Mit Anje, die uns fortan als Werk­stu­den­tin im Bereich Nach­hal­tig­keits­be­ra­tung unter­stützt, ist das sustaineration-Team nun komplett.

Liebe Anje, es ist toll, dass du ab sofort an Bord von sus­tai­ne­ra­tion bist! Wür­dest du dich unse­ren Leser*Innen kurz vorstellen?

Vie­len Dank, ich freue mich, ab jetzt bei sus­tai­ne­ra­tion mit an Bord zu sein. Bei einer Nach­hal­tig­keits­be­ra­tung zu arbei­ten, die ihren Ursprung in mei­ner Hei­mat­stadt Husum hat, das ist natür­lich etwas ganz beson­de­res. In den vegan­ge­nen drei Jah­ren habe ich in Lon­don, Madrid und Ber­lin stu­diert und gear­bei­tet. Jetzt freue ich mich dar­auf, mich nun wei­ter im M. Sc. Stu­di­en­gang „Sus­taina­bi­lity, Society and the Environ­ment“ spe­zia­li­sie­ren zu können.

Neben dem Bache­lor­stu­dium habe ich bereits ver­schie­dene Erfah­run­gen im Nach­hal­tig­keits­be­reich sam­meln kön­nen: mit­un­ter in einer Kli­main­itia­tive und in einer inter­na­tio­na­len Unter­neh­mens­be­ra­tung. Zusätz­lich habe ich mich in einer stu­den­ti­schen Unter­neh­mens­be­ra­tung enga­giert und dort einen CSR-Bereich aufgebaut.

Obwohl ich die Leb­haf­tig­keit und Viel­falt gro­ßer Städte schätze, geht für mich nichts über die Weite der Küs­ten und einen Spa­zier­gang bei Wind und Wet­ter am Wasser.

Du stu­dierst „Inter­na­tio­nal Busi­ness“ und arbei­test schon län­ger im Bereich der Nach­hal­tig­keits­be­ra­tung. Was ist für dich der gemein­same Nen­ner die­ser bei­den Disziplinen?

Unter­neh­men sehe ich als große Ermög­li­cher und Ent­schei­dungs­trä­ger einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung für die Zukunft. Mein klas­si­sches betriebs­wirt­schaft­li­ches Stu­dium hat mir eine gute Grund­lage gege­ben, mich hat jedoch schon immer mehr inter­es­siert, wie sich Nach­hal­tig­keit in ver­schie­dene Geschäfts­mo­delle inte­grie­ren lässt. Es ist span­nend zu sehen, mit wel­cher Dyna­mik sich Unter­neh­men ent­wi­ckeln und wie das Thema in den Fokus stra­te­gi­scher Ent­schei­dun­gen rückt.

Was fin­dest du beson­ders inter­es­sant an der Nach­hal­tig­keits­branche?

Die intrin­si­sche Moti­va­tion der Men­schen, die in die­sem Bereich arbei­ten! Der Kli­ma­wan­del ist ein zurecht nega­tiv behaf­te­tes Thema. Aller­dings ist es umso moti­vie­ren­der, sich mit ande­ren Unter­neh­men, Kund*innen und Kolleg*innen aus­zu­tau­schen und zu sehen, wie viel Ener­gie für eine gemein­same Vision, näm­lich die einer bes­se­ren Zukunft, auf­ge­bracht wer­den kann.

Wel­che Rolle spielt Nach­hal­tig­keit für dich privat?

Nach­hal­tig­keit ist einer mei­ner per­sön­li­chen Werte und er lässt sich in fast jeden Lebens­be­reich inte­grie­ren. Seit fünf Jah­ren ernähre ich mich vege­ta­risch und es ist mir wich­tig, so wenig wie mög­lich neu zu kon­su­mie­ren bzw. zu kau­fen, um nach dem Ansatz „Recy­cle, Reuse, Reduce“ zu leben. Ich pro­biere mich gerne mit nach­hal­ti­gen Alter­na­ti­ven aus und häu­fig gehe ich auch wie­der ein paar Schritte zurück. Ich denke, für jeden von uns ist die­ser Pro­zess ist ganz normal.

Was wünscht du dir für die Zukunft bei und mit sus­tai­ne­ra­tion?

Vor allem freue ich mich mit klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men zu arbei­ten und mehr regio­nale Berüh­rungs­punkte zu haben. An der Bera­tung gefällt es mir jedes Mal mit einer neuen Bran­che, einem neuen Geschäfts­mo­dell und den ver­schie­de­nen sozialen-, öko­no­mi­schen– und öko­lo­gi­schen The­men zu arbei­ten. Ich bin über­zeugt von sus­tai­ne­ra­ti­ons Vision und ich freue mich auf die Arbeit im Team.

Vie­len Dank für den Ein­blick, Anje!

 

Bei­trags­bild: Ralph Kerpa

Seit dem Jahr 2017 sind kapi­tal­markt­ori­en­tierte Unter­neh­men dazu ver­pflich­tet, ihre Nach­hal­tig­keit in Form eines jähr­li­chen Berich­tes zu ver­öf­fent­li­chen. Aus­schlag­ge­bend hier­für ist das so genannte „CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz“ (CSR-RUG) des Deut­schen Bun­des­ta­ges, bezie­hungs­weise eine 2014 ver­ab­schie­dete CSR-Richtlinie des Euro­päi­schen Parlaments.

Unter dem Begriff CSR, also Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity, ver­steht man die gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung von Unter­neh­men, nachhaltig(er) zu wirt­schaf­ten. Hierzu zäh­len bei­spiels­weise die Ver­bes­se­rung des öko­lo­gi­schen Fuß­ab­dru­ckes, der Fokus auf gesell­schaft­li­che Belange, die Berück­sich­ti­gung der Mitarbeiter*innenbedürfnisse sowie die Wahr­neh­mung einer Sorg­falts­pflicht in der Lie­fer­kette. Mit der Berichts­pflicht legen Unter­neh­men nun also regel­mä­ßig offen, inwie­fern sie ihre Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie (erfolg­reich) umge­setzt und ggf. posi­tiv wei­ter­ent­wi­ckelt haben.

Wer muss berichten?

Betrof­fen vom CSR-RUG sind kapi­tal­markt­ori­en­tierte Unter­neh­men sowie Kre­dit­in­sti­tute und Versicherungsunternehmen,

  • die im Schnitt eines Geschäfts­jah­res mehr als 500 Mitarbeiter*innen haben,
  • deren Umsatz­er­löse sich auf mehr als 40 Mil­lio­nen Euro belau­fen oder des­sen Bilanz­summe bei mehr als 20 Mil­lio­nen Euro liegt.

Quelle: IHK Frank­furt am Main

Kom­men Unter­neh­men ihrer Berichts­pflicht nicht nach, dann dro­hen Buß­gel­der, die sich je nach Umsatz­größe und Gewinn­höhe des Unter­neh­mens auf bis zu 10 Mil­lio­nen Euro belau­fen können.

Wer kann berichten?

Abge­se­hen von den gesetz­lich ver­pflich­te­ten Unter­neh­men kön­nen auch klei­nere und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men frei­wil­lig einen Nach­hal­tig­keits­be­richt ver­öf­fent­li­chen, um somit gezielt eine trans­pa­rente Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­tion mit Kund*innen, Mitarbeiter*innen und wei­te­ren Sta­ke­hol­dern zu fördern.

Deut­scher Nach­hal­tig­keits­ko­dex als Berichtshilfe Die 20 DNK-Kriterien

Mit dem Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex (DNK) ent­wi­ckelte der Rat für Nach­hal­tige Ent­wick­lung 2011 eine stan­dar­di­sierte und kos­ten­lose Ori­en­tie­rungs­hilfe für die Erstel­lung von Nach­hal­tig­keits­be­rich­ten. Unter­neh­men kön­nen anhand 20 fest­ge­leg­ter DNK-Kriterien und ver­schie­de­ner Leis­tungs­in­di­ka­to­ren eine bereits vor­struk­tu­rierte Erklä­rung abgeben.

Das Büro Deut­scher Nach­hal­tig­keits­ko­dex bie­tet in die­sem Zusam­men­hang auch die Prü­fung der erstell­ten Erklä­rung sowie ein qua­li­fi­zier­tes Feed­back für Unter­neh­men an. Bei der Bericht­er­stat­tung kön­nen Betriebe zudem durch Schu­lungs­part­ner– und Mentor*innen des DNK unter­stützt werden.

Wel­che drei Fak­to­ren zeich­nen einen guten Nach­hal­tig­keits­be­richt aus?

Ein star­ker Nach­hal­tig­keits­be­richt berück­sich­tigt viele diverse Fak­to­ren, die den Bericht im Gesam­ten gut und aus­sa­ge­kräf­tig machen. Je nach Unter­neh­men und Bran­che kön­nen unter­schied­li­che The­men mehr oder eben weni­ger rele­vant sein. Diese drei Fak­to­ren haben gute Nach­hal­tig­keits­be­richte jedoch immer gemein:

1. Stra­te­gie

Der Nach­hal­tig­keits­be­richt sollte eine voll­stän­dige und nach­voll­zieh­bare Stra­te­gie beinhal­ten, wel­che zeigt, wo die wesent­li­chen Hebel des Unter­neh­mens lie­gen. Diese dar­ge­legte Stra­te­gie sollte dabei unter Ein­be­zug der Mitarbeiter*Innen ent­wi­ckelt wor­den sein.

2. Ziele 

Die im Bericht genann­ten Ziele soll­ten kon­kret und mess­bar sein. Nur so kann in den Fol­ge­jah­ren die erfolg­rei­che Umset­zung der Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie bewer­tet wer­den. Die Ziele soll­ten daher so klar wie mög­lich gesetzt wer­den und dar­le­gen, wel­che Nach­hal­tig­keits­the­men damit adres­siert wer­den, bei­spiels­weise, in dem die Wir­kung auf die Sus­tainable Deve­lop­ment Goals (SDGs) dar­ge­stellt wird. Außer­dem sollte auch der Sta­tus der Ziel­er­rei­chung kom­mu­ni­ziert wer­den, genauso das Nicht-Erreichen von Zie­len mit ent­spre­chen­der Begründung.

3. Maß­nah­men

Um die Ziele im Rah­men der Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie zu errei­chen, sollte auch der Weg dort­hin, also die Maß­nah­men zur Umset­zung, fest­ge­hal­ten wer­den. Die ein­zel­nen Maß­nah­men bezie­hen sich auf das jewei­lige Ziel bzw. die jewei­li­gen Ziele.  Neben den geplan­ten Maß­nah­men zur Ziel­er­rei­chung, sollte auch beschrie­ben sein, wel­che das Unter­neh­men bereits umge­setzt hat.

 

sustaineration Nachhaltigkeitsbericht 2019/2020Inte­gra­tion der Sus­tainable Deve­lop­ment Goals

Kaum eine andere poli­ti­sche Agenda genießt eine welt­weite Popu­la­ri­tät, wie die seit 2016 gel­ten­den Sus­tainable Deve­lop­ment Goals (SDGs) der Ver­ein­ten Natio­nen (UN). Ob in den sozia­len Netz­wer­ken, Fach­krei­sen für Nach­hal­tig­keit oder in den Nach­hal­tig­keits­be­rich­ten deut­scher Unter­neh­men: Die 17 Ziele für nach­hal­tige Ent­wick­lung sind in aller Munde und bil­den das Rah­men­werk vie­ler unter­neh­me­ri­scher Nachhaltigkeitsstrategien.

Viele Bericht­er­stat­tungs­stan­dards bie­ten gute Mecha­nis­men, um die SDGs in die Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung zu inte­grie­ren. Da Sta­ke­hol­der zuneh­mend an dem unter­neh­me­ri­schen Bei­trag zum Errei­chen der SDGs inter­es­siert sind, kann ein Nach­hal­tig­keits­be­richt auf diese Weise deut­lich auf­ge­wer­tet werden.

Für unse­ren eige­nen Nach­hal­tig­keits­be­richt haben wir die SDGs in die DNK-Struktur inte­griert und zei­gen damit, wie sus­tai­ne­ra­tion auf die jewei­li­gen Ziele für nach­hal­tige Ent­wick­lung ein­wirkt und wel­chen Bei­trag wir zum Errei­chen der 17 Ziele leisten.

Als Schu­lungs­part­ner des Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex unter­stützt sus­tai­ne­ra­tion Unter­neh­men bei der Umset­zung ihres Nachhaltigkeitsberichtes.

 

Bei­trags­bild: Ralph Kerpa