Die Not­wen­dig­keit dass sich die Wirt­schaft öko­lo­gisch und sozi­al ver­träg­lich ent­wi­ckeln muss, ist in der Brei­te der Gesell­schaft ange­kom­men – somit auch in der Wirt­schaft selbst. Unter­neh­men ste­hen zuneh­mend vor der Her­aus­for­de­rung, ihre Wir­kung im Sin­ne der Nach­hal­tig­keit zu ana­ly­sie­ren und eine Bestands­auf­nah­me durchzuführen.

Eine fun­dier­te Nach­hal­tig­keits­ana­ly­se bil­det die Grund­la­ge einer jeden Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie und soll­te im Wesent­li­chen drei ver­schie­de­ne Per­spek­ti­ven abbil­den:       

  • die Auf­nah­me des Sta­tus quos,      
  • die Iden­ti­fi­ka­ti­on eta­blier­ter Bran­chen­stan­dards sowie
  • die Ermitt­lung nach­hal­tig­keits­be­zo­ge­ner Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen sei­tens der Sta­ke­hol­der.
Sustaineration CSR SDG Nachhaltigkeitsanalyse Unternehmen

In die­sem Bei­trag zei­gen wir Ihnen, wie Sie eine sys­te­ma­ti­sche Nach­hal­tig­keits­ana­ly­se auf Basis die­ser drei Per­spek­ti­ven umsetzen.

1. Per­spek­ti­ve: Ermitt­lung des Sta­tus quos durch Bewer­tung der Sus­tainab­le Deve­lo­p­ment Goals

Um den Sta­tus quo der Nach­hal­tig­keits­leis­tung eines Unter­neh­mens abzu­bil­den, eig­net sich die Anwen­dung der Sus­tainab­le Deve­lo­p­ment Goals (SDGs). Die SDGs beschrei­ben 17 Zie­le, die eine glo­bal nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung aus­drü­cken. In der Ana­ly­se der betrieb­li­chen Nach­hal­tig­keit wird zunächst unter­sucht, wie ein Unter­neh­men auf die ein­zel­nen SDGs einwirkt.

Die Impact-Bewer­tung auf die SDGs wird aus drei Dimen­sio­nen vor­ge­nom­men, um ein mög­lichst dif­fe­ren­zier­tes Bild zu erhalten.

Bei der Bewer­tung spielt sowohl die posi­ti­ve als auch die nega­ti­ve Wir­kung durch das Unter­neh­men eine bedeu­ten­de Rol­le. Ein Anbie­ter von Out­door-Pro­duk­ten wirkt mit dem Geschäfts­mo­dell bei­spiels­wei­se posi­tiv auf das SDG 3 „Gesund­heit und Wohl­erge­hen“, da das Unter­neh­men mit ihrer Tätig­keit zu mehr Bewe­gung an der fri­schen Luft bei­trägt. Gleich­zei­tig för­dern die­se Pro­duk­te aber auch ein stär­ke­res Rei­se­ver­hal­ten bei den Kund*innen, wodurch rei­se­be­ding­te Treib­haus­gas­emis­sio­nen zuneh­men und damit eine nega­ti­ve Wir­kung auf das SDG 13 „Maß­nah­men zum Kli­ma­schutz“ einhergeht.

Sustaineration CSR SDG Nachhaltigkeitsanalyse Unternehmen Strategie SDG Radar

Das Ergeb­nis die­ser indi­vi­du­el­len Bewer­tung bil­det ein SDG-Radar. Die­ses stellt dar, wie groß der poten­zi­el­le Hebel eines Unter­neh­mens ist, einen posi­ti­ven Bei­trag zur Errei­chung der SDGs zu leisten. 

Wie stark ein Unter­neh­men auf das jewei­li­ge SDG ein­wirkt, wird durch Farb­bal­ken ver­deut­licht: Je aus­ge­präg­ter der Farb­bal­ken, des­to höher ist die Wir­kung und damit der poten­zi­el­le Hebel.

 

Bei der Bewer­tung des Impacts emp­fiehlt es sich, bereits zu erfas­sen, was ein Unter­neh­men zu dem jewei­li­gen SDG bei­trägt, also wel­che Leis­tung es bereits vor­wei­sen kann. Das hilft dabei fest­zu­stel­len, ob es zu kon­kre­ten SDGs noch Hand­lungs­be­darf gibt.

2. Per­spek­ti­ve: Ermitt­lung der Bran­chen­stan­dards durch eine Nachhaltigkeitsbenchmark

Eine Bench­mark-Ana­ly­se zeigt, wo der Markt steht, in dem sich ein Unter­neh­men bewegt und wel­che Nach­hal­tig­keits­stan­dards sich in der Bran­che bereits eta­bliert haben. Auch kann eine Bench­mark deut­lich machen, über wel­che The­men sich ein Unter­neh­men im Bereich der Nach­hal­tig­keit abhe­ben kann.

Wäh­rend des Erfas­sungs­pro­zes­ses ler­nen die Mitarbeiter*innen das Unter­neh­men im Kon­text zur Bran­che neu ken­nen. Die Ana­ly­se kann dabei wert­vol­le Impul­se zur Wei­ter­ent­wick­lung der eige­nen Nach­hal­tig­keits­ar­beit und zur zukünf­ti­gen Aus­rich­tung lie­fern. Die Nach­hal­tig­keits­bench­mark ist damit ein rele­van­ter Bestand­teil für die Ent­wick­lung oder Neu­aus­rich­tung von Nachhaltigkeitsstrategien.

Als Vor­ge­hens­wei­se zum Bench­mar­ken von Nach­hal­tig­keit eig­net sich fol­gen­des Grundgerüst.

In der Pra­xis kann ein Bench­mark auf­grund der Daten­men­ge schnell kom­plex und sehr umfang­reich wer­den. Zur bes­se­ren Über­sicht­lich­keit bie­ten sich gut struk­tu­rier­te Excel-Tabel­len an. An einem sehr ver­ein­fach­ten Bei­spiel könn­te eine Nach­hal­tig­keits­bench­mark so aussehen: 

3. Per­spek­ti­ve: Erwar­tun­gen der Sta­ke­hol­der klä­ren durch eine Wesentlichkeitsanalyse

Die Erwar­tun­gen und Anfor­de­run­gen der Sta­ke­hol­der spie­len im betrieb­li­chen Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment eine bedeu­ten­de Rol­le. Ein kon­struk­ti­ver Aus­tausch mit sei­nen Sta­ke­hol­dern kann dabei hel­fen, kom­ple­xe betrieb­li­che Nach­hal­tig­keits­fra­gen zu beant­wor­ten. Mit der Wesent­lich­keits­ana­ly­se steht ein stra­te­gi­sches Werk­zeug zur Ver­fü­gung, um die wesent­li­chen Nach­hal­tig­keits­the­men von Unter­neh­men mit­hil­fe sei­ner Sta­ke­hol­der zu ermit­teln und visualisieren.

Das Zen­trum der Wesent­lich­keits­ana­ly­se bil­det die soge­nann­te Wesent­lich­keits­ma­trix, wel­che Nach­hal­tig­keits­the­men abhän­gig von den unter­neh­me­ri­schen Aus­wir­kun­gen und der Rele­vanz für Sta­ke­hol­der darstellt. 

Zur Ein­bin­dung der Sta­ke­hol­der in die­sen Pro­zess gibt es unter­schied­li­che Möglichkeiten:

  • Befra­gun­gen bie­ten den Vor­teil, dass kei­ne Ein­zel­mei­nun­gen ein­ge­holt wer­den, son­dern vie­le Per­so­nen befragt wer­den. Die Mög­lich­keit der Nach­fra­ge ist jedoch nicht vorhanden.
  • Inter­views bie­ten den Vor­teil, dass Sie mit Sta­ke­hol­dern in Dis­kus­si­on tre­ten kön­nen. Interviewpartner*innen kön­nen Nach­fra­gen stel­len und Unter­neh­men haben die Mög­lich­keit sich zu erklä­ren. Jedoch wer­den Ein­zel­mei­nun­gen ein­ge­holt, die im Zwei­fel nicht die Erwar­tun­gen der Sta­ke­hol­der­grup­pe widerspiegeln.
  • Dia­log­ver­an­stal­tun­gen bie­ten den Vor­teil, dass Sie mit Ihren Sta­ke­hol­dern und auch Ihre Sta­ke­hol­der unter­ein­an­der in den Aus­tausch kom­men und mit­ein­an­der dis­ku­tie­ren. Es kann effek­tiv an der Wei­ter­ent­wick­lung der Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie gear­bei­tet werden.

Bei erst­ma­li­ger Durch­füh­rung emp­fiehlt sich eine Kom­bi­na­ti­on aus Inter­views und Befra­gung. Dia­log­ver­an­stal­tun­gen kön­nen dann eine Wei­ter­ent­wick­lung der Ein­bin­dung von Sta­ke­hol­dern dar­stel­len, um die­se bei kon­kre­ten Her­aus­for­de­run­gen einzubinden.

Die Nach­hal­tig­keits­ana­ly­se als Fun­da­ment der Nachhaltigkeitsstrategie

Das Zusam­men­spiel die­ser drei Betrach­tun­gen beleuch­tet ein Unter­neh­men aus unter­schied­li­chen Blick­win­keln und bil­det eine idea­le Grund­la­ge für die Ablei­tung einer Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie mit kon­kre­ten Zie­len, Maß­nah­men und KPIs zur Eva­lua­ti­on des Erfolges.

Bei Fra­gen oder Unter­stüt­zungs­be­darf zur Ana­ly­se der Nach­hal­tig­keits­si­tua­ti­on in Ihrem Unter­neh­men, neh­men Sie ger­ne Kon­takt mit uns auf.

Foto Titel­bild: Ralph Kerpa

Seit dem 1. Janu­ar 2022 müs­sen berichts­pflich­ti­ge Unter­neh­men in Deutsch­land erst­ma­lig in ihrer nicht­fi­nan­zi­el­len Erklä­rung zur EU-Taxo­no­mie für Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vi­tä­ten berich­ten. Wer genaue­res erfah­ren möch­te oder muss, liest sich die EU-Ver­ord­nung ein­mal durch. Aber zuge­ge­ben: Das knapp 600 Sei­ten lan­ge Doku­ment der EU-Taxo­no­mie durch­zu­ar­bei­ten, ist eine ech­te Fleiß­auf­ga­be. Und den­noch: Wer wis­sen will, was das eige­ne Unter­neh­men in den kom­men­den Jah­ren in Sachen Nach­hal­tig­keit zu erwar­ten hat (und wel­che Maß­nah­men bes­ser heu­te als mor­gen umge­setzt wer­den), kommt an der neu­en Ver­ord­nung nicht vor­bei. Wir haben wesent­li­che Punk­te ein­mal zusammengefasst. 

Was der Begriff „Taxo­no­mie“ im Rah­men der EU bedeutet

Kurz zur Defi­ni­ti­on: Das Wort Taxo­no­mie stammt aus dem alt­grie­chi­schen und steht für ein ein­heit­li­ches Ver­fah­ren, in dem Objek­te in bestimm­te Taxa, also Kate­go­rien oder Klas­sen, geord­net werden.

 

So eine ein­heit­li­che und nach­voll­zieh­ba­re Ein­ord­nung fin­det nun auch auf EU-Ebe­ne für den Bereich der Nach­hal­tig­keit statt. Denn im Rah­men des im Juni 2020 beschlos­se­nen Green Deals hat sich die EU ambi­tio­nier­te Nach­hal­tig­keits­zie­le gesteckt:

Bis 2030 soll eine Reduk­ti­on von 55% der Emis­sio­nen erreicht sein und 

bis zum Jahr 2050 soll die Kli­ma­neu­tra­li­tät in der EU erreicht werden. 

 

Da der gesam­te Umbau der Wirt­schaft von hohen staat­li­chen Inves­ti­ti­ons­sum­men abhängt, ist die EU auf Kapi­tal aus der Pri­vat­wirt­schaft ange­wie­sen. Hier kommt nun die EU-Taxo­no­mie ins Spiel: Mit der EU-Taxo­no­mie wur­de ein Rah­men­werk geschaf­fen, wel­ches Wirt­schafts­ak­ti­vi­tä­ten und deren Ein­fluss auf die Nach­hal­tig­keit klas­si­fi­ziert. In ande­ren Wor­ten: Die Taxo­no­mie lie­fert ein­heit­li­che Defi­ni­tio­nen dafür, was eigent­lich nach­hal­ti­ges Inves­tie­ren und Wirt­schaf­ten ist. Da sich die Finanzmarktakteur*innen alle an die glei­chen Defi­ni­tio­nen bin­den, soll so auch Green­wa­shing ver­hin­dert wer­den. In ande­ren Wor­ten: Wo „green“ drauf steht, muss also auch „green“ drin sein. 

 

Muss mein Unter­neh­men berichten?

Betrof­fen von der EU-Taxo­no­mie sind gene­rell kapi­tal­markt­ori­en­tier­te Unter­neh­men und Finanzmarktakteur*innen wie Ban­ken und Ver­si­che­run­gen. Mehr Details zu den Vor­aus­set­zun­gen der Bericht­erstat­tungs­plicht mit Fokus auf Unter­neh­men zeigt die fol­gen­de Grafik: 

Sustaineration_CSR_nachhaltigkeitsberatung_EU-Taxonomie_Wer ist betroffen

Grund­prin­zip und Klas­si­fi­zie­rung von Wirtschaftsaktivitäten

Bis­her wur­de das Regel­werk der Taxo­no­mie noch nicht für alle Berei­che der Nach­hal­tig­keit, d. h. in der Struk­tur „ESG“ (Envi­ron­men­tal – Social – Gover­nan­ce), ver­öf­fent­licht. Aktu­ell gibt es sechs EU-Zie­le für den Bereich „E“ (Envi­ron­men­tal bzw. Umwelt). In Zukunft soll die EU-Ver­ord­nung aber auch die Berei­che „SG“, also sozia­le The­men und gute Unter­neh­mens­füh­rung, abdecken.

Die Vor­aus­set­zung für eine taxo­no­mie­kon­for­me Wirt­schafts­ak­ti­vi­tät ist das Grund­prin­zip Do No Signi­fi­cant Harm(DNSH). Das bedeu­tet: Akti­vi­tä­ten in einem Bereich dür­fen kei­nen signi­fi­kan­ten Scha­den in einem ande­ren Bereich anrichten. 

Zukünf­tig kön­nen Unter­neh­men und ihre Wirt­schafts­ak­ti­vi­tä­ten nur als nach­hal­tig dekla­riert wer­den, wenn die­se auch die von der EU vor­ge­ge­be­nen Kri­te­ri­en ein­hal­ten. Die abge­bil­de­te Gra­fik lis­tet die von der EU defi­nier­ten Umwelt­zie­le auf und zeigt, wel­che Kri­te­ri­en den Wirt­schafts­ak­ti­vi­tä­ten unter­lie­gen, um als nach­hal­tig ein­ge­stuft wer­den zu können. 

Sustaineration CSR Nachhaltigkeitsberatung EU-Taxonomie Umweltziele Infografik

Legt ein Unter­neh­men die für sich rele­van­ten Akti­vi­tä­ten fest, dann wer­den im letz­ten Schritt drei „grü­ne KPIs“ ver­öf­fent­licht, die mit fol­gen­den Leit­fra­gen beant­wor­tet werden:

Sustaineration Nachhaltigkeitsberatung EU-Taxonomie Zusammenfassung CSR drei grüne KPIs Infografik

Mei­len­stei­ne der EU 2022

Die fol­gen­de Gra­fik zeigt die Mei­len­stei­ne sei­tens der EU, die im Jahr 2022 erreicht wer­den bzw. bereits erreicht wur­den sowie unse­re Umset­zungs­emp­feh­lun­gen für Unter­neh­men über die­sen Zeitraum.

Sustaineration Nachhaltigkeitsberatung CSR EU-Taxonomie Zusammenfassung Unternehmen Infografik Anleitung Tipps Vorgehensweise

Inte­gra­ti­on im Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex als Ansatz zur Umset­zung der Taxonomie

Um im Sin­ne der EU-Taxo­no­mie berich­ten zu kön­nen, wur­de der Deut­sche Nach­hal­tig­keits­ko­dex (DNK) um eine zusätz­li­che Berichts­op­ti­on erwei­tert. In der DNK-Daten­bank  kön­nen nun die Grü­nen KPIs (sie­he Gra­fik oben), Pro­zess­be­schrei­bun­gen (qua­li­ta­tiv) und je nach Unter­neh­men rele­van­te Anla­gen ein­ge­pflegt wer­den. In Zukunft kön­nen eben­so Leis­tungs­in­di­ka­to­ren und ande­re Indi­ka­to­ren über meh­re­re Berichts­jah­re abge­bil­det wer­den. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen bie­tet die Sei­te des DNKs.

Vor­tei­le der EU-Taxo­no­mie nutzen

Mit der EU-Taxo­no­mie kön­nen Unter­neh­men ihre Nach­hal­tig­keit gegen­über Sta­ke­hol­dern und Investor*innen trans­pa­rent kom­mu­ni­zie­ren. Eine früh­zei­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zung ermög­licht es, das ope­ra­ti­ve Geschäft recht­zei­tig vor­zu­be­rei­ten und für die Zukunft anzu­pas­sen. Sus­tai­nera­ti­on ist offi­zi­el­ler DNK-Schu­lungs­part­ner und unter­stützt Unter­neh­men bei der Bericht­erstat­tung, der Ent­wick­lung einer Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie sowie der Vor­be­rei­tung für Zer­ti­fi­zie­run­gen im Bereich Nachhaltigkeit. 

Quel­len: 

www.bmwi.de, www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de, www.ec.europa.eu/info/index_de, www.eur-lex.europa.eu, www.horvath-partners.com, www.datamaran.com

 

Wir begrü­ßen unse­re neue Nach­hal­tig­keits­be­ra­te­rin Pau­li­ne. Ab sofort unter­stützt sie uns mit ihrer Exper­ti­se in den Berei­chen nach­hal­ti­ge Lie­fer­ket­ten und Nachhaltigkeitsmanagement.

Hal­lo Pau­li­ne, wir freu­en uns sehr, dass du ab sofort als Bera­te­rin bei Sus­tai­nera­ti­on dabei bist! Wür­dest du dich unse­ren Leser*innen ein­mal vorstellen?

Vie­len Dank, ich freue mich rie­sig, Teil des Sus­tai­nera­ti­on-Teams zu sein und den nach­hal­ti­gen Wan­del in Unter­neh­men mit­zu­ge­stal­ten. Zuvor war ich in einer Unter­neh­mens­grup­pe der Tex­til­bran­che für das nach­hal­ti­ge Lie­fer­ket­ten­ma­nage­ment ver­ant­wort­lich und habe die Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie und die Eta­blie­rung einer nach­hal­ti­gen Beschaf­fung bei einem Land­kreis betreut.

Für mich ist es beson­ders wich­tig, Men­schen bei sol­chen Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen ein­zu­bin­den und mit­zu­neh­men. Des­halb habe ich auch eine Wei­ter­bil­dung zum Busi­ness Trai­ner und Coach gemacht.

Mir macht es Spaß, Neu­es ken­nen­zu­ler­nen und mich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln – ob durch Rei­sen, gute Gesprä­che oder neue Her­aus­for­de­run­gen. Als Aus­gleich brau­che ich aber auch viel Ruhe und Zeit für mich. Die­se fin­de ich bei Spa­zier­gän­gen in der Natur, bei Strei­chel­ein­hei­ten mit diver­sen Haus­tie­ren, die mir über den Weg lau­fen (ich lie­be Tie­re =), oder gemüt­li­chen Lese­aben­den auf dem Sofa.

Nach dei­nem Stu­di­um „Sus­taina­bi­li­ty Eco­no­mics und Manage­ment“ hast du als Nach­hal­tig­keits­ko­or­di­na­to­rin und im Bereich der nach­hal­ti­gen Beschaf­fung gear­bei­tet. Wie­so hast du dich beruf­lich für einen nach­hal­ti­gen Weg entschieden?

Als Dorf­kind und durch mei­ne Erzie­hung bin ich mit einer star­ken Ver­bun­den­heit zur Natur groß gewor­den. Mir war es daher schon immer wich­tig, dass mein Beruf mir einen „Sinn“ gibt und ich die Welt aktiv nach­hal­tig mit­ge­stal­ten kann. Es macht Spaß, Unter­neh­men und Men­schen bei ihrem Wan­del hin zu einer sozia­le­ren und öko­lo­gi­sche­ren Aus­rich­tung zu beglei­ten und zu sehen, was mög­lich ist.

Mit dei­ner Erfah­rung in den Berei­chen nach­hal­ti­ge Lie­fer­ket­ten sowie Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment bringst du wich­ti­ge Exper­ti­sen zu zwei rele­van­ten Berei­chen der Nach­hal­tig­keits­be­ra­tung mit: Was reizt dich beson­ders an die­sen The­men und der Bera­tung selbst? 

Die größ­ten öko­lo­gi­schen und sozia­len Aus­wir­kun­gen eines Unter­neh­mens fal­len meis­tens in der Lie­fer­ket­te an. Hier fin­den zum Teil ver­hee­ren­de Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und Umwelt­zer­stö­rung statt. Es gibt also ein rie­si­ges Poten­zi­al für Ver­bes­se­run­gen, wel­ches mir beson­ders am Her­zen liegt. Ein gutes Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment ist dabei grund­le­gend, um Ände­run­gen gezielt, effek­tiv und mess­bar umzusetzen.

Die Unter­neh­mens­be­ra­tung ist für mich dabei beson­ders span­nend, denn jedes Unter­neh­men ist anders und hat ganz unter­schied­li­che Vor­aus­set­zun­gen. Es macht Spaß sich in neue Struk­tu­ren und Pro­zes­se ein­zu­den­ken, neue Lösungs­we­ge zu suchen und mit ver­schie­de­nen Men­schen zu tun zu haben. So ler­ne ich immer wie­der dazu und ent­wi­cke­le mich per­sön­lich und fach­lich wei­ter. Und natür­lich ist es toll, mit die­sem fach­li­chen Wis­sen dann nicht nur ein, son­dern vie­le Unter­neh­men unter­stüt­zen zu können.

Und wel­chen Bene­fit siehst du für Unter­neh­men, die die­sen The­men eine stär­ke­re Auf­merk­sam­keit widmen?

Nach­hal­tig­keit ist heu­te kein Rand­the­ma mehr, der Wan­del ist im vol­len Gan­ge. Unter­neh­men müs­sen sich mit ihrer Nach­hal­tig­keitsper­for­mance aus­ein­an­der­set­zen, um mit­tel- und lang­fris­tig bestehen zu kön­nen. Und dies bie­tet auch gro­ße Vor­tei­le: Wo ste­he ich mit mei­nem Unter­neh­men in punc­to Nach­hal­tig­keit und was wird von mir erwar­tet? Wo und wel­che sozia­len und öko­lo­gi­schen Aus­wir­kun­gen ent­ste­hen durch die Geschäfts­tä­tig­keit mei­nes Unter­neh­mens? Wel­che Risi­ken erge­ben sich aus all dem für mein Unter­neh­men und wie kann ich gegen­steu­ern? All das sind Fra­gen, mit denen sich ein Unter­neh­men aus­ein­an­der­set­zen soll­te, um sich zukunfts­fä­hig und resi­li­ent auf­zu­stel­len. Und bei Sus­tai­nera­ti­on unter­stüt­zen wir sehr ger­ne dabei =)

Wel­che Rol­le spielt Nach­hal­tig­keit für dich neben der Arbeit? 

Nach­hal­tig­keit ist fest in mir ver­an­kert und ich ver­su­che, es in ver­schie­de­ne Lebens­be­rei­che ein­zu­brin­gen und zu erwei­tern. Dazu gehört zum Bei­spiel, mein Kon­sum­ver­hal­ten zu über­den­ken: Brau­che ich etwas wirk­lich? Und muss es neu sein? Ich bin ein rie­si­ger Fan von Trö­del­märk­ten und Ebay Klein­an­zei­gen und ver­su­che mög­lichst viel gebraucht zu kau­fen und zu ver­kau­fen. Zudem habe ich das Glück, fuß­läu­fig von einem Bio­su­per­markt, einem Unver­packt­la­den und einem Mini-Super­markt für „geret­te­te Lebens­mit­tel“ zu woh­nen. Das macht ein nach­hal­ti­ges Ein­kau­fen im All­tag natür­lich sehr einfach.

Trotz­dem gelingt es aber nicht immer und kon­se­quent – und das muss es auch nicht. Ein nach­hal­ti­ger Lebens­stil muss mei­ner Mei­nung nach auch in den eige­nen All­tag inte­grier­bar sein und Spaß machen. Aus­pro­bie­ren und auch mal wie­der zurück­ru­dern gehört dazu. Und dann kommt der Rest mit der Zeit von ganz allein.

Hand aufs Herz: In 10 Jah­ren ist Nach­hal­tig­keit in der Wirtschaft … 

…ein fest in Unter­neh­mens­pro­zes­se eta­blier­tes The­ma, in dem ein glo­ba­les Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein, aber auch regio­na­le Wert­schöp­fung und Gemein­wohl­ori­en­tie­rung eine stär­ke­re Rol­le ein­ge­nom­men haben.

Vie­len Dank, Pau­li­ne. Schön, dass du im Team bist! 

Bei­trags­bild: Pau­li­ne Blaszczyk

Logo mit Schrift CSR-Check transparent mit Text als Pfad

Wir freu­en uns sehr, unser neu­es Online-Tool zur Erfas­sung unter­neh­me­ri­scher Nach­hal­tig­keit vor­stel­len zu kön­nen. Mit dem CSR-Check kön­nen Unter­neh­men Ihre Aus­gangs­si­tua­ti­on in Sachen Nach­hal­tig­keit bzw. Cor­po­ra­te Social Respon­si­bi­li­ty sys­te­ma­tisch erfassen.

 

Algo­rith­mus für nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten bewer­tet die Nachhaltigkeitsleistung

Im Rah­men des Online-Checks wer­den 95 Fra­gen zu den Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vi­tä­ten des Unter­neh­mens beant­wor­tet und der betrieb­li­che Sta­tus-Quo direkt ange­zeigt. Dabei wer­den die Anga­ben mit­hil­fe eines Algo­rith­mus zur Bewer­tung nach­hal­ti­gen Wirt­schaf­tens aus­ge­le­sen und bewer­tet. Die­ser Algo­rith­mus dient zur Ana­ly­se unter­neh­me­ri­scher Nach­hal­tig­keit und wur­de unter Berück­sich­ti­gung bekann­ter Stan­dards und Nor­men ent­wi­ckelt, wie der Glo­bal Repor­ting Initia­ti­ve, der Inter­na­tio­nal Labor Orga­niz­a­ti­on, dem Glo­bal Com­pact, der inter­na­tio­na­len Umwelt­ma­nagement­norm ISO 14001 und dem Nach­hal­tig­keits­stan­dard Cer­ti­fied Sus­tainab­le Eco­no­mics.

Kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen hel­fen dabei die Nach­hal­tig­keit zu verbessern

Wer den CSR-Check durch­führt erfährt, wie sein Unter­neh­men in den Hand­lungs­fel­dern Umwelt, Sozia­les, Arbeits­platz und Markt auf­ge­stellt ist, iden­ti­fi­ziert rele­van­te Nach­hal­tig­keits­aspek­te inner­halb die­ser Hand­lungs­fel­der und deckt not­wen­di­gen Hand­lungs­be­darf auf. Kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen hel­fen dabei, die Umwelt- und Sozi­al­ver­träg­lich­keit des Unter­neh­mens schritt­wei­se zu verbessern.

Aus einem Kata­log von 114 Maß­nah­men, erhält der Nut­zer bis zu 69 Emp­feh­lun­gen, zur Ver­bes­se­rung des Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ments und der Nach­hal­tig­keit des Unternehmens. 

Das Ergeb­nis des Checks wird direkt online ange­zeigt, zudem besteht die Mög­lich­keit einen Bericht des Checks zu gene­rie­ren sowie eine Info­gra­fik zur Nach­hal­tig­keits­leis­tung per Mail zu erhal­ten. Die Info­gra­fik stellt die Gesamt­leis­tung der betrieb­li­chen Nach­hal­tig­keit dar und eig­net sich her­vor­ra­gend zur inter­nen und exter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on der betrieb­li­chen Nachhaltigkeitsleistung.

Enga­ge­ment für die Nord­see — Schon die Durch­füh­rung des Checks hat eine posi­ti­ve Wirkung

Je CSR-Check wer­den 25€ an den Ver­ein Küs­te gegen Plas­tik aus Sankt Peter-Ord­ing an der nord­frie­si­schen Nord­see­küs­te gespen­det. Charity_KüstegegenPlastikDer Ver­ein enga­giert sich poli­tisch für weni­ger Mee­res­müll und trägt auch mit Säu­be­rungs­ak­tio­nen aktiv dazu bei. Mit deren App Replace Plastic ver­schafft Küs­te gegen Plas­tik Ver­brau­chern zudem die Mög­lich­keit, Her­stel­lern mit­zu­tei­len, dass sie sich Pro­duk­te anders bzw. bes­ser ver­packt wünschen.

Als in Nord­fries­land ansäs­si­ges Bera­tungs­un­ter­neh­men haben wir das Glück, die Kraft und Ener­gie der Nord­see im All­tag zu erfah­ren und nut­zen dies natür­lich zur Erho­lung und zum Laden unse­rer Akkus. Sor­gen macht uns die Plas­tik­flut, wel­che zuneh­mend an unse­ren Küs­ten ange­spült wird. Küs­te gegen Plas­tik enga­giert sich für sau­be­re Mee­re, wes­halb wir uns für Küs­te gegen Plas­tik engagieren.

Wer erfah­ren will, wo sein Betrieb in Sachen Nach­hal­tig­keit bzw. Cor­po­ra­te Social Respon­si­bi­li­ty steht,
hier geh­t’s zum CSR-Check.

 

Das neue Buch von Niels Chris­ti­an­sen, “CSR muss kei­ne Bür­de sein!” erklärt, wie Unter­neh­men in 8 Etap­pen ein wir­kungs­vol­les CSR-Manage­ment kre­ieren können.

Wenn das sys­te­mi­sche Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment abschreckt und ich trotz­dem „CSR machen“ will

Nach­hal­tig­keit, Cor­po­ra­te Social Respon­si­bi­li­ty (CSR), unter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung oder gesell­schaft­li­ches Enga­ge­ment: Die Palet­te an Begriff­lich­kei­ten, mit denen Unter­neh­men auf ihre Ver­ant­wor­tung gegenüber Mensch und Natur hin­ge­wie­sen wer­den, fin­det kein Ende. Kein Wun­der, dass sich Unter­neh­men, die sich bis­lang wenig mit dem The­ma befasst haben, schnell erschla­gen oder gar überfordert fühlen.

Wo und wie fan­ge ich an? Die­se Fra­ge stel­len sich häufig klei­ne- und mittelständische Unter­neh­men, die sich erst­mals mit ihrer unter­neh­me­ri­schen Nach­hal­tig­keit befas­sen. Doch je mehr sie sich damit aus­ein­an­der­set­zen, des­to kon­fu­ser wird es oft­mals. Sie wer­den kon­fron­tiert mit der Pro­dukt­ver­ant­wor­tung, mit Umwelt- und Sozi­al­stan­dards inner­halb der Lie­fer­ket­ten, mit umwelt­freund­li­chen Pro­duk­ti­ons­pro­zes­sen, mit der Attraktivität als Arbeit­ge­ber, mit gesell­schaft­li­chem Enga­ge­ment und dann sol­len all die­se Din­ge auch noch in ein sys­te­mi­sches Manage­ment gegos­sen wer­den. Das hört sich nach einer ziem­lich gro­ßen Auf­ga­be an, für die viel Zeit und per­so­nel­le Res­sour­cen benötigt wer­den, die gera­de in klei­ne­ren Betrie­be häufig nicht vor­han­den sind.

Aber untätig blei­ben und die Hände in den Schoß zu legen ist auch kei­ne Alter­na­ti­ve, immer­hin soll der Betrieb ja auch zukunftsfähig gestal­tet wer­den und dass man da nicht um glo­ba­le Trends wie der Ener­gie- und Res­sour­cen­la­ge, dem Kli­ma­wan­del und der damit ein­her­ge­hen­den Ökologisierung, der Digi­ta­li­sie­rung und zuneh­men­den Indi­vi­dua­li­sie­rung sowie einer her­aus­for­dern­den Bevölkerungsentwicklung her­um­kommt, ist vie­len Unter­neh­men bereits klar. Immer­hin ist der Wan­del heu­te bereits spürbar, durch Kun­den die bewuss­ter auf die Umwelt- und Sozialverträglichkeit von Pro­duk­ten ach­ten oder auch durch Mit­ar­bei­ter die eine stärkere Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Job suchen, wodurch sich die Arbeits­welt schon jetzt maß­geb­lich verändert.

Es bleibt also die Fra­ge nach dem „Wie?“. Wie können Unter­neh­men die­se Flut an The­men, die für eine zukunftsfähige Ent­wick­lung ihrer Orga­ni­sa­ti­on not­wen­dig sind, anpa­cken oder gar managen?

An die­ser Fra­ge ori­en­tiert sich das Buch “CSR muss kei­ne Bür­de sein!” und zwar ganz prak­tisch. Es wird dar­ge­legt wie Unter­neh­men mit Ihrer CSR-Arbeit begin­nen können. Ziel die­ses Buches ist es, anschau­lich und kon­kret auf­zu­zei­gen, wie sich Betrie­be der The­ma­tik schritt­wei­se nähern kön­nen und in 8 Etap­pen zu einem effek­ti­ven Sys­tem kom­men, mit dem der CSR-Gedan­ke fest in einem Betrieb ver­an­kert wer­den kann. Kon­kre­te Vor­ge­hens­wei­sen und Metho­den zei­gen dabei wie die jewei­li­gen Etap­pen umge­setzt wer­den können.

Das Buch “CSR muss kei­ne Bür­de sein” ist auf dem Markt­platz fair­mondo zu fin­den.