Bereits durch die Non­fi­nan­cial Repor­ting Direc­ti­ve (NFRD) hat die Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung einen recht­lich bin­den­den Cha­rak­ter erhal­ten. Die Cor­po­ra­te Sus­taina­bi­li­ty Repor­ting Direc­ti­ve (CSRD) wird die NFRD erset­zen und eine Aus­wei­tung der Vor­ga­ben für die Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung nach sich zie­hen. Allein in Deutsch­land wer­den etwa 15.000 Unter­neh­men von der Berichts­pflicht betrof­fen sein.

Aktu­ell muss der von der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on ein­ge­reich­te Vor­schlag für eine Cor­po­ra­te Sus­taina­bi­li­ty Repor­ting Direc­ti­ve noch durch rele­van­te Gre­mi­en und dann bis zum 01. Dezem­ber 2022 in natio­na­les Recht umge­setzt wer­den. Schon jetzt lässt der Vor­schlag bereits einen Aus­blick zu, auf was sich Unter­neh­men ein­stel­len müs­sen und wie sich die Bericht­erstat­tung ver­än­dert. Wir haben die Vor­ga­ben der CSRD ein­mal zusammengefasst.

Betrof­fe­ne Unternehmen

Betrof­fen sind alle Unter­neh­men, die zwei der drei fol­gen­den Kri­te­ri­en erfüllen:

  • 250 oder mehr Mitarbeiter*innen im Jah­res­durch­schnitt, unab­hän­gig davon, ob ein Unter­neh­men kapi­tal­markt­ori­en­tiert ist oder nicht.
  • Eine Bilanz­sum­me von über 20 Mil­lio­nen Euro.
  • Einen Umsatz von über 40 Mil­lio­nen Euro.


Außer­dem müs­sen alle kapi­tal­markt­ori­en­tier­ten Unter­neh­men, mit Aus­nah­me von Kleinst­un­ter­neh­men ent­spre­chend der CSRD berich­ten. Töch­ter­un­ter­neh­men von Kon­zer­nen sind von der Berichts­pflicht befreit, müs­sen aber auf die Bericht­erstat­tung des Kon­zerns ver­wei­sen. Außer­dem strebt das EU-Par­la­ment eine Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung nicht­eu­ro­päi­scher Unter­neh­men ab 2028 an. Dies betrifft Unter­neh­men, die min­des­tens eine Toch­ter oder Zweig­nie­der­las­sung in der EU haben und einen Net­to­um­satz von über 150 Mil­lio­nen Euro.


Wer muss wann berich­ten?

Bezüg­lich der Ein­füh­rung und Durch­set­zung der CSRD bleibt die Schluss­be­stim­mung der Ple­nar­sit­zung im Lau­fe des Okto­bers 2022 abzu­war­ten. Aber es ist davon aus­zu­ge­hen, dass Unter­neh­men, die bereits nach der NFRD berich­ten müs­sen, der CSRD ab dem 01.01.2024 unter­lie­gen und somit erst­ma­lig im Jahr 2025 über das Geschäfts­jahr 2024 berich­ten müssen.

Alle ande­ren gro­ßen Unter­neh­men, die der­zeit nicht nach der NFRD berich­ten müs­sen, unter­lie­gen der CSRD ab dem 01.01.2025 und müs­sen ent­spre­chend erst­ma­lig im Jahr 2026 über das Geschäfts­jahr 2025 berichten.

Bör­sen­no­tier­te KMU (klei­ne oder mitt­le­re Unter­neh­men), klei­ne und nicht kom­ple­xe Kre­dit­in­sti­tu­te und fir­men­ei­ge­ne Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men unter­lie­gen der CSRD ab dem 01.01.2026 und müs­sen ent­spre­chend erst­ma­lig im Jahr 2027 über das Geschäfts­jahr 2026 berich­ten. Die­se haben außer­dem eine Opt-out-Mög­lich­keit von zwei Jah­ren, wodurch sie die Berichts­pflicht erst­ma­lig im Geschäfts­jahr 2028 anwen­den müssen.

Unter­neh­men, die der CSRD unter­lie­gen, sind ver­pflich­tet die Nach­hal­tig­keits­in­for­ma­tio­nen über den Lage­be­richt bereit­zu­stel­len. Die­ser muss spä­tes­tens vier Mona­te nach dem Ende eines Geschäfts­jah­res ver­öf­fent­licht wor­den sein, also bis Ende April.

Was muss berich­tet werden?

Die CSRD ver­langt eine Erklä­rung, wel­che sämt­li­che Infor­ma­tio­nen beinhal­tet, die erfor­der­lich sind, um ein Bild vom Geschäfts­ver­lauf und ‑ergeb­nis des Unter­neh­mens, sowie deren Lage und Aus­wir­kun­gen sei­ner Tätig­kei­ten zu erhal­ten. Dazu müs­sen die nach­fol­gen­den Infor­ma­tio­nen offen­ge­legt werden.

  • Geschäfts­mo­dell und Strategie
  • Nach­hal­tig­keits­zie­le
  • Unter­neh­mens­richt­li­ni­en
  • Rol­le der Verwaltungs‑, Geschäfts­füh­rungs- und Aufsichtsorgane
  • Due Dili­gence-Ver­fah­ren
  • Wesent­li­cher Impact auf Nachhaltigkeitsaspekte
  • Risi­ken hin­sicht­lich Nachhaltigkeitsbelange
  • Maß­nah­men und rele­van­te Indikatoren
  • Imma­te­ri­el­le Vermögenswerte
  • Ver­fah­ren zur Ermitt­lung der Berichtsinformationen
 

Ver­än­de­rung des Wesentlichkeitsgrundsatz

 

Eine rele­van­te Ver­än­de­rung gibt es bei der Ermitt­lung der wesent­li­chen Nach­hal­tig­keits­the­men, wel­che nach der CSRD nach dem Prin­zip der dop­pel­ten Wesent­lich­keit (dou­ble mate­ria­li­ty) ermit­telt wer­den. Danach ist die Wesent­lich­keit eines The­mas gege­ben, wenn ein The­ma hin­sicht­lich einer der bei­den Per­spek­ti­ven „Out­side-In“ und „Insi­de-Out“ wesent­li­che Aus­wir­kun­gen aufweist.

Nachhaltigkeitsberatung Schleswig-Holstein Sustaineration Nachhaltigkeitsbericht CSRD Doppelte Wesentlichkeit

EU-Taxo­no­mie

Neben der CSRD beein­flusst auch die EU-Taxo­no­mie die Bericht­erstat­tung stark. Einen detail­lier­ten Ein­blick in die Inhal­te und Anfor­de­run­gen der Taxo­no­mie lie­fert unser Blog­bei­trag „Wie die EU-Taxo­no­mie die Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung ver­än­dert“.

Emp­feh­lung 

Gera­de Unter­neh­men, die noch kei­ne Bericht­erstat­tung auf­ge­baut haben, soll­ten sich früh­zei­tig mit dem Auf­bau der Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung und der damit ver­bun­de­nen Stra­te­gie­ent­wick­lung beschäf­ti­gen. Sämt­li­che Anfor­de­run­gen mit dem Erst­be­richt voll­stän­dig zu erfül­len, ist mehr als sport­lich. Wir emp­feh­len daher idea­ler­wei­se zwei bis drei Jah­re vor­her mit dem Auf­bau der Bericht­erstat­tung zu begin­nen. Das gibt Raum, um die eige­nen Anfor­de­run­gen an die Bericht­erstat­tung peu á peu zu stei­gern und erfor­dert nicht die sofor­ti­ge Perfektion. 

Durch eine ein­heit­li­che­re und trans­pa­ren­te Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung deut­scher Kom­mu­nen will der Rat für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung (RNE) den Nach­hal­tig­keits­fort­schritt in Kom­mu­nen vor­an­brin­gen. Gera­de mit Blick auf die Sus­tainab­le Deve­lo­p­ment Goals (SDGs) wird deut­lich, dass alle 17 Nach­hal­tig­keits­zie­le im direk­ten oder indi­rek­ten Zusam­men­hang mit den Auf­ga­ben einer Kom­mu­ne ste­hen. Mit dem Berichts­rah­men Nach­hal­ti­ge Kom­mu­ne (BNK) hat der RNE einen Stan­dard ent­wi­ckelt, der auf dem Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex (DNK) basiert und eini­ge Beson­der­hei­ten mit sich bringt, die auch für die Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung von Kom­mu­nen wert­voll sein können.

So bie­tet der DNK eine Daten­bank, wel­che sämt­li­che nach dem DNK erstell­ten Berich­te beinhal­tet, die nach der glei­chen Struk­tur erstellt wor­den sind. Dadurch sind geziel­te Nach­hal­tig­keits­in­for­ma­tio­nen ver­schie­de­ner Orga­ni­sa­tio­nen schnell auf­find­bar. Ins­be­son­de­re zur Inspi­ra­ti­on kon­kre­ter Berichts­kri­te­ri­en ist die­se Funk­ti­on hilfreich.

Dar­über hin­aus ver­steht der DNK die Bericht­erstat­tung als Pro­zess und bie­tet mit dem com­ply-or-exp­lain-Prin­zip die Mög­lich­keit einer Begrün­dung, falls eine zu berich­ten­de Infor­ma­ti­on nicht offen­ge­legt wer­den kann. Eine Eigen­schaft, die ins­be­son­de­re bei der erst­ma­li­gen Bericht­erstat­tung rele­vant ist. Damit unter­stützt der Stan­dard einen ein­fa­chen Ein­stieg in die Bericht­erstat­tung und den Auf­bau einer Nachhaltigkeitsstrategie.

Des Wei­te­ren ist für jeden Nach­hal­tig­keits­be­richt eine Prü­fung auf for­ma­le Voll­stän­dig­keit fes­ter Bestand­teil, wodurch die Glaub­wür­dig­keit der Bericht­erstat­tung erhöht wird. Vor Ver­öf­fent­li­chung erhal­ten Anwender*innen qua­li­fi­zier­tes Feed­back zur Dar­le­gung der Berichtskriterien.

War­um eine kom­mu­na­le Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung sinn­voll ist

Eine trans­pa­ren­te Dar­stel­lung der Nach­hal­tig­keits­fort­schrit­te von Kom­mu­nen kann als Trei­ber für die kom­mu­na­le Nach­hal­tig­keits­ent­wick­lung gese­hen wer­den. Eine Bericht­erstat­tung, die trans­pa­rent aber vor allem ein­heit­lich ist, ist die idea­le Grund­la­ge, um von­ein­an­der zu ler­nen und Leucht­turm­pro­jek­te her­vor­zu­he­ben. Vie­le Kom­mu­nen haben bereits im Rah­men des Pro­jek­tes „Glo­bal Nach­hal­ti­ge Kom­mu­ne“ eine Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie ent­wi­ckelt. Mit einer stan­dar­di­sier­ten Bericht­erstat­tung kann die Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie struk­tu­riert eva­lu­iert und wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Und Kom­mu­nen, die bis­lang kei­ne Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie ver­fol­gen, hilft der BNK eine sol­che zu ent­wi­ckeln. Denn durch das com­ply-or-exp­lain-Prin­zip bie­tet der BNK einen idea­len Rah­men um die Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie fun­diert zu entwickeln.

Sustaineration Nachhaltigkeitsberatung BNK Kriterien Nachhaltigkeitsbericht Kommunen SDGs

Der BNK beinhal­tet 18 Kri­te­ri­en, zu denen die Kom­mu­nen Aus­kunft geben müs­sen. Die Kri­te­ri­en 1 – 9 bezie­hen sich auf die Steue­rung von Nach­hal­tig­keit und wur­den eng an kom­mu­na­le Struk­tu­ren aus­ge­rich­tet. Die Kri­te­ri­en 10 – 18 bezie­hen sich auf die Hand­lungs­fel­der von Kom­mu­nen, zu denen die kon­kre­te Nach­hal­tig­keits­leis­tung berich­tet wird. Auch kon­kre­te Leucht­turm­pro­jek­te sind über die Hand­lungs­fel­der zu berich­ten. Zu jedem der 18 Kri­te­ri­en müs­sen die Kom­mu­nen ganz kon­kre­te Aspek­te offen­le­gen, bei­spiels­wei­se zum Kri­te­ri­en 14 „Sozia­le Gerech­tig­keit und zukunfts­fä­hi­ge Gesell­schaft“ müs­sen Kom­mu­nen unter ande­rem zu dem Punkt „Stra­te­gien oder Kon­zep­te, Maß­nah­men und Ergeb­nis­se bezo­gen auf Unter­kunft und Inte­gra­ti­on von geflüch­te­ten und obdach­lo­sen Men­schen“ berichten.

Ein wei­te­rer Bestand­teil des Stan­dards sind die SDG-Indi­ka­to­ren für Kom­mu­nen. Sie stel­len damit das Äqui­va­lent der Leis­tungs­in­di­ka­to­ren für Unter­neh­men dar. Wäh­rend Unter­neh­men zwi­schen zwei unter­schied­li­chen Sets an Leis­tungs­in­di­ka­to­ren wäh­len kön­nen, müs­sen Kom­mu­nen Kenn­zah­len zu den 17 Sus­tainab­le Deve­lo­p­ment Goals berich­ten. So muss die Kom­mu­ne zum SDG 1 “Kei­ne Armut” bei­spiels­wei­se Zah­len zur Kin­der­ar­mut und Alters­ar­mut offenlegen.

Schluss­be­mer­kung

Der Berichts­rah­men Nach­hal­ti­ge Kom­mu­ne bie­tet einen struk­tu­rier­ten Rah­men, mit dem Kom­mu­nen den Fort­schritt nach­hal­ti­ger Ent­wick­lung vor Ort mess­bar und damit auch steu­er­bar zu machen. Der BNK ist ein noch jun­ger Stan­dard. Ers­te Pilot­kom­mu­nen gibt es bereits, die einen Bericht nach dem BNK erstellt und ver­öf­fent­licht haben. Die Erfah­run­gen der Pilot­kom­mu­nen wer­den in die Wei­ter­ent­wick­lung des Berichts­rah­mens einfließen.

Beson­ders char­mant ist die Anleh­nung an den Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex, zu dem wir außer­dem Schu­lungs­part­ner sind und Unter­neh­men bei der Umset­zung unterstützen.

Seit dem 1. Janu­ar 2022 müs­sen berichts­pflich­ti­ge Unter­neh­men in Deutsch­land erst­ma­lig in ihrer nicht­fi­nan­zi­el­len Erklä­rung zur EU-Taxo­no­mie für Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vi­tä­ten berich­ten. Wer genaue­res erfah­ren möch­te oder muss, liest sich die EU-Ver­ord­nung ein­mal durch. Aber zuge­ge­ben: Das knapp 600 Sei­ten lan­ge Doku­ment der EU-Taxo­no­mie durch­zu­ar­bei­ten, ist eine ech­te Fleiß­auf­ga­be. Und den­noch: Wer wis­sen will, was das eige­ne Unter­neh­men in den kom­men­den Jah­ren in Sachen Nach­hal­tig­keit zu erwar­ten hat (und wel­che Maß­nah­men bes­ser heu­te als mor­gen umge­setzt wer­den), kommt an der neu­en Ver­ord­nung nicht vor­bei. Wir haben wesent­li­che Punk­te ein­mal zusammengefasst. 

Was der Begriff „Taxo­no­mie“ im Rah­men der EU bedeutet

Kurz zur Defi­ni­ti­on: Das Wort Taxo­no­mie stammt aus dem alt­grie­chi­schen und steht für ein ein­heit­li­ches Ver­fah­ren, in dem Objek­te in bestimm­te Taxa, also Kate­go­rien oder Klas­sen, geord­net werden.

 

So eine ein­heit­li­che und nach­voll­zieh­ba­re Ein­ord­nung fin­det nun auch auf EU-Ebe­ne für den Bereich der Nach­hal­tig­keit statt. Denn im Rah­men des im Juni 2020 beschlos­se­nen Green Deals hat sich die EU ambi­tio­nier­te Nach­hal­tig­keits­zie­le gesteckt:

Bis 2030 soll eine Reduk­ti­on von 55% der Emis­sio­nen erreicht sein und 

bis zum Jahr 2050 soll die Kli­ma­neu­tra­li­tät in der EU erreicht werden. 

 

Da der gesam­te Umbau der Wirt­schaft von hohen staat­li­chen Inves­ti­ti­ons­sum­men abhängt, ist die EU auf Kapi­tal aus der Pri­vat­wirt­schaft ange­wie­sen. Hier kommt nun die EU-Taxo­no­mie ins Spiel: Mit der EU-Taxo­no­mie wur­de ein Rah­men­werk geschaf­fen, wel­ches Wirt­schafts­ak­ti­vi­tä­ten und deren Ein­fluss auf die Nach­hal­tig­keit klas­si­fi­ziert. In ande­ren Wor­ten: Die Taxo­no­mie lie­fert ein­heit­li­che Defi­ni­tio­nen dafür, was eigent­lich nach­hal­ti­ges Inves­tie­ren und Wirt­schaf­ten ist. Da sich die Finanzmarktakteur*innen alle an die glei­chen Defi­ni­tio­nen bin­den, soll so auch Green­wa­shing ver­hin­dert wer­den. In ande­ren Wor­ten: Wo „green“ drauf steht, muss also auch „green“ drin sein. 

 

Muss mein Unter­neh­men berichten?

Betrof­fen von der EU-Taxo­no­mie sind gene­rell kapi­tal­markt­ori­en­tier­te Unter­neh­men und Finanzmarktakteur*innen wie Ban­ken und Ver­si­che­run­gen. Mehr Details zu den Vor­aus­set­zun­gen der Bericht­erstat­tungs­plicht mit Fokus auf Unter­neh­men zeigt die fol­gen­de Grafik: 

Sustaineration_CSR_nachhaltigkeitsberatung_EU-Taxonomie_Wer ist betroffen

Grund­prin­zip und Klas­si­fi­zie­rung von Wirtschaftsaktivitäten

Bis­her wur­de das Regel­werk der Taxo­no­mie noch nicht für alle Berei­che der Nach­hal­tig­keit, d. h. in der Struk­tur „ESG“ (Envi­ron­men­tal – Social – Gover­nan­ce), ver­öf­fent­licht. Aktu­ell gibt es sechs EU-Zie­le für den Bereich „E“ (Envi­ron­men­tal bzw. Umwelt). In Zukunft soll die EU-Ver­ord­nung aber auch die Berei­che „SG“, also sozia­le The­men und gute Unter­neh­mens­füh­rung, abdecken.

Die Vor­aus­set­zung für eine taxo­no­mie­kon­for­me Wirt­schafts­ak­ti­vi­tät ist das Grund­prin­zip Do No Signi­fi­cant Harm(DNSH). Das bedeu­tet: Akti­vi­tä­ten in einem Bereich dür­fen kei­nen signi­fi­kan­ten Scha­den in einem ande­ren Bereich anrichten. 

Zukünf­tig kön­nen Unter­neh­men und ihre Wirt­schafts­ak­ti­vi­tä­ten nur als nach­hal­tig dekla­riert wer­den, wenn die­se auch die von der EU vor­ge­ge­be­nen Kri­te­ri­en ein­hal­ten. Die abge­bil­de­te Gra­fik lis­tet die von der EU defi­nier­ten Umwelt­zie­le auf und zeigt, wel­che Kri­te­ri­en den Wirt­schafts­ak­ti­vi­tä­ten unter­lie­gen, um als nach­hal­tig ein­ge­stuft wer­den zu können. 

Sustaineration CSR Nachhaltigkeitsberatung EU-Taxonomie Umweltziele Infografik

Legt ein Unter­neh­men die für sich rele­van­ten Akti­vi­tä­ten fest, dann wer­den im letz­ten Schritt drei „grü­ne KPIs“ ver­öf­fent­licht, die mit fol­gen­den Leit­fra­gen beant­wor­tet werden:

Sustaineration Nachhaltigkeitsberatung EU-Taxonomie Zusammenfassung CSR drei grüne KPIs Infografik

Mei­len­stei­ne der EU 2022

Die fol­gen­de Gra­fik zeigt die Mei­len­stei­ne sei­tens der EU, die im Jahr 2022 erreicht wer­den bzw. bereits erreicht wur­den sowie unse­re Umset­zungs­emp­feh­lun­gen für Unter­neh­men über die­sen Zeitraum.

Sustaineration Nachhaltigkeitsberatung CSR EU-Taxonomie Zusammenfassung Unternehmen Infografik Anleitung Tipps Vorgehensweise

Inte­gra­ti­on im Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex als Ansatz zur Umset­zung der Taxonomie

Um im Sin­ne der EU-Taxo­no­mie berich­ten zu kön­nen, wur­de der Deut­sche Nach­hal­tig­keits­ko­dex (DNK) um eine zusätz­li­che Berichts­op­ti­on erwei­tert. In der DNK-Daten­bank  kön­nen nun die Grü­nen KPIs (sie­he Gra­fik oben), Pro­zess­be­schrei­bun­gen (qua­li­ta­tiv) und je nach Unter­neh­men rele­van­te Anla­gen ein­ge­pflegt wer­den. In Zukunft kön­nen eben­so Leis­tungs­in­di­ka­to­ren und ande­re Indi­ka­to­ren über meh­re­re Berichts­jah­re abge­bil­det wer­den. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen bie­tet die Sei­te des DNKs.

Vor­tei­le der EU-Taxo­no­mie nutzen

Mit der EU-Taxo­no­mie kön­nen Unter­neh­men ihre Nach­hal­tig­keit gegen­über Sta­ke­hol­dern und Investor*innen trans­pa­rent kom­mu­ni­zie­ren. Eine früh­zei­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zung ermög­licht es, das ope­ra­ti­ve Geschäft recht­zei­tig vor­zu­be­rei­ten und für die Zukunft anzu­pas­sen. Sus­tai­nera­ti­on ist offi­zi­el­ler DNK-Schu­lungs­part­ner und unter­stützt Unter­neh­men bei der Bericht­erstat­tung, der Ent­wick­lung einer Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie sowie der Vor­be­rei­tung für Zer­ti­fi­zie­run­gen im Bereich Nachhaltigkeit. 

Quel­len: 

www.bmwi.de, www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de, www.ec.europa.eu/info/index_de, www.eur-lex.europa.eu, www.horvath-partners.com, www.datamaran.com