In der Reihe zum Buch CSR muss keine Bürde sein! stel­len wir die 8 wesent­li­chen Etap­pen zur Ein­füh­rung eines Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ments vor.

Etappe 7: Das Kenn­zah­len­sys­tem als Epizentrum

Da durch Umset­zung der vor­he­ri­gen Etap­pen nun ein Akti­ons­plan vor­liegt, mit dem die gesteck­ten Ziele erreicht wer­den sol­len, geht es an die Umset­zung. Doch das alleine reicht noch nicht aus. Es sollte zudem eine Art von Con­trol­ling bzw. Kenn­zah­len­sys­tem geschaf­fen wer­den, mit dem die Maß­nah­men­um­set­zung und Zie­ler­fül­lung bewer­tet wird.

Das Con­trol­ling der Nach­hal­tig­keits­ar­beit kann dabei in unter­schied­li­cher Weise und in unter­schied­li­chem Auf­wand erfol­gen. Die im Fol­gen­den vor­ge­stellte Vor­ge­hens­weise und die Metho­den sol­len dabei einige Anre­gun­gen geben, wie der Erfolg der Nach­hal­tig­keits­ar­beit über­prüft wer­den kann. Wie Sie Ihr Con­trol­ling auf­bauen, obliegt Ihnen. Haupt­sa­che, es passt zu Ihrem Unter­neh­men und spie­gelt die Nach­hal­tig­keits­as­pekte Ihrer Unter­neh­mens­tä­tig­keit wider.

Wich­tig ist, dass ein Kenn­zah­len­sys­tem vor­liegt, in dem die Kenn­zah­len sowohl in abso­lu­ten als auch in rela­ti­ven Wer­ten aus­ge­drückt sind, damit eine Schluss­fol­ge­rung auf rela­tive Ent­wick­lun­gen mög­lich wird. Basis für das Kenn­zah­len­sys­tem sind die iden­ti­fi­zier­ten Nach­hal­tig­keits­as­pekte, die in der ers­ten Etappe erfasst wurden.

Da es für ein­zelne Hand­lungs­fel­der häu­fig sinn­voll ist, sepa­rate Ana­ly­sen durch­zu­füh­ren, kön­nen diese oft­mals auch schon einen detail­lier­te­ren Input geben, für ein ganz­heit­li­ches Kenn­zah­len­sys­tem. Im Umwelt­ma­nage­ment wird in die­sem Zusam­men­hang nicht sel­ten eine Stoff– und Ener­gie­bi­lanz erstellt, die auf Grund­lage der ein– und aus­ge­hen­den Res­sour­cen und Abfälle bzw. Emis­sio­nen eine Ent­wick­lung der Ener­gie– und Stoff­ströme dar­stellt. Dies ist ins­be­son­dere für pro­du­zie­ren­des Gewerbe sinnvoll.

Mit einer Stoff– und Ener­gie­bi­lanz die betrieb­li­chen Umwelt­as­pekte beurteilen

An die­ser Stelle, soll die Stoff– und Ener­gie­bi­lanz oder auch umgangs­sprach­lich Öko­bi­lanz genannt und die Erstel­lung einer Öko­bi­lanz ein­mal genauer vor­ge­stellt wer­den. In ihrer ein­fachs­ten Form, ist die Öko­bi­lanz nichts ande­res als eine Auf­stel­lung sämt­li­cher Stoffe und Ener­gien und kann sowohl für ein Pro­dukt als auch für ein gesam­tes Unter­neh­men erstellt wer­den. Dabei wer­den alle ein­ge­hen­den Stoffe und Ener­gien, den aus­ge­hen­den gegen­über­ge­stellt. Wich­tig ist, dass die Gren­zen des Sys­tems, für das eine Öko­bi­lanz erstellt wer­den soll, genau defi­niert sind. Nur dann sind die Öko­bi­lan­zen über den Zeit­ver­lauf vergleichbar.

Zur Erstel­lung der Öko­bi­lanz müs­sen alle Stoffe und Ener­gien in einer mess­ba­ren Ein­heit als Input in die Bilanz ein­ge­hen. Alle Stoffe und Ener­gien, die den Betrieb ver­las­sen, wer­den ent­spre­chend auf der Out­put­seite der Öko­bi­lanz dargestellt.

Nun folgt die eigent­li­che Arbeit: Die Daten­samm­lung, eine Sisyphusarbeit.

Um die Daten zu erhe­ben muss das Waren­wirt­schafts­sys­tem gesich­tet wer­den, damit alle ein­ge­gan­ge­nen Stoffe bzw. (Vor-) Pro­dukte erfasst wer­den. Abrech­nun­gen der Ener­gie– und Was­ser­an­bie­ter geben Auf­schluss dar­über, wel­che Men­gen als Input in den Betrieb geflos­sen sind. Auch kann die Boden­flä­che, die der Betrieb nutzt als Input auf­ge­führt werden.

Zur Erfas­sung der Out­put­seite gibt es häu­fig Abwas­ser– oder auch Abfall­be­richte, ins­be­son­dere in pro­du­zie­ren­den Unter­neh­men. Bei der Flä­che des genutz­ten Bodens, kann erfasst wer­den, wie groß die Flä­che ist, die zur För­de­rung der bio­lo­gi­schen Viel­falt aus­ge­rich­tet ist. Die Mate­ri­al­ab­gänge kön­nen als fer­tige und unfer­tige Erzeug­nisse erfasst werden.

Wich­tig ist, dass zu allen Inputs ent­spre­chende Out­puts vor­lie­gen und für Sie nach­voll­zieh­bar ist, was mit den Inputs inner­halb Ihres Betrie­bes pas­siert und ob sich dadurch Out­puts erge­ben die, mit Blick auf die Input­seite, nicht direkt erkenn­bar sind. Hierzu zählt z.B. der Lärm, aber auch Abwärme und Luft-Emissionen müs­sen berück­sich­tigt wer­den. Lär­mer­mitt­lun­gen kön­nen bei­spiels­weise über Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten erfol­gen. Zur Ermitt­lung der soge­nann­ten CO2-Äquivalente benö­ti­gen Sie die ein­ge­setz­ten Men­gen der jewei­li­gen Ener­gie­trä­ger, wie Öl, Erd­gas und Strom, aber auch Emis­sio­nen die durch Trans­porte und Geschäfts­rei­sen ent­ste­hen, soll­ten hier­bei ein­be­zo­gen werden.

Die Erfas­sung der ein– und aus­ge­hen­den Stoffe und Ener­gien sollte jähr­lich durch­ge­führt wer­den, damit eine Ent­wick­lung der umwelt­re­le­van­ten Kenn­zah­len deut­lich wird.

Um die gesamte CSR-Entwicklungen Ihres Unter­neh­mens auf einem Blick zu haben, sollte die Öko­bi­lanz als ganz­heit­li­ches Con­trol­ling auf­ge­baut wer­den, in dem Kenn­zah­len zu sämtlichen Hand­lungs­fel­dern ent­hal­ten sind.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen und bei­spiel­hafte Metho­den zum Auf­bau des Con­trol­lings sowie der ganz­heit­li­chen Imple­men­tie­rung von CSR sind in dem Buch CSR muss keine Bürde sein! zu finden.