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Wacken Future Factory — Für das W:O:A der Zukunft

Es war nicht nur das erstes Mal auf dem Wacken Open Air (W:O:A), sondern auch der erste Festival-Besuch in dieser Größenordnung überhaupt. In diesem Jahr durfte Niels in der Wacken Future Factory mitwirken und mit Fans und Besuchern des Festivals über die Zukunft des Metal-Events, insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit sprechen.

Die Herausforderungen sind offensichtlich

Wenn über 75.000 Menschen zum Feiern zusammenfinden, ist es keine Überraschung, dass entsprechende Abfallberge entstehen, was insbesondere bei der Abreise deutlich wird, wenn die Hinterlassenschaften auf den Feldern und Weiden sichtbar werden. Das Wacken Open Air zieht zudem Menschen aus allen Ecken der Welt an, per Flugzeug, mit dem Bus, mit der Bahn, dem PKW oder Camper reisen tausende Metalheads an. Stichwort Klimaschutz! Hinzu kommt der Energieverbrauch für die Shows selbst.

In der Wacken Future Factory konnte an der Zukunft mit gestaltet werden

Im Rahmen der Factory wurde genau über diese Herausforderungen diskutiert und erste Lösungsansätze wurden erarbeitet, immer vor dem Hintergrund, dass das Wacken-Erlebnis nicht darunter leiden darf, immerhin steht das unbeschwerte Feiern im Vordergrund. Das bedeutet, dass Veränderungen in dieser Hinsicht eher sanft passieren und keine „erhobener Zeigefinger“-Wirkung haben sollten. Viele Fans haben Ideen eingebracht und ihre Vision für das Wacken der Zukunft platziert.

Unsere Top 5 – Ansätze mit Potential

  • Schon beim Verkauf der Tickets kann die Anreise mit der Bahn stärker gefördert werden, indem bereits entsprechende Bahntickets mit angeboten werden oder es Vergünstigungen für Bahntickets gibt und die Anreise mit der Bahn dadurch einfach attraktiver wird. Wichtig ist dabei natürlich, dass es einen Shuttle-Service vom nächst gelegenen Bahnhof gibt, der für das W:O:A vorhanden ist.
     
  • Auf dem Festival selbst, könnten sämtliche Food-Trucks und ‑Stände kompostierbares Geschirr verwenden, was im besten Fall nur aus einem Material besteht, wie bspw. gepresste Bananenblätter. Dann sollte der Abfall jedoch auch konsequent getrennt werden, was man bereits beim CheckIn fördern kann, indem anstelle von einem großen Müllbeutel, mehrere Beutel, Papiertüten und / oder Kisten für unterschiedliche Abfallarten ausgegeben werden. Auch wurde der Wunsch nach mehr regionalen Food-Angeboten geäußert.
     
  • Sind die Festivalbesucher abgereist, werden die Hinterlassenschaften sichtbar. Wiesen voller Zelte und Camping-Equipment. Auf den Campinggrounds könnten Spendenstationen eingerichtet werden, bei denen die Metalheads intakte Zelte etc. abgeben können, die dann bspw. Organisationen der Obdachlosenhilfe überreicht werden. Wir haben gehört, dass es in Wacken einen solchen Stand geben soll, doch finden konnte Niels den leider nicht. Zudem sind die Wege teilweise sehr weit, so dass wir die Idee der Zeltspende auf den Campinggrounds sehr sinnvoll finden, da so für die Festivalbesucher kein Mehraufwand besteht.
     
  • Häufig wurde auch der Wunsch nach einer Green Camping Area geäußert, auf der auf Strom-Aggregate verzichtet wird und Komposttoiletten stehen. Auch würden sich gemeinschaftlich nutzbare Grillplätze gut einfügen (was vermeiden könnte, dass Besucher ihre Grills bei der Abreise stehen lassen) oder solarbetriebene Ladestellen für mobile Endgeräte.
     
  • Nicht nur die Fans haben kreative Ideen eingebracht. Prof. Michael Braungart, Kopf des Cradle-to-Cradle Prinzips, hat in der Future Factory einen sehr inspirierenden Vortrag gehalten und u.a. dafür plädiert, dass die Ressourcen des Festivals im Festival-Kreislauf bleiben, durch bspw. Pappbecher, die in dem einen Jahr gesammelt und im nächsten Jahr als Klopapier eingesetzt werden.
     

Unser Fazit

Wir merken, dass die nachhaltige Gestaltung von Festivals dieser Größenordnung eine immense Aufgabe ist, insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Festivalerlebnis ein Unbeschwertes bleiben sollte. Doch neben den genannten Ideen, gab es noch eine Reihe weiterer Anregungen und Ansätze, die uns zuversichtlich stimmen, dass Festivals die Welt verändern und dabei die Umwelt schützen können.

Wir sind gespannt, wie das W:O:A der Zukunft tatsächlich aussehen wird und welche Ansätze sich, aus der Future Factory, dort wiederfinden. Die Factory selbst sehen wir dabei als Think Tank in dem der Nährboden für alles weitere entsteht.

Niels selbst hat übrigens lange überlegt und ist die 80km dann doch mit einem geliehenen Camper angereist. Dafür hat er die Gelegenheit genutzt und seine Verpflegung gut eingeplant, überwiegend unverpackt eingekauft und einige Mahlzeiten bereits zuhause vorgekocht. Als bei einem Gewitter das Gelände geräumt wurde und sich alle in ihre PKW begeben sollten, war er ziemlich froh über diese Entscheidung.

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