre Nach­hal­tig­keits­ziele gemein­sam mit Ihren Mitarbeiter+innen erar­bei­ten, die in den jewei­li­gen Pro­zes­sen tätig sind, bekom­men Sie zudem eine Einschätzung über die rea­li­sier­bare Abfall­ver­mei­dung und können auch damit sowohl ein anspruchs­vol­les als auch rea­lis­ti­sches Ziel im Sinne der SMAR­Ten Ziel­for­mu­lie­rung erarbeiten.
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Das SMARTe Ziel würde also lau­ten: Redu­zie­rung des Abfall­auf­kom­mens um 3% im Jahr 2019!

Die­ses Ziel ist spe­zi­fisch, mess­bar und ter­mi­niert und sollte es gemein­sam mit den Mit­ar­bei­tern erar­bei­tet wor­den sein, ist es sicher­lich rea­lis­tisch und wird von den Betei­lig­ten akzeptiert.

Wol­len Sie sich nun die Ver­bes­se­rung des betrieb­li­chen Umwelt­schut­zes auf die Fah­nen schrei­ben, bedeu­tet dies eine Reihe an SMAR­Ter Ziele, mit denen Sie Ihre Vorsätze zu sämtlichen Umwelt­as­pek­ten beschrei­ben, zu denen Sie kon­krete Ver­bes­se­run­gen anvi­sie­ren, wie hier zum Abfall, aber auch zu Was­ser, Strom, CO2-Emissionen, etc. Die Ver­bes­se­rung des Umwelt­schut­zes ist kein Ziel, son­dern ein Vor­ha­ben, wel­ches eine Reihe an Zie­len beinhaltet.

Kon­krete Kon­troll­fra­gen zur Ent­wick­lung SMAR­Ter Ziele, sowie wei­tere Infor­ma­tio­nen zur ganz­heit­li­chen Imple­men­tie­rung von CSR sind in dem Buch CSR muss keine Bürde sein! zu finden.

Spä­tes­tens seit Fridays4Future ist der Kli­ma­wan­del auf der Agenda vie­ler Unter­neh­men. Ein wich­ti­ger Bau­stein zur Sen­kung unter­neh­me­ri­scher CO2-Emissionen ist dabei die voll­stän­dige Erfas­sung einer betrieb­li­chen CO2-Bilanz. Gemein­sam mit der Gesell­schaft für ange­wandte Wirt­schafts­ethik (GfaW) bie­tet sus­tai­ne­ra­tion nun ein Tool zur Kli­ma­bi­lan­zie­rung an.

Mit dem Excel-basierten Tool selbst­stän­dig zur CO2-Bilanz

Bei der Ent­wick­lung eines Ange­bo­tes zur CO2-Bilanzierung war es der GfaW und uns beson­ders wich­tig, dass Unter­neh­men die mit unse­rem ToolCO2e-Info arbei­ten, Kom­pe­ten­zen zur CO2-Bewertung ihrer Tätig­kei­ten erlan­gen. Wir wol­len Unter­neh­men befä­hi­gen, unab­hän­gig und sou­ve­rän den CO2-Fußabdruck ihres Unter­neh­mens zu erfas­sen. Aus die­sem Grund, und um eine mög­lichst kos­ten­güns­tige Bilan­zie­rung sicher­zu­stel­len, haben wir uns für ein Excel-basiertes Bilanzierungs-Tool ent­schie­den. Mit dem Excel-Tool kön­nen Unter­neh­men zum einen selbst­stän­dig ihre CO2-Bilanz erstel­len, ler­nen aber auch, wel­che Stell­schrau­ben für ihren CO2-Fußabdruck beson­ders rele­vant sind. Sämt­li­che Bewer­tungs­grund­la­gen (Emis­si­ons­fak­to­ren) wer­den trans­pa­rent dar­ge­stellt. Nutzer*innen sol­len nicht “nur” ihre Daten ein­tra­gen, son­dern ler­nen, wie reich­hal­tig ein­zelne Unter­neh­mens­pro­zesse im Sinne der CO2-Bewertung sind.

Das Excel-Tool basiert auf dem Green­house Gas Pro­to­col und Unter­neh­men kön­nen Kli­ma­bi­lan­zen nach den Scopes 1, 2 und 3 erstel­len. Dabei defi­nie­ren Unter­neh­men den Anwen­dungs­be­reich ihrer Bilanz selbst­stän­dig und erken­nen wel­che Daten erho­ben und ein­ge­tra­gen wer­den müs­sen. Sind alle Daten voll­stän­dig erfasst, wird der CO2-Fußabdruck ange­zeigt, sowie in ver­schie­de­nen Abbil­dun­gen visua­li­siert, die sich sowohl zur inter­nen wie auch exter­nen Kom­mu­ni­ka­tion eignen.

Mit dem Excel-Tool zur effek­ti­ven Klimastrategie

Das Tool zur Kli­ma­bi­lan­zie­rung unter­stützt Unter­neh­men bei der Ent­wick­lung effek­ti­ver Kli­ma­stra­te­gien. Neben der Daten­maske zum Erfas­sen der rele­van­ten Kli­ma­da­ten, erhal­ten Nutzer*innen gra­fi­sche Aus­wer­tun­gen und Vor­la­gen zur Ablei­tung geziel­ter Kli­ma­schutz­maß­nah­men. Durch die trans­pa­rente Berech­nungs­me­thode kön­nen Unter­neh­men zudem fun­diert bewer­ten, wie sie ihre Kli­ma­wir­kung ver­bes­sern wol­len, denn sämt­li­che Emis­si­ons­fak­to­ren sind ersicht­lich. Die Emis­si­ons­fak­to­ren sind die Koef­fi­zi­en­ten mit denen die Kli­ma­wir­kung der Unter­neh­mens­pro­zesse bewer­tet wird, wie z.B. 1 kWh Strom ent­spricht x kg CO2. Das hilft Unter­neh­men, sich im bes­ten Fall für die kli­ma­scho­nends­ten Alter­na­ti­ven zu ent­schei­den, nicht nur beim Strom.

Neben dem Erfas­sen des CO2-Fußabdrucks und der Ablei­tung einer Kli­ma­stra­te­gie zur Ver­bes­se­rung der Kli­ma­wir­kung des Unter­neh­men, dient das Tool auch als Grund­lage zur Kom­pen­sa­tion der unter­neh­me­ri­schen CO2-Emissionen. Über ver­schie­dene Kom­pen­sa­ti­ons­pro­jekte, wie der Auf­fors­tung oder dem Aus­bau Erneu­er­ba­rer Ener­gien, kann der CO2-Fußabdruck aus­ge­gli­chen wer­den und das Unter­neh­men somit Kli­ma­neu­tra­li­tät errei­chen. Mit dem Tool erhal­ten Unter­neh­men eine solide Basis um sich ihre Kli­ma­neu­tra­li­tät zer­ti­fi­zie­ren zu las­sen. Ver­schie­dene Zer­ti­fi­zie­run­gen bestä­ti­gen, dass es sich um ein kli­ma­neu­tra­les Unter­neh­men han­delt, wie z.B. das Label Cer­ti­fied Sus­tainable Eco­no­mics, wel­ches zudem zeigt, dass es sich dabei um ein nach­hal­tig wirt­schaf­ten­des Unter­neh­men han­delt. Bei der CSE-Zertifizierung ist die Kli­ma­neu­tra­li­tät aller­dings nur eine von vie­len Anforderungen.

Kos­ten und Aktua­li­sie­rung des Tools

Das Excel-Tool kann sowohl über die GfaW als auch über sus­tai­ne­ra­tion bezo­gen wer­den und wird für 400 EUR / netto zur Ver­fü­gung gestellt. Ein­mal jähr­lich wer­den sämt­li­che Emis­si­ons­fak­to­ren, die der Berech­nung zu Grunde lie­gen, auf Aktua­li­tät geprüft und auf den neus­ten Stand gebracht. Die GfaW und sus­tai­ne­ra­tion infor­mie­ren ihre Kun­den jähr­lich, ob es Ände­run­gen an den Emis­si­ons­fak­to­ren oder der Erfas­sung gibt. Bestands­kun­den erhal­ten ein aktua­li­sier­tes Tool für 100 EUR / netto. Die Aktua­li­sie­rung wird höchs­tens ein­mal jähr­lich vorgenommen.

Bei Inter­esse an dem Tool zur Kli­ma­bi­lan­zie­rung, mel­den Sie sich gerne über unser Kon­takt­for­mu­lar. Nutzer*innen, die kon­kre­ten Unter­stüt­zungs­be­darf bei der Anwen­dung des Tools haben, kön­nen sich für 49 EUR / netto zu einem Webi­nar anmel­den. Die Webi­nare zur CO2-Bilanzierung fin­den alle 3 Monate, mit max. 6 Teilnehmer*innen statt, so dass jede*r Raum für Fra­gen hat. Die Ter­mine für die Webi­nare tei­len wir über unse­ren quar­tals­wei­sen News­let­ter mit. Die Anmel­dung zu unse­rem News­let­ter erfolgt unten auf unse­rer Kon­takt­seite.

In einem Video geben wir Ihnen einige Ein­bli­cke in das Tool

In der Reihe zum Buch CSR muss keine Bürde sein! stel­len wir die 8 wesent­li­chen Etap­pen zur Ein­füh­rung eines Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ments vor.

Etappe 4: Das unter­neh­me­ri­sche Mindset

Nach­dem nun die ers­ten drei Etap­pen geschafft sind, haben Sie einen kon­kre­ten Über­blick über die CSR-Thematik in Ihrem Unter­neh­men. Sie soll­ten nun Ihre rele­van­ten Nach­hal­tig­keits­as­pekte ken­nen sowie die Inten­si­tät (Etappe 1), mit der Sie sämt­li­che Nach­hal­tig­keits­as­pekte bereits beach­ten bzw. bear­bei­ten. Zudem soll­ten Sie einen Über­blick über die Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen Ihrer Sta­ke­hol­der an Sie haben (Etappe 2) und die Nach­hal­tig­keits­ar­beit Ihrer Mit­be­wer­ber ken­nen sowie eta­blierte Nach­hal­tig­keits­stan­dards des Mark­tes in dem Sie agie­ren (Etappe 3). Den Grund­stein für ein wir­kungs­vol­les CSR-Management haben Sie somit bereits geschaf­fen. Nun geht es darum wie Sie die­sen nutzen.

An die­ser Stelle soll auf die Bedeu­tung der Mit­ar­bei­ter­ein­be­zie­hung hin­ge­wie­sen wer­den, die ins­be­son­dere in der vor­lie­gen­den Etappe, aber auch in den dar­auf­fol­gen­den Etap­pen von enor­mer Wich­tig­keit ist. Die Mitarbeiter*innen wer­den die­je­ni­gen sein, die maß­geb­lich für den Erfolg Ihres CSR-Engagements ver­ant­wort­lich sind, da sie die neuen Anfor­de­run­gen in ihren Tages­ab­läu­fen inte­grie­ren und umset­zen müs­sen. Nun geht es zunächst darum, den Nach­hal­tig­keits­ge­dan­ken in die Beleg­schaft zu tra­gen und nor­ma­tiv zu ver­an­kern. Der ange­strebte Nach­hal­tig­keits­kurs sollte dabei ins Dach Ihrer unter­neh­me­ri­schen Stra­te­gie und damit unbe­dingt im Unter­neh­mens­leit­bild ver­an­kert wer­den. Für die­sen Pro­zess ist die Ein­be­zie­hung der Mitarbeiter*innen abso­lut not­wen­dig, damit die darin ver­ein­bar­ten Werte gemein­same Werte dar­stel­len und nicht durch die Geschäfts­füh­rung vor­ge­ge­ben wer­den. Ein Leit­bild und die darin ver­an­ker­ten Werte stel­len ein Selbst­ver­ständ­nis mit Grund­prin­zi­pien eines Betrie­bes oder Unter­neh­mens dar, wel­che das täg­li­che Han­deln anlei­ten. Daher ist es essen­ti­ell, dass sich Mit­ar­bei­tende mit dem Leit­bild des Unter­neh­mens iden­ti­fi­zie­ren kön­nen, damit sie die­ses als Rah­men für ihr täg­li­ches Tun ver­ste­hen und akzep­tie­ren. Die Berück­sich­ti­gung der Mitarbeiter*innen in den Leit­bild­pro­zess ist ein ele­men­ta­rer Bestand­teil des Leit­bil­des! Das Leit­bild besteht dabei im Wesent­li­chen aus drei Ele­men­ten: Einer Vision, einer Mis­sion und Leitsätzen.

Wie gestalte ich einen par­ti­zi­pa­ti­ven Leitbildprozess?

LeitbildFür die Erar­bei­tung des Leit­bil­des soll­ten Sie sich für einen ers­ten Work­shop 1 bis 2 Tage Zeit neh­men und abhän­gig von der Anzahl Ihrer Mitarbeiter*innen alle oder einen Teil (wie z.B. Bereichs– und Team­lei­ter) der Beleg­schaft ein­la­den, damit diese die erar­bei­te­ten Werte in ihre Teams bzw. Arbeits­be­rei­che tra­gen. Ob alle oder nur ein Teil der Beleg­schaft ein­ge­la­den wird, daran teil­zu­neh­men, hängt dabei von der Anzahl der Mitarbeiter*innen ab. Es ist schwie­rig eine abso­lute Grenze an Teil­neh­mern fest­zu­le­gen, da dies im Wesent­li­chen von der Mode­ra­tion abhängt. Bis zu 30 Per­so­nen sind in einem sol­chen Work­shop rea­li­sier­bar. Haben Sie nur gering­fü­gig mehr Mitarbeiter*innen, soll­ten alle ein­ge­bun­den wer­den. Soll­ten deut­lich mehr Mit­ar­bei­tende inte­griert wer­den, kann auch eine Groß­ver­an­stal­tung, mit über 100 Per­so­nen, den Auf­takt für die Leit­bil­der­stel­lung bil­den. So oder so, eine detail­lierte Vor­be­rei­tung der Mode­ra­tion ist hier­für abso­lut notwendig.

Und damit wären wir bei der/die Person/en, wel­che die Mode­ra­tion durchführt/en. Für die Erar­bei­tung eines Leit­bil­des ist eine externe Mode­ra­tion unent­behr­lich. Es ist wich­tig, dass eine neu­trale Per­son die­sen Pro­zess steu­ert und in einem sol­chen Work­shop keine Hier­ar­chien beste­hen. Die externe Mode­ra­tion bie­tet die Chance, dass die Beleg­schaft, den Leit­bild­pro­zess als par­ti­zi­pa­ti­ven Gestal­tungs­pro­zess ernst nimmt und sich ehr­lich betei­ligt. Intern orga­ni­sierte Work­shops zur Erar­bei­tung von Wer­ten und Visio­nen wer­den schnell als Alibi-Veranstaltung emp­fun­den, da eine neu­trale Mode­ra­tion und somit eine neu­trale Ansprech­per­son nicht vor­han­den ist. Hier über­wiegt für die Teilnehmer*innen schnell das Gefühl, dass das Ergeb­nis bereits fest­stehe und man nicht ernst­haft ein­ge­bun­den wird oder es beste­hen durch vor­lie­gende Hier­ar­chien Hem­mun­gen, wodurch sich Teilnehmer*innen nicht beden­ken­los ein­brin­gen können.

Für ein wir­kungs­vol­les CSR-Management hat das Leit­bild eine ganz wesent­li­che Funk­tion, da es eine Art Über­ein­kunft dar­stellt, dar­über wie Mit­ein­an­der und mit Ande­ren umge­gan­gen wird. Sollte es bei spä­te­ren Maß­nah­men hier und da an der Bereit­schaft zur Umset­zung feh­len, ist das gemein­sam erar­bei­tete Leit­bild als Kon­ven­tion zum Umgang mit Mensch und Umwelt, ein bedeu­ten­der Faktor.

Die Vision stellt dabei eine auf die Zukunft gerich­tete Leit­idee über die eigene Ent­wick­lung dar

Wie das Wort schon sagt, beschreibt eine Vision, einen Zustand den man in der Zukunft sieht – man sieht es vor sei­nem geis­ti­gen Auge. Die Geis­tes­bil­der von Visio­nä­ren sind nichts Ande­res als dif­fuse Träume oder Wunsch­bil­der der Zukunft. Über­tra­gen auf eine Orga­ni­sa­tion beschreibt eine unter­neh­me­ri­sche Vision also nichts ande­res als einen Wunsch­zu­stand, der das Nut­zen­po­ten­tial der unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit beleuchtet.

Eine Vision hat dabei zwei ganz wesent­li­che Funk­tio­nen: Zum einen dient sie zur Ori­en­tie­rung, d.h. sie gibt Füh­rungs­kräf­ten und Mit­ar­bei­ten­den eine Richt­schnur für ope­ra­tive und stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen und zum ande­ren dient sie zur Iden­ti­fi­zie­rung. Eine Vision kann der Beleg­schaft den eigent­li­chen Grund bzw. tie­fe­ren Sinn und Nut­zen ihrer Tätig­keit ver­mit­teln und dadurch das Zuge­hö­rig­keits­ge­fühl erhöhen.

Die Mis­sion (Auf­gabe) beschreibt den Zweck einer Organisation

Wis­sen Sie warum Sie das tun was Sie tun? Kön­nen Sie das auch in Worte fas­sen? Gar nicht so leicht!

Doch genau das sollte Ihre Mis­sion aus­drü­cken. Sie beschreibt die Auf­gabe und den Zweck Ihrer Orga­ni­sa­tion. Auf Basis der Mis­sion lässt sich her­vor­ra­gend ein Zukunfts­bild ent­wer­fen. Das bedeu­tet, dass Sie bei der Ent­wick­lung Ihres Leit­bil­des, vom Unter­neh­mens­zweck aus­ge­hend Ihre Vision erar­bei­ten. Die Mis­sion sollte hierzu klar for­mu­liert sein.

Ori­en­tie­ren Sie sich beim Ent­wurf der Mis­sion an der Frage: „Warum gibt es Ihr Unter­neh­men / Ihre Organisation?“.

Wenn Sie diese Frage beant­wor­ten kön­nen, ken­nen Sie den Zweck Ihrer Unter­neh­mung, also seine Mis­sion. Wäh­rend sich die Vision ins­be­son­dere an die Mit­ar­bei­ter aus­rich­tet und eine Basis zur Iden­ti­fi­ka­tion schafft, rich­tet sich die Mis­sion eher an Ihre Kun­den und Sta­ke­hol­der. Diese kön­nen Sie auch in Ihrer Mis­sion berück­sich­ti­gen, indem Sie dar­le­gen aus wel­chem Grund Ihr Pro­dukt oder Ihre Dienst­leis­tung exis­tiert. Wel­chen Mehr­wert schaf­fen Sie durch Ihre Leistung!?

Werte (Leit­sätze) cha­rak­te­ri­sie­ren das täg­li­che Handeln

Leit­sätze bzw. Unter­neh­mens­werte kom­plet­tie­ren Ihr Leit­bild, doch auch hier ist Fein­füh­lig­keit gefragt, denn kli­schee­hafte Phra­sen soll­ten unbe­dingt ver­mie­den wer­den. Echte Unter­neh­mens­werte stel­len die Leit­plan­ken Ihrer Unter­neh­mens­kul­tur dar, egal ob Sie einen klei­nen Hand­werks­be­trieb füh­ren oder einen mul­ti­na­tio­na­len Konzern.

Für Mitarbeiter*innen stel­len diese Werte eine Richt­schnur dar und gleich­zei­tig die Basis, auf der sie sich mit dem Unter­neh­men iden­ti­fi­zie­ren. Sind per­sön­li­che Werte der Mitarbeiter*innen iden­tisch mit Unter­neh­mens­wer­ten, ist die Iden­ti­fi­ka­tion beson­ders stark.

Lebe ich bei­spiels­weise sehr umwelt­be­wusst und nach­hal­tig und mein Arbeit­ge­ber legt eben­falls Wert auf eine hohe Umwelt­ver­träg­lich­keit und han­delt auch danach, fällt es mir leicht mich mit mei­nem Arbeit­ge­ber zu iden­ti­fi­zie­ren. Unter­neh­men und Mitarbeiter*innen haben etwas gemein­sam – sie tei­len die glei­chen Werte.

Sie soll­ten also nichts über­stür­zen, son­dern genau über­le­gen wel­chen mora­li­schen Rah­men Sie für Ihre Unter­neh­mens­ak­ti­vi­tä­ten for­men wol­len. Ver­su­chen Sie dabei leere Wort­hül­sen wie „Entre­pre­neurship“, „Qua­li­tät“, „Nach­hal­tig­keit“ oder andere Werte kon­kret zu beschrei­ben. Was bedeu­ten diese für Ihr Unternehmen?!

Die Rea­li­tät sollte dabei nicht aus den Augen ver­lo­ren wer­den. Nichts ist schlim­mer, als Unter­neh­mens­werte die vom Unter­neh­men selbst nicht ein­ge­hal­ten wer­den oder ein­ge­hal­ten wer­den können.

Nun ist das Leit­bild da und muss zum Leben erweckt werden!

Schein­bar muss alles leben in einer Orga­ni­sa­tion: Leit­bil­der, Manage­ment­sys­teme, Ver­hal­tens­ko­di­zes und vie­les mehr. Was sich für viele wie ein bedeu­tungs­lo­ses Motto anhö­ren mag, ist in der Rea­li­tät häu­fig das Züng­lein an der Waage. Die Geschäfts­füh­rung alleine, kann den defi­nier­ten Kurs für das Unter­neh­men nicht errei­chen. Wol­len Sie also, dass sich die Mühe lohnt, die Sie in Ihren Ver­hal­tens­ko­dex, Ihr Manage­ment­sys­tem oder eben in Ihr Leit­bild gesteckt haben, müs­sen Sie dies in Ihrer Orga­ni­sa­tion leben.

Bei­spiel­hafte Leit­bil­der und Ansätze die dabei hel­fen, dass das erar­bei­tete Leit­bild im Unter­neh­men gelebt wird, sowie wei­tere Infor­ma­tio­nen zur ganz­heit­li­chen Imple­men­tie­rung von CSR sind in dem Buch CSR muss keine Bürde sein! zu finden.

Grafik l_SupportYourLocalDie Krise durch das Coro­na­vi­rus ist in nahezu allen Bran­chen ange­kom­men und sorgt für hef­tige Span­nun­gen. Ins­be­son­dere glo­bal agie­rende Unter­neh­men kämp­fen mit Pro­ble­men in den Lie­fer­ket­ten und im inter­na­tio­na­len Ver­trieb. Auch regio­nale Betriebe trifft die Krise hart, doch im Gegen­satz zu den Glo­bal Play­ern erle­ben sie eine unge­ahnte Welle der Unterstützung.

Unter dem Hash­tag Sup­por­tY­our­Lo­cal zeigt sich die regio­nale Bevöl­ke­rung soli­da­risch mit der loka­len Wirt­schaft und teilt in den sozia­len Medien, wie sie ihre Lieb­lings­lä­den, –Restau­rants und –Cafés in der Krise den Rücken stär­ken. Durch die Coro­na­krise erle­ben wir der­zeit ein stei­gen­des Bewusst­sein für Regionalität.

Beste Vor­aus­set­zun­gen, um die Krise als Chance zu begreifen

Als Chance zur Re-Regionalisierung! Welt­markt­füh­rer­schaft mag zwar reiz­voll klin­gen, ist aber auch mit beson­de­ren Risi­ken ver­bun­den. Die aktu­elle Situa­tion zeigt deut­lich, wie fra­gil glo­ba­li­sierte Lie­fer­ket­ten sind. Hinzu kom­men immense Umwelt­kos­ten und soziale Fol­gen in Zulie­ferer­län­dern, die wir oft­mals gar nicht über­bli­cken können.

Unter­neh­men ste­hen vor der ein­ma­li­gen Chance, Struk­tu­ren zu trans­for­mie­ren und damit Geschäfts­mo­delle zu ent­wi­ckeln, die für die Region und für die Umwelt wert­voll sind. Die Regio­na­li­sie­rung des eige­nen Unter­neh­mens bie­tet mehr Sta­bi­li­tät sowie die Mög­lich­keit, öko­lo­gi­sche und soziale Aspekte bes­ser in Pro­duk­ti­ons– und Ver­triebs­struk­tu­ren zu inte­grie­ren. Wer­den die Pro­duk­tio­nen nach regio­na­len Gege­ben­hei­ten gestal­tet, und nicht danach, wo die bil­ligs­ten Pro­duk­ti­ons­struk­tu­ren vor­herr­schen, dann erhal­ten wir auch rea­lis­ti­schere Preise. Preise, in denen keine ver­steck­ten Kos­ten, wie z.B. durch Dum­ping­löhne oder man­gel­haf­ten Umwelt­stan­dards, exter­na­li­siert werden.

Beson­de­rer Mehr­wert loka­ler Unternehmen 

Ver­schie­dene Aspekte einer wach­sen­den Regio­na­li­sie­rung über­zeu­gen. Bei­spiels­weise wird das lokale Koope­ra­ti­ons­ver­hal­ten ange­regt. Denn wenn Roh­stoff­an­bau in die Region zurück­kehrt oder erst­mals her­ge­holt wird, dann wer­den auch unter­schied­lichste Fähig­kei­ten aus Wirt­schaft und Land­wirt­schaft benö­tigt. Unter­neh­men kre­ie­ren viel­sei­ti­gere Geschäfts­mo­delle, erwei­tern dabei ihre Kom­pe­ten­zen, wer­den ins­ge­samt sta­bi­ler und set­zen auf Klasse statt auf Masse.

Außer­dem bedeu­tet eine zuneh­mende Regio­na­li­sie­rung auch eine diver­sere Wirt­schaft, die einen viel­sei­ti­ge­ren Arbeits­markt zur Folge hat und ins­ge­samt kri­sen­fes­ter ist. Wir soll­ten nicht mehr das Wachs­tum unse­rer Unter­neh­men im Blick haben, son­dern die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät sowie den öko­lo­gi­schen und gesell­schaft­li­chen Mehr­wert für die Region.

Corona hat uns gelehrt, dass wir es können!

Bereits jetzt haben sich aus der Krise her­aus viele Kom­pe­ten­zen ent­wi­ckelt. Regio­nale Betriebe neh­men ihre Ver­ant­wor­tung ernst und fin­den Wege, einen posi­ti­ven Bei­trag zur aktu­el­len Situa­tion zu leis­ten. Zahl­rei­che Unter­neh­men pro­du­zie­ren Mund­schutze und kon­zen­trie­ren sich auf Pro­dukte, die sonst aus dem fer­nen Aus­land impor­tiert wer­den. Die Krise lehrt uns, dass wir vie­les selbst können.

Wir soll­ten diese Erfah­rung nut­zen, um wie­der viel­fäl­ti­ger und wider­stands­fä­hi­ger zu wer­den, als Wirt­schaft und als Region. 

 

In der Reihe zum Buch CSR muss keine Bürde sein! stel­len wir die 8 wesent­li­chen Etap­pen zur Ein­füh­rung eines Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ments vor.

Etappe 3: Erfah­ren wo andere stehen

Wis­sen Sie wie nach­hal­tig Ihre Wett­be­wer­ber sind und was diese unter­neh­men um nach­hal­ti­ger zu werden?

Die erste Frage, die man sich da viel­leicht stel­len mag ist, ob es über­haupt rele­vant ist, zu wis­sen was andere machen. Ja und nein! Natür­lich soll­ten Sie Ihre Nach­hal­tig­keits­be­mü­hun­gen indi­vi­du­ell gestal­ten und gezielt schauen, wie Sie die Umwelt– und Sozi­al­ver­träg­lich­keit Ihrer unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit ver­bes­sern kön­nen. Es ist ganz sicher nicht ziel­füh­rend zu schauen, was die Wett­be­wer­ber machen, um seine eigene Nach­hal­tig­keits­ar­beit danach aus­zu­rich­ten und diese ent­spre­chend zu kopie­ren. Schluss­end­lich geht es ja darum, dass Ihr Unter­neh­men zukunfts­fä­hig ist und dass Sie wis­sen wie Ihr Unter­neh­men für die Zukunft auf­ge­stellt sein sollte. Hier­für ist der Blick auf Ihre Wett­be­wer­ber und damit auf den Markt jedoch sehr wich­tig. Es könnte bei­spiels­weise sein, dass es Anfor­de­run­gen gibt, die sämt­li­che Wett­be­wer­ber erfül­len und sich somit als Markt­stan­dards bereits eta­bliert haben oder auf dem Weg dahin sind. Sol­che Anfor­de­run­gen soll­ten Sie ken­nen und vor allem bei der Aus­ge­stal­tung Ihrer Nach­hal­tig­keits­be­mü­hun­gen mit ein­be­zie­hen. Daher ist es wich­tig, dass Sie bei einem Bench­mark, also einer ver­glei­chen­den Ana­lyse der Nach­hal­tig­keits­ar­beit sowohl die Wett­be­wer­ber mit ein­be­zie­hen, die Sie als rele­van­ten Wett­be­werb, für Ihr Unter­neh­men betrach­ten, aber auch die­je­ni­gen, von denen Sie den Ein­druck haben, diese spie­len ganz vorne mit in Sachen Nach­hal­tig­keit und könn­ten die Anfor­de­run­gen am Markt ent­spre­chend beeinflussen.

In vier Schrit­ten zum CSR Benchmark

1. Zu tref­fende Vorbereitungen

Defi­nie­ren Sie den Teil­neh­mer­kreis und die zu ver­glei­chen­den Aspekte. Das klingt zunächst recht sim­pel, erfor­dert jedoch rela­tiv viel Recher­che. Neh­men Sie sich diese Zeit, denn je umfas­sen­der Daten vor­lie­gen, desto aus­sa­ge­kräf­ti­ger wird Ihr Bench­mark. Schauen Sie hier­bei ganz genau hin, wel­che Unter­neh­men im Rah­men eines Bench­marks ver­gli­chen wer­den sol­len und ach­ten Sie dar­auf sowohl die­je­ni­gen Unter­neh­men zu neh­men, mit denen Sie sich im direk­ten Wett­be­werb sehen, aber auch Unter­neh­men, von denen Sie den Ein­druck haben, sie geben Markt­stan­dards vor. Außer­dem füh­ren Sie sich noch­mals Ihre Nach­hal­tig­keits­as­pekte aus Etappe 1 vor Augen und legen fest zu wel­chen Kri­te­rien Sie Infor­ma­tio­nen wol­len. Das kön­nen bei­spiels­weise all­ge­meine The­men sein, wie „Gibt es Nach­hal­tig­keits­ziele?“ oder kon­krete, wie „Gibt es Ange­bote zur Kin­der­be­treu­ung?“ oder „Gibt es einen Nachhaltigkeitsbericht?“.

2. Beschaf­fung der Daten

Sämt­li­che Infor­ma­tio­nen zu erhal­ten, die Sie für eine ver­glei­chende Ana­lyse benö­ti­gen ist tat­säch­lich eine Krux. Da Sie die Ergeb­nisse des Bench­marks aber mit ein­be­zie­hen bei der Aus­rich­tung Ihrer Nach­hal­tig­keits­ar­beit, ist es essen­ti­ell hier beson­ders umfas­send zu recher­chie­ren. Dafür eig­nen sich bei­spiels­weise Nach­hal­tig­keits­be­richte, die Web­site, spe­zi­ell der Bereich auf dem die Arbeits­welt prä­sen­tiert wird, aber auch der Pres­se­be­reich, sowie Pres­se­mel­dun­gen. Nichts­des­to­trotz kann es sein, dass einige der von Ihnen gesuch­ten Infor­ma­tio­nen nicht auf­find­bar sind. Das kann hei­ßen, dass es keine Infor­ma­tion dazu gibt und somit auch das Kri­te­rium vom Wett­be­wer­ber nicht erfüllt wird oder dass die Infor­ma­tion ein­fach nicht kom­mu­ni­ziert wird.

3. Bestim­mung des Benchmarks

Sind alle oder wei­test­ge­hend alle Daten bzw. Infor­ma­tio­nen beschafft, stel­len Sie diese ver­glei­chend zu Ihrem Betrieb auf. Neben Ihrem Unter­neh­men, wer­den die zu ver­glei­chen­den Unter­neh­men auf­ge­lis­tet, so dass Sie zu allen Punk­ten einen indi­vi­du­el­len Ver­gleich anstel­len können.

4. Ana­lyse & Erkenntnisse

Der Bench­mark sollte unbe­dingt bei der Aus­ge­stal­tung des CSR-Engagements berück­sich­tigt wer­den. Wurde bei­spiels­weise Nach­hal­tig­keits­as­pek­ten inner­halb der Sta­tus Quo-Erfassung eine eher geringe Rele­vanz beige­mes­sen und sollte im Bench­mark ersicht­lich sein, dass diese Aspekte von Wett­be­wer­bern deut­lich umfas­sen­der bear­bei­tet wer­den, muss geprüft wer­den, ob der ein­gangs iden­ti­fi­zierte Hand­lungs­be­darf rea­lis­tisch ist oder noch­mal ange­passt wer­den muss.

Neben der Erar­bei­tung des Bench­marks, um einen Fahr­plan für seine Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vi­tä­ten zu erar­bei­ten, macht es Sinn, den Bench­mark als Pro­zess zu ver­ste­hen und in gere­gel­ten Abstän­den einen ver­glei­chen­den Blick auf Wett­be­wer­ber und damit vor allem auf den Markt zu wer­fen. Da der Markt und die darin agie­ren­den Akteure nicht starr sind, kann es dazu kom­men, dass Ver­än­de­run­gen am Markt auch Ver­än­de­run­gen Ihres CSR-Managements bedeuten.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen und bei­spiel­hafte Metho­den zur Erstel­lung des CSR Bench­marks sowie der ganz­heit­li­chen Imple­men­tie­rung von CSR sind in dem Buch CSR muss keine Bürde sein! zu finden.

Mit ihren Mehrweg-Tüüten begeis­tern Anja und Chris­tina von umtü­ten seit 4 Jah­ren Men­schen für einen All­tag ohne Ein­weg­ver­pa­ckun­gen. Nun will das junge Unter­neh­men aus Kiel mit dem umdenk-velo die Nach­hal­tig­keit auf die Straße bringen.

Liebe Chris­tina, was ist das umdenk-velo und was genau kann das velo alles?

Das umdenk-velo ist ein elek­tri­sches Las­ten­rad, das wir mit vie­len Werk­zeu­gen aus­stat­ten. In Vor­trä­gen und Work­shops inspi­riert das velo Schüler*innen und Unter­neh­men, krea­tiv zu wer­den und out of the box zu den­ken. Am velo wer­den alt­ein­ge­fah­rene Pro­zesse spie­le­risch hin­ter­fragt, neu gedacht und der Schul– & Büro­all­tag (oder auch das ganze Unter­neh­men) nach­hal­tig gestaltet.

Gleich­zei­tig dient das velo als loka­les Trans­port­mit­tel, mit dem wir unsere Tüü­ten zu Kund*innen und Lieferant*innen fah­ren kön­nen. Andere Orga­ni­sa­tio­nen oder Grup­pen sind herz­lich ein­ge­la­den, dass velo auch für ihre Zwe­cke zu nutzen.

Was hat euch moti­viert, ein mobi­les Workshop-Werkzeug zu ent­wi­ckeln und wel­che Rolle spiel­ten euren Mehrweg-Tüüten dabei?

Unsere Tüü­ten sind ein Mit­tel, um Men­schen zum Umden­ken zu brin­gen, jeden Tag! Beim Ein­kau­fen, unter­wegs, in der Schule oder im Büro. Und auch das umdenk-velo soll, wie der Name schon ver­rät, dazu moti­vie­ren. Wir wol­len uns „gro­ßen Ent­schei­dungs­trä­gern“ nicht aus­ge­lie­fert füh­len. Denn es fühlt sich so gut an, die eigene Zukunft und den eige­nen Raum mit­zu­ge­stal­ten und selbst anzu­pa­cken. Dazu rufen wir mit dem umdenk-velo auf!

Wen wollt ihr mit dem umdenk-velo zum Umden­ken bewegen?

Jede*n von uns! Denn wir alle kön­nen etwas ver­än­dern und im Klei­nen damit anfangen.

Wir rich­ten uns in Work­shops und Vor­trä­gen vor allem an Schu­len und Unter­neh­men. Gleich­zei­tig gestal­ten wir es zu einem fahr­ba­ren Museum, mit dem sich jede*r fra­gen kann, wie nach­hal­tig der eigene Lebens­stil ist.

umdenk-velo_2Ihr seit gerade mit einer Crowdfunding-Kampagne gestar­tet. Wenn euer Funding-Ziel erreicht ist, wann plant ihr mit dem velo loszulegen?

Die Lie­fer­zeit des Las­ten­rads beträgt 2–3 Monate. Mit den Work­shops kön­nen wir also im Som­mer 2020 begin­nen – hof­fent­lich schon zum Start der Kie­ler Woche!

Wie kön­nen Unter­neh­men das umdenk-velo und euch in Aktion erleben?

Beim eige­nen Work­shop. Unter­neh­men kön­nen wäh­rend der Kam­pa­gne bereits ihren Nachhaltigkeits-Workshop buchen. Oder ihr besucht uns bei ande­ren Ver­an­stal­tun­gen wäh­rend und nach der Kam­pa­gne. Wo genau wir sind, erfahrt ihr auf unse­rer Internetseite.

Vie­len Dank für das tolle Inter­view und die Vor­stel­lung eures velos. Für die Crowdfunding-Kampagne wün­schen wir euch ganz viel Erfolg! Wir freuen uns schon das umdenk-velo in Aktion zu erleben.

Mehr zu umtü­ten gibt es unter www.umtueten.org und zum Crowd­fun­ding des umdenk-velos unter www.startnext.com/umdenk-velo.

In der Reihe zum Buch CSR muss keine Bürde sein! stel­len wir die 8 wesent­li­chen Etap­pen zur Ein­füh­rung eines Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ments vor.

Etappe 2: Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen kennen

Wenn im Zusam­men­hang mit Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity von Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen gespro­chen wird, geht es im Wesent­li­chen um recht­li­che Anfor­de­run­gen, sowie Erwar­tun­gen sei­tens der Sta­ke­hol­der eines Unter­neh­mens. Mit Sta­ke­hol­der sind alle Akteure, bzw. Par­teien gemeint, die in irgend­ei­ner Form ein Inter­esse an einem Unter­neh­men haben kön­nen. Dies kön­nen interne Inter­es­sen­grup­pen sein, wie Mit­ar­bei­ter, Füh­rungs­kräfte und Eigen­tü­mer, aber auch externe Akteure wie Kun­den, Nach­barn, Lie­fe­ran­ten, Dienst­leis­ter, Medien, Ver­eine und Ver­bände oder auch Städte und Kom­mu­nen. Eine enge Ein­bin­dung der eige­nen Sta­ke­hol­der ist für die Ent­wick­lung von Unter­neh­men beson­ders wich­tig und kann als lang­fris­ti­ges Erfolgs­kri­te­rium ver­stan­den wer­den – ins­be­son­dere bei der Aus­ge­stal­tung der Nach­hal­tig­keits­ar­beit von Unternehmen.

Will ein Unter­neh­men zukunfts­fä­hig auf­ge­stellt sein, ist es also not­wen­dig Vor­stel­lun­gen und Erwar­tun­gen sei­ner Sta­ke­hol­der zu ken­nen und zu berück­sich­ti­gen. Auch kann ein kon­struk­ti­ver Aus­tausch mit sei­nen Sta­ke­hol­dern bei der Beant­wor­tung kom­ple­xer Nachhaltigkeits-Herausforderungen hel­fen und ist in die­sem Zusam­men­hang ein wich­ti­ger Bau­stein bei der Ent­wick­lung und Pla­nung sei­ner CSR-Aktivitäten.

Sie wis­sen nicht, was Ihre Sta­ke­hol­der erwarten?

Fra­gen Sie sie! Tre­ten Sie in einen Dia­log mit Ihren Sta­ke­hol­dern und fra­gen Sie diese nach ihren Erwar­tun­gen. Hier gibt es zahl­rei­che Wege wie Sie dies tun kön­nen, ein mög­li­cher Weg ist die Befra­gung anhand eines Fra­ge­bo­gens. Wozu Ihre Sta­ke­hol­der darin befragt wer­den steht Ihnen frei. Was wür­den Sie denn gerne mal von Ihren Kun­den, Ihren Mit­ar­bei­tern oder auch Ihren Lie­fe­ran­ten erfahren?

Für die Gestal­tung Ihrer Nach­hal­tig­keits­ar­beit, den­ken Sie daran, die Nach­hal­tig­keits­as­pekte (aus Etappe 1) dort ein­flie­ßen zu las­sen. Sie kön­nen Ihre Sta­ke­hol­der z.B. Aus­kunft zu den iden­ti­fi­zier­ten Nach­hal­tig­keits­as­pek­ten geben las­sen, die Sie in der 1. Etappe erfasst haben. Fra­gen Sie diese doch mal, wie rele­vant die Aspekte aus den Berei­chen Umwelt, Lie­fer­kette, Arbeits­welt, etc. für sie sind und fra­gen Sie in die­sem Zusam­men­hang auch, wie inten­siv Ihre Anspruchs­grup­pen die Bear­bei­tung die­ser Aspekte durch Sie wahr­neh­men. Dar­aus las­sen sich viele Rück­schlüsse zie­hen! Zum einen erfah­ren Sie in wel­chen Berei­chen Ihre Sta­ke­hol­der Hand­lungs­be­darf sehen oder sich mehr Enga­ge­ment Ihrer­seits wün­schen, zum ande­ren kön­nen Sie aber auch fest­stel­len, ob Ihre Bemü­hun­gen über­haupt wahr­ge­nom­men wer­den, sollte es wel­che geben. Dar­aus wür­den sich wie­derum Rück­schlüsse auf die Wirk­sam­keit der Kom­mu­ni­ka­tion Ihrer Nach­hal­tig­keits­be­mü­hun­gen zie­hen las­sen. Auch erhal­ten Sie die Infor­ma­tion, wel­che Nach­hal­tig­keits­as­pekte oder –the­men über­haupt als rele­vant betrach­tet werden.

Eine Befra­gung ist ledig­lich ein mög­li­cher Weg von vie­len und stellt eher ein ana­ly­ti­sches Vor­ge­hen dar, in dem sys­te­ma­tisch zu aus­ge­wähl­ten The­men und/oder Aspek­ten Aus­kunft ein­ge­holt wird.

Ein ande­res denk­ba­res For­mat wäre z.B. eine Dialog-Veranstaltung, bei der Sie Ihre Sta­ke­hol­der ein­la­den und sich im Rah­men eines vor­be­rei­te­ten Tref­fens zu unter­schied­li­chen Nach­hal­tig­keits­the­men aus­tau­schen. Hier­bei emp­fiehlt es sich eine externe Mode­ra­tion für den Tag bzw. den Aus­tausch ein­zu­be­zie­hen, wel­che die Vor­be­rei­tung und vor allem die Beglei­tung des Tages übernimmt.

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Die Abbil­dung stellt die bei­den For­mate ver­glei­chend gegen­über und soll bei der Ent­schei­dungs­fin­dung helfen.

Haben Sie die Erwar­tun­gen und Anfor­de­run­gen Ihrer Sta­ke­hol­der erfasst, ver­glei­chen Sie die Ergeb­nisse mit dem erar­bei­te­ten Sta­tus Quo, denn ggf. sind Aspekte denen eine gerin­gere Rele­vanz beige­mes­sen wurde, nun doch wich­ti­ger oder umge­kehrt. In die­sen Fäl­len müsste die Rele­vanz kor­ri­giert wer­den, was sich eben­falls auf den Hand­lungs­be­darf auswirkt.

Auch kön­nen aus der Stakeholder-Analyse bereits kon­krete Hand­lungs­be­darfe bzw. Maß­nah­men abge­lei­tet wer­den, die Sie bei der spä­te­ren Gestal­tung Ihrer Nach­hal­tig­keits­ziele und bei einem Maß­nah­men– oder Akti­ons­plan berück­sich­ti­gen sollten.

Beach­ten Sie, nicht alle Stakeholder-Gruppen haben die glei­che Rele­vanz für Ihr Unter­neh­men. Wei­tere Infor­ma­tio­nen und bei­spiel­hafte Metho­den zur Erfas­sung und Bewer­tung von Sta­ke­hol­der­grup­pen sowie der ganz­heit­li­chen Imple­men­tie­rung von CSR sind in dem Buch CSR muss keine Bürde sein! zu finden.

Viele Unter­neh­men neh­men jah­re­lange und kos­ten­in­ten­sive Trans­for­ma­ti­ons­pro­zesse auf sich, um ihr Geschäfts­mo­dell aus Nach­hal­tig­keits­ge­sichts­punk­ten zu bewer­ten und umzu­stel­len. Nicht sel­ten ste­hen sie vor der Her­ku­les­auf­gabe, dass die ver­än­derte Hal­tung des Unter­neh­mens nicht von der Beleg­schaft getra­gen bzw. gelebt wird.

Eine nach­hal­tige Unter­neh­mens­kul­tur erfor­dert nach­hal­ti­ges Han­deln und Den­ken der Mitarbeitenden

Grund­sätz­lich braucht es zwei Dinge: Kon­se­quen­tes von Nach­hal­tig­keit gepräg­tes unter­neh­me­ri­sches Han­deln und Zeit. Abhän­gig davon, wo ein Unter­neh­men her­kommt und wel­che Rolle nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten in der Ver­gan­gen­heit gespielt hat, braucht es ent­spre­chend viel oder weni­ger Zeit zum Eta­blie­ren einer ech­ten Nachhaltigkeitskultur.

Ein Patent­re­zept, wie nach­hal­tige Werte fes­ter Bestand­teil der Unter­neh­mens­kul­tur wer­den, gibt es nicht. Jedes Unter­neh­men muss einen indi­vi­du­el­len Fahr­plan, der zur vor­herr­schen­den Unter­neh­mens­kul­tur und Geschichte des Unter­neh­mens passt, ent­wi­ckeln. Die fol­gen­den Bau­steine kön­nen in die­sem Sinne dazu bei­tra­gen, dass nach­hal­ti­ges Han­deln und Den­ken von Mit­ar­bei­ten­den geför­dert und eine nach­hal­tig­keits­ori­en­tierte Unter­neh­mens­kul­tur ver­wirk­licht wird.

# Nach­hal­tig­keit als fes­ter Bestand­teil der Unter­neh­mens­stra­te­gie
Die durch Nach­hal­tig­keit geprägte Hal­tung eines Unter­neh­mens sollte sich unbe­dingt in der Unter­neh­mens­stra­te­gie wie­der­fin­den und sich durch ein­deu­tige Ziele, kon­krete Maß­nah­men und klare Ver­ant­wort­lich­kei­ten bemerk­bar machen.

# Das rich­tige Mind­set
Wel­che Vision ein Unter­neh­men ver­folgt und wel­che Werte den Unter­neh­mens­all­tag prä­gen ist essen­ti­ell für die gelebte Kul­tur in einer Orga­ni­sa­tion. Nach­hal­tig­keit gehört ins Leit­bild eines Unter­neh­mens, wel­ches gemein­sam mit den Mit­ar­bei­ten­den ent­wi­ckelt wer­den sollte, damit es auch von allen getra­gen wird.

# Ideen zulas­sen
Der offene Umgang mit Ideen för­dert und for­dert Mit­ar­bei­tende, sich im Unter­neh­men zu betei­li­gen. Dies gilt natür­lich auch für Impulse zur Wei­ter­ent­wick­lung der betrieb­li­chen Nach­hal­tig­keits­leis­tung. Wer Ideen ein­bringt, trägt sie auch wenn sie umge­setzt wer­den. Ide­en­ge­ber wer­den somit zu inter­nen Mul­ti­pli­ka­to­ren für nach­hal­ti­ges Handeln.

# Gestal­tung der Büros und Auf­ent­halts­räu­men
Hier muss man sich wohl­füh­len. Arbeits­plätze soll­ten zum einen unter gesund­heit­li­chen Gesichts­punk­ten gestal­tet wer­den. Des Wei­te­ren gilt: Je natür­li­cher desto bes­ser! Wer auf Natur­ma­te­ria­lien bei Möbel und Ein­rich­tungs­ge­gen­stände setzt und hier noch auf eine nach­hal­tige Beschaf­fung (Label) ach­tet, kann das Thema Nach­hal­tig­keit beson­ders gut trans­por­tie­ren. Pflan­zen sor­gen außer­dem, neben einem grü­nen Bild auch für ein bes­se­res Raumklima.

In Pau­sen­räume ist Müll­tren­nung ein Muss! Sofern Ruhe­räume im Unter­neh­men vor­han­den sind oder geschaf­fen wer­den, sollte auch hier auf eine öko­lo­gi­sche Gestal­tung und ent­spre­chende Möblie­rung geach­tet werden.

# Green IT
Auch die tech­ni­sche Aus­stat­tung im Büro hat Strahl­kraft, wie etwa durch refur­bis­hed Hard­ware oder einer bedarfs­ge­rech­ten Dimen­sio­nie­rung der gesam­ten IT-Infrastruktur. Unter­neh­men, die beson­ders gerne digi­tal unter­wegs sind, kön­nen zudem ein papier­lo­ses Büro einführen.

# Gesund am Arbeits­platz
Damit sich Mit­ar­bei­tende auf einen Kul­tur­wan­del ein­las­sen, sollte die Gesund­er­hal­tung auf einem Fun­da­ment wert­schät­zen­der Füh­rung auf­ge­baut wer­den. Es gibt viel­fäl­tige Mög­lich­kei­ten, um gezielte Ange­bote zur För­de­rung der Gesund­heit zu schaf­fen: Obst­tel­ler, kos­ten­lose Getränke, betrieb­li­che Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen, ergo­no­mi­sche Arbeits­platz– und Belas­tungs­ana­ly­sen, aktive Pau­sen (wie Rücken­schule, Yoga und Ent­span­nungs– oder Wal­king­grup­pen) oder Schu­lun­gen zu Res­i­li­enz oder Stress­ma­nage­ment und noch viele mehr.

# Bewusste Wahl der Arbeits– und Wer­be­mit­tel
Auch Arbeits– und Wer­be­mit­tel kön­nen das Mind­set eines Unter­neh­mens trans­por­tie­ren, ob Holz-Kugelschreiber, Recy­cling­pa­pier, Brief­um­schläge oder ähn­li­ches. Mit­ar­bei­tende wer­den über nach­hal­tige Arbeits­mit­tel kon­ti­nu­ier­lich mit der Hal­tung des Unter­neh­mens kon­fron­tiert. Auch bei Wer­be­mit­teln und Give-Aways sollte ent­spre­chend auf nach­hal­tige Mate­ria­lien und sinn­volle Pro­dukte geach­tet wer­den. Eine Ein­kaufs­richt­li­nie könnte den Mit­ar­bei­ten­den dabei eine gute Richt­schnur lie­fern, um Nach­hal­tig­keit in Ein­kaufs­pro­zesse zu verankern.

# Liebe … äähh Nach­hal­tig­keit geht durch den Magen
Essen ist Kul­tur! Mit Obst, Kaf­fee und Tee aus fai­rer und bio­lo­gi­scher Land­wirt­schaft wird ein deut­li­ches Zei­chen gesetzt. Ist eine Kan­tine vor­han­den, sollte Nach­hal­tig­keit auch auf dem Spei­se­plan und bei den ver­wen­de­ten Lebens­mit­teln erkenn­bar sein. Ebenso das Cate­ring bei Events ist ein Aus­hän­ge­schild für die Nach­hal­tig­keits­be­mü­hun­gen, por­tio­nierte Kaf­fee­sahne in klei­nen Plas­tik­be­häl­tern lässt das übrige Enga­ge­ment schnell unglaub­wür­dig erscheinen.

# Die Wir­kung des stil­len Ört­chens
Auch der Gang zur Toi­lette kann deut­lich machen, wel­che Werte den Unter­neh­mens­all­tag prä­gen. Öko­lo­gi­sche Putz­mit­tel, Naturkosmetik-Seife, Vor­rich­tun­gen zum Was­ser­spa­ren, Recy­cling­pa­pier­tü­cher zum Hände trock­nen und recy­cel­tes nicht gebleich­tes Toi­let­ten­pa­pier ver­mit­teln auch auf dem stil­len Ört­chen wel­chen Stel­len­wert Nach­hal­tig­keit im Unter­neh­men hat.

# Mit­ar­bei­ter­mo­bi­li­tät
Wie kom­men Mit­ar­bei­tende an ihren Arbeits­platz und was tut ein Unter­neh­men dafür, dass die Arbeits­wege mög­lichst kli­ma­freund­lich gestal­tet wer­den? Kon­krete Ange­bote unter­stüt­zen die Hal­tung des Unter­neh­mens und för­dern das Umwelt­be­wusst­sein der Beleg­schaft, wie etwa Zuschüsse zur Nut­zung des ÖPNV, E-Ladesäulen oder Fahr­rad­lea­sing. Auch die Option des Home-Office ist vor die­sem Hin­ter­grund ein sinn­vol­les Angebot.

# Nicht jede Per­son passt zum Unter­neh­men
Aus wel­cher Rich­tung fri­scher Wind weht, kann eine große Rolle spie­len. Sind nach­hal­tig­keits­ori­en­tierte Werte for­mu­liert, die den Unter­neh­mens­all­tag prä­gen oder prä­gen soll­ten, ist auch bei Neu­an­stel­lun­gen dar­auf zu ach­ten, ob poten­ti­elle Mit­ar­bei­tende zur Hal­tung des Unter­neh­mens pas­sen. Hierzu exis­tie­ren sogar Matching-Tools, mit denen man fra­gen­ba­siert bewer­ten kann, wie stark eine Kan­di­da­tin oder ein Kan­di­dat zur Hal­tung des Unter­neh­mens passt.

# Team­buil­ding und Volun­tee­ring
Das gesell­schaft­li­che Enga­ge­ment von Unter­neh­men birgt ein enor­mes Poten­tial für einen Kul­tur­wan­del. Mit­ar­bei­tende soll­ten mit­be­stim­men wo sich enga­giert wird und sich über ihren Arbeit­ge­ber am bes­ten direkt bei gemein­nüt­zi­gen Pro­jek­ten ein­set­zen kön­nen. Cor­po­rate Volunteering-Events för­dern sowohl die Team­fä­hig­keit und Teament­wick­lung und kön­nen auch eine stär­kere Iden­ti­fi­ka­tion mit einem Unter­neh­men bewir­ken. Für klei­nere Unter­neh­men bie­tet es sich auch an Teamevents einen gemein­nüt­zi­gen Cha­rak­ter zu verleihen.

Kei­ner die­ser Ansätze garan­tiert, dass eine nach­hal­tige Unter­neh­mens­kul­tur gelebt wird, kön­nen aber bedeu­tend dazu bei­tra­gen, dass nach­hal­ti­ges Han­deln und Den­ken bei Mit­ar­bei­ten­den geför­dert und somit in der Kul­tur eines Unter­neh­mens eta­bliert werden.

In der Reihe zum Buch CSR muss keine Bürde sein! stel­len wir die 8 wesent­li­chen Etap­pen zur Ein­füh­rung eines Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ments vor.

Etappe 1: Sta­tus Quo erfassen

Wo ste­hen wir eigent­lich und was machen wir bereits in Sachen CSR? Womit fan­gen wir nun kon­kret an, wenn wir nach­hal­ti­ger wer­den wol­len? Dies sind typi­scher­weise Fra­gen die sich kleine und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men stel­len, wenn sie sich erst­mals mit dem Thema Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity beschäf­ti­gen. Auch wenn die Moti­va­tion groß und der Ehr­geiz hoch ist, sofort zu star­ten und direkt Aktio­nen zu rea­li­sie­ren, sollte sich zunächst ein Über­blick über die Gesamt­si­tua­tion ver­schafft wer­den. Die Erfas­sung aller rele­van­ten Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vi­tä­ten und
–Aspekte stel­len den Sta­tus Quo eines Unter­neh­mens struk­tu­riert dar und bil­den eine her­vor­ra­gende Grund­lage zur Pla­nung und Umset­zung der CSR-Aktivitäten.

Eine sol­che Bestands­auf­nahme zeigt einem Unter­neh­men, wel­che Aspekte für die­ses rele­vant sind und wie inten­siv sie diese in ihrer täg­li­chen Arbeit ggf. schon berück­sich­ti­gen. Unter­neh­men erfah­ren wo sie ste­hen, was sie bereits machen und in wel­chen Berei­chen ein Ein­grei­fen nötig ist. Gerade da, wo per­so­nelle Res­sour­cen knapp sind, hilft ein Sta­tus Quo dabei, diese gezielt ein­zu­set­zen und die Umwelt– und Sozi­al­ver­träg­lich­keit des Unter­neh­mens, in dem eige­nen Tempo schritt­weise zu verbessern.

Um den Sta­tus Quo in Sachen Nach­hal­tig­keit zu erhal­ten, beste­hen im Wesent­li­chen drei ver­schie­dene Möglichkeiten:

  1. Nut­zung von Selbstbewertungs-Tools (Checks)
  2. Erstel­lung durch Beratungsunternehmen
  3. Selbst­stän­dige Erstel­lung in Eigenleistung

 

Im Fol­gen­den wer­den die jewei­li­gen Mög­lich­kei­ten näher erläu­tert sowie in der nach­ste­hen­den Tabelle ver­glei­chend dargestellt.

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Selbst­be­wer­tungs­in­stru­mente kön­nen eigen­stän­dig vom jewei­li­gen Unter­neh­men ange­wandt wer­den. Hier­bei müs­sen Unter­neh­men ihre rele­van­ten Daten sam­meln und ent­spre­chend ein­pfle­gen, so dass sie abschlie­ßend einen Über­blick zum Sta­tus Quo erhal­ten. Einige Checks lie­fern hier­bei auch Ana­ly­sen und Aus­wer­tun­gen, anhand derer ersicht­lich wer­den, wie das Unter­neh­men in Bezug auf Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity auf­ge­stellt ist. Dar­über hin­aus decken die Checks zumeist not­wen­di­gen Hand­lungs­be­darf auf und lie­fern teil­weise kon­krete Emp­feh­lun­gen zur Ver­bes­se­rung der CSR-Arbeit.

Ein paar aus­ge­wählte Instru­mente sol­len an die­ser Stelle kurz erwähnt wer­den. Der CSR-Self-Check des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozia­les (BMAS) ist bei­spiels­weise ein Instru­ment, mit dem Unter­neh­men ein Bild zu ihrem CSR-Engagement erhal­ten. Die­ser Check geht nicht beson­ders in die Tiefe und ist daher als Methode zur Bestands­auf­nahme eher unge­eig­net, aber als Rich­tungs­wei­ser kann die­ser durch­aus Impulse lie­fern, wie nächste Schritte aus­se­hen könnten.

Neben Ansät­zen, die eher zur Ori­en­tie­rung ver­hel­fen, exis­tie­ren auch Checks, wel­che deut­lich dif­fe­ren­zier­ter und umfäng­li­cher sind und einen gesam­ten Über­blick über die CSR-Aktivitäten ver­schaf­fen und sich somit auch wun­der­bar zur Bestands­auf­nahme eig­nen. Der CSR-Check von uns bei­spiels­weise und der CSR-Checkup von UPJ sind Instru­mente, die bei der Erfas­sung des Sta­tus Quo gezielt unter­stüt­zen. Beide basie­ren auf einer Selbst­aus­kunft, wobei durch das Unter­neh­men jeweils ver­schie­dene Hand­lungs­fel­der, in Form von Fra­ge­bö­gen bear­bei­tet wer­den müs­sen. Die darin skiz­zier­ten Daten wer­den wer­den beim CSR-Check durch einen Algo­rith­mus direkt aus­ge­wer­tet und beim CSR-Checkup durch den Anbie­ter ana­ly­siert und ent­spre­chend auf­be­rei­tet. So erhal­ten Unter­neh­men zum einen ihren Sta­tus Quo, wel­cher ihnen auf­zeigt was sie im Bereich CSR bereits leis­ten und zudem Hand­lungs­emp­feh­lun­gen, mit denen sie ihre Nach­hal­tig­keits­ar­beit prio­ri­sie­ren und schritt­weise ver­bes­sern können.

Eine dif­fe­ren­zier­tere Bestands­auf­nahme kann ebenso durch eine ent­spre­chende Nach­hal­tig­keits– oder CSR-Beratung vor­ge­nom­men wer­den. Wer aller­dings auf die Bera­tungs­leis­tung ver­zich­ten und selbst­stän­dig zu einer fun­dier­ten Arbeits­grund­lage kom­men will, kann selbst­ver­ständ­lich auch eigen­stän­dig eine Bestands­auf­nahme durch­füh­ren. Wer selbst­stän­dig die Erfas­sung sämt­li­cher Aspekte und Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vi­tä­ten vor­neh­men will, kann sich bei­spiels­weise an den fol­gen­den vier Punk­ten orientieren:

  1. Erfas­sen Sie alle rele­van­ten Nachhaltigkeitsaspekte
  2. Bewer­ten Sie die Rele­vanz der Aspekte
  3. Ermit­teln Sie den Grad der Umsetzung
  4. Hand­lungs­be­darf festlegen

 

Die­ses Vor­ge­hen ver­schafft Ihnen einen guten Über­blick über Ihren Sta­tus Quo in Sachen Nach­hal­tig­keit bzw. CSR und ein soli­des Fun­da­ment für alle wei­te­ren Nach­hal­tig­keits­be­mü­hun­gen. Zur bes­se­ren Über­sicht­lich­keit, fas­sen Sie die ein­zel­nen Daten zu Ihren Aspek­ten noch­mals als Sta­tus Quo in einer Dar­stel­lung zusammen.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zur Durch­füh­rung einer CSR-Bestandsaufnahme sowie ganz­heit­li­chen Imple­men­tie­rung von CSR sind in dem Buch CSR muss keine Bürde sein! zu finden.