Die Not­wen­dig­keit dass sich die Wirt­schaft öko­lo­gisch und sozi­al ver­träg­lich ent­wi­ckeln muss, ist in der Brei­te der Gesell­schaft ange­kom­men – somit auch in der Wirt­schaft selbst. Unter­neh­men ste­hen zuneh­mend vor der Her­aus­for­de­rung, ihre Wir­kung im Sin­ne der Nach­hal­tig­keit zu ana­ly­sie­ren und eine Bestands­auf­nah­me durchzuführen.

Eine fun­dier­te Nach­hal­tig­keits­ana­ly­se bil­det die Grund­la­ge einer jeden Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie und soll­te im Wesent­li­chen drei ver­schie­de­ne Per­spek­ti­ven abbil­den:       

  • die Auf­nah­me des Sta­tus quos,      
  • die Iden­ti­fi­ka­ti­on eta­blier­ter Bran­chen­stan­dards sowie
  • die Ermitt­lung nach­hal­tig­keits­be­zo­ge­ner Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen sei­tens der Sta­ke­hol­der.
Sustaineration CSR SDG Nachhaltigkeitsanalyse Unternehmen

In die­sem Bei­trag zei­gen wir Ihnen, wie Sie eine sys­te­ma­ti­sche Nach­hal­tig­keits­ana­ly­se auf Basis die­ser drei Per­spek­ti­ven umsetzen.

1. Per­spek­ti­ve: Ermitt­lung des Sta­tus quos durch Bewer­tung der Sus­tainab­le Deve­lo­p­ment Goals

Um den Sta­tus quo der Nach­hal­tig­keits­leis­tung eines Unter­neh­mens abzu­bil­den, eig­net sich die Anwen­dung der Sus­tainab­le Deve­lo­p­ment Goals (SDGs). Die SDGs beschrei­ben 17 Zie­le, die eine glo­bal nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung aus­drü­cken. In der Ana­ly­se der betrieb­li­chen Nach­hal­tig­keit wird zunächst unter­sucht, wie ein Unter­neh­men auf die ein­zel­nen SDGs einwirkt.

Die Impact-Bewer­tung auf die SDGs wird aus drei Dimen­sio­nen vor­ge­nom­men, um ein mög­lichst dif­fe­ren­zier­tes Bild zu erhalten.

Bei der Bewer­tung spielt sowohl die posi­ti­ve als auch die nega­ti­ve Wir­kung durch das Unter­neh­men eine bedeu­ten­de Rol­le. Ein Anbie­ter von Out­door-Pro­duk­ten wirkt mit dem Geschäfts­mo­dell bei­spiels­wei­se posi­tiv auf das SDG 3 „Gesund­heit und Wohl­erge­hen“, da das Unter­neh­men mit ihrer Tätig­keit zu mehr Bewe­gung an der fri­schen Luft bei­trägt. Gleich­zei­tig för­dern die­se Pro­duk­te aber auch ein stär­ke­res Rei­se­ver­hal­ten bei den Kund*innen, wodurch rei­se­be­ding­te Treib­haus­gas­emis­sio­nen zuneh­men und damit eine nega­ti­ve Wir­kung auf das SDG 13 „Maß­nah­men zum Kli­ma­schutz“ einhergeht.

Sustaineration CSR SDG Nachhaltigkeitsanalyse Unternehmen Strategie SDG Radar

Das Ergeb­nis die­ser indi­vi­du­el­len Bewer­tung bil­det ein SDG-Radar. Die­ses stellt dar, wie groß der poten­zi­el­le Hebel eines Unter­neh­mens ist, einen posi­ti­ven Bei­trag zur Errei­chung der SDGs zu leisten. 

Wie stark ein Unter­neh­men auf das jewei­li­ge SDG ein­wirkt, wird durch Farb­bal­ken ver­deut­licht: Je aus­ge­präg­ter der Farb­bal­ken, des­to höher ist die Wir­kung und damit der poten­zi­el­le Hebel.

 

Bei der Bewer­tung des Impacts emp­fiehlt es sich, bereits zu erfas­sen, was ein Unter­neh­men zu dem jewei­li­gen SDG bei­trägt, also wel­che Leis­tung es bereits vor­wei­sen kann. Das hilft dabei fest­zu­stel­len, ob es zu kon­kre­ten SDGs noch Hand­lungs­be­darf gibt.

2. Per­spek­ti­ve: Ermitt­lung der Bran­chen­stan­dards durch eine Nachhaltigkeitsbenchmark

Eine Bench­mark-Ana­ly­se zeigt, wo der Markt steht, in dem sich ein Unter­neh­men bewegt und wel­che Nach­hal­tig­keits­stan­dards sich in der Bran­che bereits eta­bliert haben. Auch kann eine Bench­mark deut­lich machen, über wel­che The­men sich ein Unter­neh­men im Bereich der Nach­hal­tig­keit abhe­ben kann.

Wäh­rend des Erfas­sungs­pro­zes­ses ler­nen die Mitarbeiter*innen das Unter­neh­men im Kon­text zur Bran­che neu ken­nen. Die Ana­ly­se kann dabei wert­vol­le Impul­se zur Wei­ter­ent­wick­lung der eige­nen Nach­hal­tig­keits­ar­beit und zur zukünf­ti­gen Aus­rich­tung lie­fern. Die Nach­hal­tig­keits­bench­mark ist damit ein rele­van­ter Bestand­teil für die Ent­wick­lung oder Neu­aus­rich­tung von Nachhaltigkeitsstrategien.

Als Vor­ge­hens­wei­se zum Bench­mar­ken von Nach­hal­tig­keit eig­net sich fol­gen­des Grundgerüst.

In der Pra­xis kann ein Bench­mark auf­grund der Daten­men­ge schnell kom­plex und sehr umfang­reich wer­den. Zur bes­se­ren Über­sicht­lich­keit bie­ten sich gut struk­tu­rier­te Excel-Tabel­len an. An einem sehr ver­ein­fach­ten Bei­spiel könn­te eine Nach­hal­tig­keits­bench­mark so aussehen: 

3. Per­spek­ti­ve: Erwar­tun­gen der Sta­ke­hol­der klä­ren durch eine Wesentlichkeitsanalyse

Die Erwar­tun­gen und Anfor­de­run­gen der Sta­ke­hol­der spie­len im betrieb­li­chen Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment eine bedeu­ten­de Rol­le. Ein kon­struk­ti­ver Aus­tausch mit sei­nen Sta­ke­hol­dern kann dabei hel­fen, kom­ple­xe betrieb­li­che Nach­hal­tig­keits­fra­gen zu beant­wor­ten. Mit der Wesent­lich­keits­ana­ly­se steht ein stra­te­gi­sches Werk­zeug zur Ver­fü­gung, um die wesent­li­chen Nach­hal­tig­keits­the­men von Unter­neh­men mit­hil­fe sei­ner Sta­ke­hol­der zu ermit­teln und visualisieren.

Das Zen­trum der Wesent­lich­keits­ana­ly­se bil­det die soge­nann­te Wesent­lich­keits­ma­trix, wel­che Nach­hal­tig­keits­the­men abhän­gig von den unter­neh­me­ri­schen Aus­wir­kun­gen und der Rele­vanz für Sta­ke­hol­der darstellt. 

Zur Ein­bin­dung der Sta­ke­hol­der in die­sen Pro­zess gibt es unter­schied­li­che Möglichkeiten:

  • Befra­gun­gen bie­ten den Vor­teil, dass kei­ne Ein­zel­mei­nun­gen ein­ge­holt wer­den, son­dern vie­le Per­so­nen befragt wer­den. Die Mög­lich­keit der Nach­fra­ge ist jedoch nicht vorhanden.
  • Inter­views bie­ten den Vor­teil, dass Sie mit Sta­ke­hol­dern in Dis­kus­si­on tre­ten kön­nen. Interviewpartner*innen kön­nen Nach­fra­gen stel­len und Unter­neh­men haben die Mög­lich­keit sich zu erklä­ren. Jedoch wer­den Ein­zel­mei­nun­gen ein­ge­holt, die im Zwei­fel nicht die Erwar­tun­gen der Sta­ke­hol­der­grup­pe widerspiegeln.
  • Dia­log­ver­an­stal­tun­gen bie­ten den Vor­teil, dass Sie mit Ihren Sta­ke­hol­dern und auch Ihre Sta­ke­hol­der unter­ein­an­der in den Aus­tausch kom­men und mit­ein­an­der dis­ku­tie­ren. Es kann effek­tiv an der Wei­ter­ent­wick­lung der Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie gear­bei­tet werden.

Bei erst­ma­li­ger Durch­füh­rung emp­fiehlt sich eine Kom­bi­na­ti­on aus Inter­views und Befra­gung. Dia­log­ver­an­stal­tun­gen kön­nen dann eine Wei­ter­ent­wick­lung der Ein­bin­dung von Sta­ke­hol­dern dar­stel­len, um die­se bei kon­kre­ten Her­aus­for­de­run­gen einzubinden.

Die Nach­hal­tig­keits­ana­ly­se als Fun­da­ment der Nachhaltigkeitsstrategie

Das Zusam­men­spiel die­ser drei Betrach­tun­gen beleuch­tet ein Unter­neh­men aus unter­schied­li­chen Blick­win­keln und bil­det eine idea­le Grund­la­ge für die Ablei­tung einer Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie mit kon­kre­ten Zie­len, Maß­nah­men und KPIs zur Eva­lua­ti­on des Erfolges.

Bei Fra­gen oder Unter­stüt­zungs­be­darf zur Ana­ly­se der Nach­hal­tig­keits­si­tua­ti­on in Ihrem Unter­neh­men, neh­men Sie ger­ne Kon­takt mit uns auf.

Foto Titel­bild: Ralph Kerpa

Seit dem 1. Janu­ar 2022 müs­sen berichts­pflich­ti­ge Unter­neh­men in Deutsch­land erst­ma­lig in ihrer nicht­fi­nan­zi­el­len Erklä­rung zur EU-Taxo­no­mie für Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vi­tä­ten berich­ten. Wer genaue­res erfah­ren möch­te oder muss, liest sich die EU-Ver­ord­nung ein­mal durch. Aber zuge­ge­ben: Das knapp 600 Sei­ten lan­ge Doku­ment der EU-Taxo­no­mie durch­zu­ar­bei­ten, ist eine ech­te Fleiß­auf­ga­be. Und den­noch: Wer wis­sen will, was das eige­ne Unter­neh­men in den kom­men­den Jah­ren in Sachen Nach­hal­tig­keit zu erwar­ten hat (und wel­che Maß­nah­men bes­ser heu­te als mor­gen umge­setzt wer­den), kommt an der neu­en Ver­ord­nung nicht vor­bei. Wir haben wesent­li­che Punk­te ein­mal zusammengefasst. 

Was der Begriff „Taxo­no­mie“ im Rah­men der EU bedeutet

Kurz zur Defi­ni­ti­on: Das Wort Taxo­no­mie stammt aus dem alt­grie­chi­schen und steht für ein ein­heit­li­ches Ver­fah­ren, in dem Objek­te in bestimm­te Taxa, also Kate­go­rien oder Klas­sen, geord­net werden.

 

So eine ein­heit­li­che und nach­voll­zieh­ba­re Ein­ord­nung fin­det nun auch auf EU-Ebe­ne für den Bereich der Nach­hal­tig­keit statt. Denn im Rah­men des im Juni 2020 beschlos­se­nen Green Deals hat sich die EU ambi­tio­nier­te Nach­hal­tig­keits­zie­le gesteckt:

Bis 2030 soll eine Reduk­ti­on von 55% der Emis­sio­nen erreicht sein und 

bis zum Jahr 2050 soll die Kli­ma­neu­tra­li­tät in der EU erreicht werden. 

 

Da der gesam­te Umbau der Wirt­schaft von hohen staat­li­chen Inves­ti­ti­ons­sum­men abhängt, ist die EU auf Kapi­tal aus der Pri­vat­wirt­schaft ange­wie­sen. Hier kommt nun die EU-Taxo­no­mie ins Spiel: Mit der EU-Taxo­no­mie wur­de ein Rah­men­werk geschaf­fen, wel­ches Wirt­schafts­ak­ti­vi­tä­ten und deren Ein­fluss auf die Nach­hal­tig­keit klas­si­fi­ziert. In ande­ren Wor­ten: Die Taxo­no­mie lie­fert ein­heit­li­che Defi­ni­tio­nen dafür, was eigent­lich nach­hal­ti­ges Inves­tie­ren und Wirt­schaf­ten ist. Da sich die Finanzmarktakteur*innen alle an die glei­chen Defi­ni­tio­nen bin­den, soll so auch Green­wa­shing ver­hin­dert wer­den. In ande­ren Wor­ten: Wo „green“ drauf steht, muss also auch „green“ drin sein. 

 

Muss mein Unter­neh­men berichten?

Betrof­fen von der EU-Taxo­no­mie sind gene­rell kapi­tal­markt­ori­en­tier­te Unter­neh­men und Finanzmarktakteur*innen wie Ban­ken und Ver­si­che­run­gen. Mehr Details zu den Vor­aus­set­zun­gen der Bericht­erstat­tungs­plicht mit Fokus auf Unter­neh­men zeigt die fol­gen­de Grafik: 

Sustaineration_CSR_nachhaltigkeitsberatung_EU-Taxonomie_Wer ist betroffen

Grund­prin­zip und Klas­si­fi­zie­rung von Wirtschaftsaktivitäten

Bis­her wur­de das Regel­werk der Taxo­no­mie noch nicht für alle Berei­che der Nach­hal­tig­keit, d. h. in der Struk­tur „ESG“ (Envi­ron­men­tal – Social – Gover­nan­ce), ver­öf­fent­licht. Aktu­ell gibt es sechs EU-Zie­le für den Bereich „E“ (Envi­ron­men­tal bzw. Umwelt). In Zukunft soll die EU-Ver­ord­nung aber auch die Berei­che „SG“, also sozia­le The­men und gute Unter­neh­mens­füh­rung, abdecken.

Die Vor­aus­set­zung für eine taxo­no­mie­kon­for­me Wirt­schafts­ak­ti­vi­tät ist das Grund­prin­zip Do No Signi­fi­cant Harm(DNSH). Das bedeu­tet: Akti­vi­tä­ten in einem Bereich dür­fen kei­nen signi­fi­kan­ten Scha­den in einem ande­ren Bereich anrichten. 

Zukünf­tig kön­nen Unter­neh­men und ihre Wirt­schafts­ak­ti­vi­tä­ten nur als nach­hal­tig dekla­riert wer­den, wenn die­se auch die von der EU vor­ge­ge­be­nen Kri­te­ri­en ein­hal­ten. Die abge­bil­de­te Gra­fik lis­tet die von der EU defi­nier­ten Umwelt­zie­le auf und zeigt, wel­che Kri­te­ri­en den Wirt­schafts­ak­ti­vi­tä­ten unter­lie­gen, um als nach­hal­tig ein­ge­stuft wer­den zu können. 

Sustaineration CSR Nachhaltigkeitsberatung EU-Taxonomie Umweltziele Infografik

Legt ein Unter­neh­men die für sich rele­van­ten Akti­vi­tä­ten fest, dann wer­den im letz­ten Schritt drei „grü­ne KPIs“ ver­öf­fent­licht, die mit fol­gen­den Leit­fra­gen beant­wor­tet werden:

Sustaineration Nachhaltigkeitsberatung EU-Taxonomie Zusammenfassung CSR drei grüne KPIs Infografik

Mei­len­stei­ne der EU 2022

Die fol­gen­de Gra­fik zeigt die Mei­len­stei­ne sei­tens der EU, die im Jahr 2022 erreicht wer­den bzw. bereits erreicht wur­den sowie unse­re Umset­zungs­emp­feh­lun­gen für Unter­neh­men über die­sen Zeitraum.

Sustaineration Nachhaltigkeitsberatung CSR EU-Taxonomie Zusammenfassung Unternehmen Infografik Anleitung Tipps Vorgehensweise

Inte­gra­ti­on im Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex als Ansatz zur Umset­zung der Taxonomie

Um im Sin­ne der EU-Taxo­no­mie berich­ten zu kön­nen, wur­de der Deut­sche Nach­hal­tig­keits­ko­dex (DNK) um eine zusätz­li­che Berichts­op­ti­on erwei­tert. In der DNK-Daten­bank  kön­nen nun die Grü­nen KPIs (sie­he Gra­fik oben), Pro­zess­be­schrei­bun­gen (qua­li­ta­tiv) und je nach Unter­neh­men rele­van­te Anla­gen ein­ge­pflegt wer­den. In Zukunft kön­nen eben­so Leis­tungs­in­di­ka­to­ren und ande­re Indi­ka­to­ren über meh­re­re Berichts­jah­re abge­bil­det wer­den. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen bie­tet die Sei­te des DNKs.

Vor­tei­le der EU-Taxo­no­mie nutzen

Mit der EU-Taxo­no­mie kön­nen Unter­neh­men ihre Nach­hal­tig­keit gegen­über Sta­ke­hol­dern und Investor*innen trans­pa­rent kom­mu­ni­zie­ren. Eine früh­zei­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zung ermög­licht es, das ope­ra­ti­ve Geschäft recht­zei­tig vor­zu­be­rei­ten und für die Zukunft anzu­pas­sen. Sus­tai­nera­ti­on ist offi­zi­el­ler DNK-Schu­lungs­part­ner und unter­stützt Unter­neh­men bei der Bericht­erstat­tung, der Ent­wick­lung einer Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie sowie der Vor­be­rei­tung für Zer­ti­fi­zie­run­gen im Bereich Nachhaltigkeit. 

Quel­len: 

www.bmwi.de, www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de, www.ec.europa.eu/info/index_de, www.eur-lex.europa.eu, www.horvath-partners.com, www.datamaran.com

 

Wir begrü­ßen unse­re neue Nach­hal­tig­keits­be­ra­te­rin Pau­li­ne. Ab sofort unter­stützt sie uns mit ihrer Exper­ti­se in den Berei­chen nach­hal­ti­ge Lie­fer­ket­ten und Nachhaltigkeitsmanagement.

Hal­lo Pau­li­ne, wir freu­en uns sehr, dass du ab sofort als Bera­te­rin bei Sus­tai­nera­ti­on dabei bist! Wür­dest du dich unse­ren Leser*innen ein­mal vorstellen?

Vie­len Dank, ich freue mich rie­sig, Teil des Sus­tai­nera­ti­on-Teams zu sein und den nach­hal­ti­gen Wan­del in Unter­neh­men mit­zu­ge­stal­ten. Zuvor war ich in einer Unter­neh­mens­grup­pe der Tex­til­bran­che für das nach­hal­ti­ge Lie­fer­ket­ten­ma­nage­ment ver­ant­wort­lich und habe die Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie und die Eta­blie­rung einer nach­hal­ti­gen Beschaf­fung bei einem Land­kreis betreut.

Für mich ist es beson­ders wich­tig, Men­schen bei sol­chen Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen ein­zu­bin­den und mit­zu­neh­men. Des­halb habe ich auch eine Wei­ter­bil­dung zum Busi­ness Trai­ner und Coach gemacht.

Mir macht es Spaß, Neu­es ken­nen­zu­ler­nen und mich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln – ob durch Rei­sen, gute Gesprä­che oder neue Her­aus­for­de­run­gen. Als Aus­gleich brau­che ich aber auch viel Ruhe und Zeit für mich. Die­se fin­de ich bei Spa­zier­gän­gen in der Natur, bei Strei­chel­ein­hei­ten mit diver­sen Haus­tie­ren, die mir über den Weg lau­fen (ich lie­be Tie­re =), oder gemüt­li­chen Lese­aben­den auf dem Sofa.

Nach dei­nem Stu­di­um „Sus­taina­bi­li­ty Eco­no­mics und Manage­ment“ hast du als Nach­hal­tig­keits­ko­or­di­na­to­rin und im Bereich der nach­hal­ti­gen Beschaf­fung gear­bei­tet. Wie­so hast du dich beruf­lich für einen nach­hal­ti­gen Weg entschieden?

Als Dorf­kind und durch mei­ne Erzie­hung bin ich mit einer star­ken Ver­bun­den­heit zur Natur groß gewor­den. Mir war es daher schon immer wich­tig, dass mein Beruf mir einen „Sinn“ gibt und ich die Welt aktiv nach­hal­tig mit­ge­stal­ten kann. Es macht Spaß, Unter­neh­men und Men­schen bei ihrem Wan­del hin zu einer sozia­le­ren und öko­lo­gi­sche­ren Aus­rich­tung zu beglei­ten und zu sehen, was mög­lich ist.

Mit dei­ner Erfah­rung in den Berei­chen nach­hal­ti­ge Lie­fer­ket­ten sowie Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment bringst du wich­ti­ge Exper­ti­sen zu zwei rele­van­ten Berei­chen der Nach­hal­tig­keits­be­ra­tung mit: Was reizt dich beson­ders an die­sen The­men und der Bera­tung selbst? 

Die größ­ten öko­lo­gi­schen und sozia­len Aus­wir­kun­gen eines Unter­neh­mens fal­len meis­tens in der Lie­fer­ket­te an. Hier fin­den zum Teil ver­hee­ren­de Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und Umwelt­zer­stö­rung statt. Es gibt also ein rie­si­ges Poten­zi­al für Ver­bes­se­run­gen, wel­ches mir beson­ders am Her­zen liegt. Ein gutes Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment ist dabei grund­le­gend, um Ände­run­gen gezielt, effek­tiv und mess­bar umzusetzen.

Die Unter­neh­mens­be­ra­tung ist für mich dabei beson­ders span­nend, denn jedes Unter­neh­men ist anders und hat ganz unter­schied­li­che Vor­aus­set­zun­gen. Es macht Spaß sich in neue Struk­tu­ren und Pro­zes­se ein­zu­den­ken, neue Lösungs­we­ge zu suchen und mit ver­schie­de­nen Men­schen zu tun zu haben. So ler­ne ich immer wie­der dazu und ent­wi­cke­le mich per­sön­lich und fach­lich wei­ter. Und natür­lich ist es toll, mit die­sem fach­li­chen Wis­sen dann nicht nur ein, son­dern vie­le Unter­neh­men unter­stüt­zen zu können.

Und wel­chen Bene­fit siehst du für Unter­neh­men, die die­sen The­men eine stär­ke­re Auf­merk­sam­keit widmen?

Nach­hal­tig­keit ist heu­te kein Rand­the­ma mehr, der Wan­del ist im vol­len Gan­ge. Unter­neh­men müs­sen sich mit ihrer Nach­hal­tig­keitsper­for­mance aus­ein­an­der­set­zen, um mit­tel- und lang­fris­tig bestehen zu kön­nen. Und dies bie­tet auch gro­ße Vor­tei­le: Wo ste­he ich mit mei­nem Unter­neh­men in punc­to Nach­hal­tig­keit und was wird von mir erwar­tet? Wo und wel­che sozia­len und öko­lo­gi­schen Aus­wir­kun­gen ent­ste­hen durch die Geschäfts­tä­tig­keit mei­nes Unter­neh­mens? Wel­che Risi­ken erge­ben sich aus all dem für mein Unter­neh­men und wie kann ich gegen­steu­ern? All das sind Fra­gen, mit denen sich ein Unter­neh­men aus­ein­an­der­set­zen soll­te, um sich zukunfts­fä­hig und resi­li­ent auf­zu­stel­len. Und bei Sus­tai­nera­ti­on unter­stüt­zen wir sehr ger­ne dabei =)

Wel­che Rol­le spielt Nach­hal­tig­keit für dich neben der Arbeit? 

Nach­hal­tig­keit ist fest in mir ver­an­kert und ich ver­su­che, es in ver­schie­de­ne Lebens­be­rei­che ein­zu­brin­gen und zu erwei­tern. Dazu gehört zum Bei­spiel, mein Kon­sum­ver­hal­ten zu über­den­ken: Brau­che ich etwas wirk­lich? Und muss es neu sein? Ich bin ein rie­si­ger Fan von Trö­del­märk­ten und Ebay Klein­an­zei­gen und ver­su­che mög­lichst viel gebraucht zu kau­fen und zu ver­kau­fen. Zudem habe ich das Glück, fuß­läu­fig von einem Bio­su­per­markt, einem Unver­packt­la­den und einem Mini-Super­markt für „geret­te­te Lebens­mit­tel“ zu woh­nen. Das macht ein nach­hal­ti­ges Ein­kau­fen im All­tag natür­lich sehr einfach.

Trotz­dem gelingt es aber nicht immer und kon­se­quent – und das muss es auch nicht. Ein nach­hal­ti­ger Lebens­stil muss mei­ner Mei­nung nach auch in den eige­nen All­tag inte­grier­bar sein und Spaß machen. Aus­pro­bie­ren und auch mal wie­der zurück­ru­dern gehört dazu. Und dann kommt der Rest mit der Zeit von ganz allein.

Hand aufs Herz: In 10 Jah­ren ist Nach­hal­tig­keit in der Wirtschaft … 

…ein fest in Unter­neh­mens­pro­zes­se eta­blier­tes The­ma, in dem ein glo­ba­les Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein, aber auch regio­na­le Wert­schöp­fung und Gemein­wohl­ori­en­tie­rung eine stär­ke­re Rol­le ein­ge­nom­men haben.

Vie­len Dank, Pau­li­ne. Schön, dass du im Team bist! 

Bei­trags­bild: Pau­li­ne Blaszczyk

Lie­be Anja, dan­ke, dass du dir Zeit nimmst, um mit uns über eure Erfah­run­gen in der Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung zu spre­chen. Wür­dest du dich unse­ren Leser*innen ein­mal kurz vorstellen?
Mein Name ist Anja Wer­ner und ich bin Nach­hal­tig­keits­be­auf­trag­te bei fair­ven­do, einem Ver­si­che­rungs- und Finanz­be­ra­tungs­un­ter­neh­men in Ham­burg. Ich bin seit fünf Jah­ren im Unter­neh­men und seit etwas mehr als zwei Jah­ren für die Nach­hal­tig­keit und die CSE-Zer­ti­fi­zie­rung (Cer­ti­fied Sus­tainab­le Eco­no­mics) zuständig.

Ihr habt gera­de euren ers­ten Nach­hal­tig­keits­be­richt ver­öf­fent­licht – frei­wil­lig, denn fair­ven­do ist mit der Unter­neh­mens­grö­ße zu kei­ner Offen­le­gung der eige­nen Nach­hal­tig­keit ver­pflich­tet. Was sind die Antrei­ber für eure Eigen­in­itia­ti­ve? Immer­hin dreht es sich dabei um einen auf­wen­di­gen und res­sour­cen­in­ten­si­ven Prozess.
„Tue Gutes und sprich dar­über“, unter die­sem Mot­to fun­giert man als eine Art Leucht­turm, an dem sich ande­re Akteu­re ori­en­tie­ren kön­nen. Bei fair­ven­do hat­te das The­ma Trans­pa­renz schon immer einen hohen Stel­len­wert. In der Finanz­bran­che ist Trans­pa­renz lei­der häu­fig kein geleb­ter Wert. Dabei müs­sen sich die Mandant*innen uns gegen­über auch offen­ba­ren, um eine ganz­heit­li­che, umfas­sen­de und qua­li­ta­ti­ve Bera­tung zu erfah­ren. Des­halb war es uns von Anfang an sehr wich­tig, dass auch wir Zah­len auf den Tisch legen und offen zei­gen, was wir tun, was wir gut kön­nen und wo wir noch bes­ser wer­den wol­len. Das schafft Ver­trau­en — und Ver­trau­en ist die wich­tigs­te Währung.

Bei der Berichts­struk­tur ori­en­tiert ihr euch am Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex (DNK). Wie hat euch der DNK überzeugt?
Der DNK ist ein eta­blier­ter und bekann­ter Berichts­stan­dard. Uns war es wich­tig, nach­voll­zieh­ba­re Kri­te­ri­en anzu­set­zen, denen sich auch vie­le ande­re Unter­neh­men stel­len, um eine Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie in unse­rem Nach­hal­tig­keits­be­richt­we­sen dau­er­haft sicht­bar zu machen. Des­halb haben wir uns für den DNK entschieden.

Ein aus­sa­ge­kräf­ti­ger Nach­hal­tig­keits­be­richt steht für ein hohes Maß an Trans­pa­renz. Das legt Stär­ken, aber natür­lich auch Opti­mie­rungs­po­ten­zia­le offen. Hat­tet ihr im Lau­fe der Erstel­lung dies­be­züg­lich auch Überraschungsmomente?
Wir selbst erschaf­fen ja kei­ne eige­nen Pro­duk­te und ver­mit­teln aus­schließ­lich die Pro­duk­te Drit­ter. Daher gab es für uns die Her­aus­for­de­rung, die Idee der Nach­hal­tig­keit mit den recht­li­chen Vor­ga­ben eines frei­en Mak­lers abzu­glei­chen. Rein recht­lich sind wir dazu ver­pflich­tet im aus­schließ­li­chen Kun­den­in­ter­es­se zu han­deln. Da unse­re Pro­dukt­ge­ber, also Ver­si­che­rer und Ban­ken, nur weni­ge wirk­lich nach­hal­ti­ge Pro­duk­te anbie­ten, sind unse­re Mög­lich­kei­ten aller­dings noch immer sehr limi­tiert. Wir haben uns aber selbst in einer Unter­neh­mens­zer­ti­fi­zie­rung (CSE) dazu ver­pflich­tet, bei jeder Bera­tung immer auch ein nach­hal­ti­ges Pro­dukt anzubieten.

Da sich gera­de am Markt viel tut, sehen wir uns da auch als Lots*innen für unse­re Mandant*innen. Wir beob­ach­ten die Ent­wick­lung und tei­len die Ergeb­nis­se mit den Mandant*innen. Dabei fällt es uns von Jahr zu Jahr leich­ter, auch nach­hal­ti­ge Ver­si­che­rungs- und Finanz­pro­duk­te zu fin­den und anzu­bie­ten. Uns fal­len jedoch auch zuneh­mend Anbieter*innen und Pro­duk­te auf, die alt bekann­te Inhal­te mit her­kömm­li­chen Metho­den und „grü­ner Far­be“ an den Markt brin­gen wol­len. Wir sehen es als unse­re Auf­ga­be, unse­re Mandant*innen vor sol­chem „Green washing“ zu schützen.

Der Berichts­pro­zess durch­leuch­tet alle Berei­che eines Unter­neh­mens, und alle Mitarbeiter*innen sind mit ihrer Erfah­rung und ihren Ein­drü­cken gefragt. Wie waren eure Mitarbeiter*innen an dem Berichts­pro­zess beteiligt?
Da wir uns schon vor meh­re­ren Jah­ren von selbst auf die­sen Weg hin zu mehr Nach­hal­tig­keit gemacht haben, war da für vie­le nichts wirk­lich Neu­es dabei. Im Prin­zip war es die Ord­nung und Doku­men­ta­ti­on des­sen, was wir seit Jah­ren leben.

Jetzt, da die Ergeb­nis­se der Jah­re 2019 und 2020 vor­lie­gen, wel­che Her­aus­for­de­run­gen und wel­che Chan­cen siehst du für die kurz- und lang­fris­ti­ge fair­ven­do-Zukunft in Sachen Nachhaltigkeit?
Ein Finanz­dienst­leis­ter kann nicht durch gro­ße Res­sour­cen-Erspar­nis­se punk­ten. Fahr­ten und Geschäfts­rei­sen mit dem PKW konn­ten wir auf ein Mini­mum redu­zie­ren. Unser gro­ßes Poten­zi­al ent­steht dadurch, dass wir zusam­men mit unse­ren 3000 Mandant*innen Geld­strö­me len­ken, schäd­li­che Geschäfts­mo­del­le aus­schlie­ßen und die Zukunft tau­sen­der Indi­vi­du­en mit­ge­stal­ten dürfen.

All die Bemü­hun­gen unse­re Ergeb­nis­se trans­pa­rent zu machen und zu doku­men­tie­ren, haben eben auch den Nut­zen, dass wir uns in einer Bran­che, die sehr kon­ser­va­tiv ist, ein nach­hal­ti­ges Bei­spiel geben kön­nen. Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men sind gro­ße, schwe­re und finanz­kräf­ti­ge Tan­ker. Wir sind da eher das Schnell­boot, dass die­se Tan­ker umkreist und ver­sucht, den einen oder ande­ren zu einer Kurs­kor­rek­tur zu bewe­gen. Tat­säch­lich wer­den wir auch von Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men als Expert*innen wahr­ge­nom­men und ange­hört. Auch das sehe ich als unse­re Auf­ga­be: Ver­bes­se­run­gen und die Ent­wick­lung nach­hal­ti­ger Pro­duk­te ein­for­dern und uns im Ent­ste­hungs­pro­zess neu­er Pro­duk­te einzumischen.

 
Vie­len Dank für das tol­le Gespräch, Anja! 

 
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu fair­ven­do fin­det ihr über www.fairvendo.de.

 

Foto: fair­ven­do

Den tat­säch­li­chen Wert eines Work­shops kann man an der Umset­zung der Inhal­te mes­sen.  Zu die­sem Fazit sind wir als Team gekom­men – und haben unse­re E‑Mail-Signa­tur geän­dert. Der Grund: Eine Wei­ter­bil­dung zum The­ma „Fair Language“.

Im Okto­ber hat das Team von sus­tai­nera­ti­on gemein­sam an einem digi­ta­len Work­shop zur gen­der­ge­rech­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on von Fair Lan­guage teil­ge­nom­men. Ziel war es, unse­re inter­ne und exter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on zukünf­tig noch wei­ter in Rich­tung Offen­heit und Dis­kri­mi­nie­rungs­frei­heit zu gestal­ten. Das Ergeb­nis für uns: Mehr Sicher­heit im gen­der­ge­rech­ten Sprach­um­gang – und eine neue Signatur.

Alles auf Anfang: Fra­gen, Fra­gen, Fragen …

Wie kamen wir eigent­lich auf eine Fort­bil­dung zur gerech­te­ren Spra­che? In den ver­gan­ge­nen Mona­ten, mit dem Wachs­tum des Unter­neh­mens und dem aktu­el­len Relaunch der Web­sei­te, sind in unse­ren Mee­tings immer wie­der Fra­gen zur bewuss­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on auf­ge­kom­men. In den meis­ten Fäl­len waren es die glei­chen Fra­gen, die wie­der­holt auf­tra­ten, bei­spiels­wei­se zur rich­ti­gen Anspra­che oder zur bewuss­ten Inklu­si­on in unse­rer Kommunikation.

Der Work­shop „Grund­la­gen der gen­der­ge­rech­ten Kommunikation“ 

Mit der Teil­nah­me an einer Wei­ter­bil­dung zur soge­nann­te „Gen­der­spra­che“ soll­te dann end­lich mehr Klar­heit herr­schen. Unser Ziel war dabei nicht pri­mär zu erfah­ren, was man sagen „darf“ oder „soll­te“; unser Bedürf­nis war es, mehr Sicher­heit im Umgang mit gerech­ter Spra­che zu erhal­ten. Dabei liegt der Fokus sowohl auf die gefühl­te Wert­schät­zung der ange­spro­che­nen Per­son als auch auf unser eige­nes Wohl­ge­fühl als Sprechende*r.

In dem Work­shop beka­men wir dann end­lich Ant­wor­ten auf unse­re Fra­gen rund um das gro­ße The­ma Gen­der und Kom­mu­ni­ka­ti­on. Neben den Grund­la­gen zu Defi­ni­tio­nen beinhal­te­te die Wei­ter­bil­dung diver­se prak­ti­sche Übun­gen, die uns ver­deut­lich­ten, wie rele­vant die Ver­wen­dung einer gerech­te­ren Spra­che für unse­ren all­täg­li­chen Umgang mit­ein­an­der und die För­de­rung von sozia­ler Gerech­tig­keit ist. Die Übun­gen zeig­ten uns auch: Selbst wenn die Anpas­sung des Sprach­ge­brauchs zuerst gewöh­nungs­be­dürf­tig ist; sie ist es wert – und weit­aus nicht so kom­pli­ziert wie erwartet.

Schlie­ßen wir Per­so­nen­grup­pen in unse­rem Sprach­ge­brauch aus, dann ver­hin­dern wir zeit­gleich auch die Mög­lich­keit auf eine posi­ti­ve sozia­le Ent­wick­lung in Rich­tung weni­ger Ungleich­hei­ten. Ein The­ma, mit dem sich auch die bei­den Sus­tainab­le Deve­lo­p­ment Goals „Weni­ger Ungleich­hei­ten“ (Ziel 10) und „Geschlech­ter­gleich­heit“ (Ziel 5) beschäftigen.

Und jetzt? Ran an die Signatur! 

Der Work­shop hat uns ver­deut­licht, dass wir ins­be­son­de­re in der erst­ma­li­gen Anspra­che von Per­so­nen mut­ma­ßen, ob die Per­son männ­lich oder weib­lich ist und die­se dem­nach anspre­chen. Das wol­len wir ändern! Ab jetzt ver­ab­schie­den wir uns von „Sehr geehr­te Damen und Her­ren“, „Hal­lo Herr xy“ oder „Lie­be Frau xy“. Wir wol­len Schluss machen mit Mut­ma­ßun­gen zum Geschlecht und durch unse­re Art und Wei­se, wie wir kom­mu­ni­zie­ren, deut­lich machen, dass es eine Geschlech­ter­viel­falt gibt, die nicht binär ist.

Des­halb spre­chen wir Men­schen in der erst­ma­li­gen Kom­mu­ni­ka­ti­on nun ein­fach mit einem „Hal­lo“ oder „Moin“ an und laden unse­re Gesprächspartner*innen ein, uns mit­zu­tei­len, mit welchen/m Pro­no­men wir sie anspre­chen dürfen.

Dazu haben wir in unse­rer Signa­tur einen Hin­weis ergänzt:

* Respekt­vol­le Kom­mu­ni­ka­ti­on beginnt mit der rich­ti­gen Ansprache 

– las­sen Sie uns ger­ne wis­sen, mit wel­chen Pro­no­men Sie ange­spro­chen wer­den möchten.“

 

Die bewuss­te Aus­ein­an­der­set­zung mit einer gen­der­ge­rech­ten Spra­che hat uns sehr gut­ge­tan und wir konn­ten als Team einen gemein­sa­men Weg defi­nie­ren, wie es sich in unse­rer Arbeit umset­zen lässt und es sich für alle gut anfühlt.

Wir wol­len den sen­si­blen Umgang von Spra­che auch wei­ter­hin stär­ken, wes­halb eine Wei­ter­bil­dung zur gen­der­ge­rech­ten Spra­che nun auch für alle künf­ti­gen Mitarbeiter*innen Pflicht ist.

Über den eige­nen Tel­ler­rand hin­aus­zu­schau­en ist zwei­fels­frei ein unter­neh­me­ri­sches Grund­ge­setz. Wer sich aber lang­fris­tig am Wirt­schafts­markt im Bereich Nach­hal­tig­keit eta­blie­ren möch­te, geht noch einen ent­schei­den­den Schritt wei­ter: Das soge­nann­te Nach­hal­tig­keits­bench­mar­king erlaubt es Unter­neh­men, ihren Blick ein­mal ganz gezielt auf den dyna­mi­schen Markt zu richten.

Das Bench­mar­king beant­wor­tet dabei vor allem Fra­gen hin­sicht­lich mög­li­cher Bran­chen­stan­dards, die sich im Bereich Nach­hal­tig­keit bereits eta­bliert haben, und die von Unter­neh­men gege­be­nen­falls auch erfüllt wer­den soll­ten. Denn erst wer sich die aktu­el­le Markt­si­tua­ti­on auf­schlüs­selt, kann ver­ste­hen, wo das eige­ne Unter­neh­men gera­de steht.

Was ist Bench­mar­king genau?

Das Gab­ler Wirt­schafts­le­xi­kon defi­niert Bench­mar­king wie folgt:

Instru­ment der Wett­be­werbs­ana­ly­se. Bench­mar­king ist der kon­ti­nu­ier­li­che Ver­gleich von Pro­duk­ten, Dienst­leis­tun­gen sowie Pro­zes­sen und Metho­den mit (meh­re­ren) Unter­neh­men, um die Leis­tungs­lü­cke zum sog. Klas­sen­bes­ten (Unter­neh­men, die Pro­zes­se, Metho­den etc. her­vor­ra­gend beherr­schen) sys­te­ma­tisch zu schlie­ßen. Grund­idee ist es, fest­zu­stel­len, wel­che Unter­schie­de bestehen, war­um die­se Unter­schie­de bestehen und wel­che Ver­bes­se­rungs­mög­lich­kei­ten es gibt.“ 

Wir spre­chen beim Bench­mar­king also von einer Markt­ana­ly­se, die uns anhand von aktu­el­len Ver­gleichs­da­ten zeigt, wel­che Poten­zia­le und Chan­cen wir als Unter­neh­men nut­zen kön­nen, um uns auf dem Markt zu posi­tio­nie­ren. Zum Bench­mar­king gehört also die per­fek­te Mischung aus Rund­um­blick, Weit­sicht und kla­rem Fokus.

Vor­tei­le des Nachhaltigkeitsbenchmarks

Eine umfang­rei­che Ana­ly­se des Mark­tes im Bereich Nach­hal­tig­keit? Das klingt zeit- und res­sour­cen­in­ten­siv — und das ist es auch. Zurecht kommt also die Fra­ge auf: Wofür die gan­ze Arbeit?

Ein Nach­hal­tig­keits­bench­mark bie­tet Unter­neh­men einen exklu­si­ven Über­blick über bestehen­de Bran­chen­stan­dards. Bis­he­ri­ge Ver­mu­tun­gen zum Markt wer­den also mit den Bench­mark­da­ten bestä­tigt oder kor­ri­giert. Unternehmer*innen ver­mu­ten nicht mehr, wie sie im Ver­gleich zur Bran­che per­for­men, son­dern wis­sen genau, wo sie im Bereich Nach­hal­tig­keit ste­hen. Ein Wis­sen, wel­ches häu­fig deut­li­che Unter­schie­de zu den vor­her getrof­fe­nen Ver­mu­tun­gen auf­zeigt und eine idea­le Grund­la­ge für Ent­schei­dun­gen zu aktu­el­len Nach­hal­tig­keits­fra­gen darstellt.

Wäh­rend des Erfas­sungs­pro­zes­ses ler­nen zudem die Mitarbeiter*innen das Unter­neh­men im Kon­text zur Bran­che neu ken­nen. Die Ana­ly­se kann dabei wert­vol­le Impul­se zur Wei­ter­ent­wick­lung der eige­nen Nach­hal­tig­keits­ar­beit und zur zukünf­ti­gen Aus­rich­tung lie­fern. Das Nach­hal­tig­keits­bench­mark ist damit ein rele­van­ter Bestand­teil für die Ent­wick­lung oder Neu­aus­rich­tung von Nachhaltigkeitsstrategien.

Vorteile Nachhaltigkeitsbenchmarking

Wie bench­mar­ke ich Nachhaltigkeit?

Eine fes­te und vor­ge­ge­be­ne Vor­ge­hens­wei­se zum Bench­mar­ken der Nach­hal­tig­keit gibt es nicht. Natür­lich kann jede*r Unternehmer*in eine eige­ne Vor­ge­hens­wei­se ent­wi­ckeln. Als Grund­ge­rüst kann die­se aber fest­ge­hal­ten werden:

  1. Indus­trie­re­cher­che

Nach einer inter­nen Abspra­che der eige­nen Bench­mar­king­zie­le geht es an die Recher­che. Zuerst gilt es einen gene­rel­len Markt­über­blick der jewei­li­gen Bran­che zu erhal­ten, um die aktu­el­le Markt­si­tua­ti­on, Pro­ble­me sowie die mög­li­chen lang­fris­ti­gen Ent­wick­lun­gen im Bereich Nach­hal­tig­keit fest­zu­hal­ten. Die Indus­trie­re­cher­che soll­te dabei auch die Fra­ge klä­ren: Wel­che Her­aus­for­de­run­gen beschäf­tigt die Bran­che aktuell?

  1. Iden­ti­fi­zie­rung der Peergroup

Im zwei­ten Schritt wird die Peer­group, also eine Lis­te mit rele­van­ten Mitbewerber*innen inner­halb der eige­nen Bran­che, defi­niert. Hier­bei ist vor allem wich­tig, dass Unter­neh­men / Orga­ni­sa­tio­nen gewählt wer­den, die einen beson­ders hohen Anspruch an ihre Nach­hal­tig­keit haben. Wie sagt man so schön: Man lernt nur von den Besten!

  1. Erstel­lung eines Benchmark-Designs

Besteht ein Markt­über­blick sowie eine Lis­te zur rele­van­ten Peer­group, kann nun ein indi­vi­du­el­les Bench­mark-Design, wel­ches aus indi­vi­du­el­len Clus­tern, Kate­go­rien und Fra­gen zusam­men­ge­setzt ist, erstellt wer­den. Das Design gibt letzt­lich vor, wel­che Aspek­te der Nach­hal­tig­keit im Detail beleuch­tet werden.

  1. Recher­che

Auf Basis des Designs wer­den die ein­zel­nen Nach­hal­tig­keits­aspek­te der Branchenteilnehmer*innen recher­chiert und doku­men­tiert. Dabei wird vor allem die exter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on, also bei­spiels­wei­se die Web­sei­te, Nach­hal­tig­keits­be­rich­te, die Social-Media-Kanä­le sowie Pres­se­mel­dun­gen, hin­sicht­lich der zu ver­glei­chen­den Kri­te­ri­en untersucht.

  1. Ablei­tun­gen & Auswertung

Sind alle Daten erfasst, steht die Aus­wer­tung der Daten bevor. An die­ser Stel­le wird alles in Kon­text gesetzt und ver­gli­chen: Stär­ken und Schwä­chen der Peer­group, Trends zu den Ver­gleichs­kri­te­ri­en sowie Best Prac­ti­ces. Anhand die­ses Ergeb­nis­ses erhält ein Unter­neh­men nun eine gute Grund­la­ge zur Ent­wick­lung oder Wei­ter­ent­wick­lung der Nachhaltigkeitsstrategie.

Vorgehensweise für gezieltes Nachhaltigkeitsbenchmarking

Bench­mark-Bei­spiel:

In der Pra­xis kann ein Bench­mark auf­grund der Daten­men­ge schnell kom­plex und sehr umfang­reich wer­den. Zur bes­se­ren Über­sicht­lich­keit bie­ten sich gut struk­tu­rier­te Excel-Tabel­len an. An einem sehr ver­ein­fach­ten Bei­spiel könn­te eine Nach­hal­tig­keits­bench­mark so aussehen:

Beispiel: Nachhaltigkeitsbenchmark

Im Rah­men unse­res Leis­tungs­an­ge­bo­tes beglei­tet sus­tai­nera­ti­on unter ande­rem auch Unter­neh­men bei der Ent­wick­lung von Nach­hal­tig­keits­stra­te­gien. In die­sem Zusam­men­hang füh­ren wir umfas­sen­de Ana­ly­sen zur Erfas­sung des IST-Stan­des durch, wovon die Durch­füh­rung von Nach­hal­tig­keits­bench­marks einen wesent­li­chen Teil ausmacht.

Mit Anje, die uns fort­an als Werk­stu­den­tin im Bereich Nach­hal­tig­keits­be­ra­tung unter­stützt, ist das sus­tai­nera­ti­on-Team nun komplett.

Lie­be Anje, es ist toll, dass du ab sofort an Bord von sus­tai­nera­ti­on bist! Wür­dest du dich unse­ren Leser*Innen kurz vorstellen?

Vie­len Dank, ich freue mich, ab jetzt bei sus­tai­nera­ti­on mit an Bord zu sein. Bei einer Nach­hal­tig­keits­be­ra­tung zu arbei­ten, die ihren Ursprung in mei­ner Hei­mat­stadt Husum hat, das ist natür­lich etwas ganz beson­de­res. In den vegan­ge­nen drei Jah­ren habe ich in Lon­don, Madrid und Ber­lin stu­diert und gear­bei­tet. Jetzt freue ich mich dar­auf, mich nun wei­ter im M. Sc. Stu­di­en­gang „Sus­taina­bi­li­ty, Socie­ty and the Envi­ron­ment“ spe­zia­li­sie­ren zu können.

Neben dem Bache­lor­stu­di­um habe ich bereits ver­schie­de­ne Erfah­run­gen im Nach­hal­tig­keits­be­reich sam­meln kön­nen: mit­un­ter in einer Kli­ma­in­itia­ti­ve und in einer inter­na­tio­na­len Unter­neh­mens­be­ra­tung. Zusätz­lich habe ich mich in einer stu­den­ti­schen Unter­neh­mens­be­ra­tung enga­giert und dort einen CSR-Bereich aufgebaut.

Obwohl ich die Leb­haf­tig­keit und Viel­falt gro­ßer Städ­te schät­ze, geht für mich nichts über die Wei­te der Küs­ten und einen Spa­zier­gang bei Wind und Wet­ter am Wasser.

Du stu­dierst „Inter­na­tio­nal Busi­ness“ und arbei­test schon län­ger im Bereich der Nach­hal­tig­keits­be­ra­tung. Was ist für dich der gemein­sa­me Nen­ner die­ser bei­den Disziplinen? 

Unter­neh­men sehe ich als gro­ße Ermög­li­cher und Ent­schei­dungs­trä­ger einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung für die Zukunft. Mein klas­si­sches betriebs­wirt­schaft­li­ches Stu­di­um hat mir eine gute Grund­la­ge gege­ben, mich hat jedoch schon immer mehr inter­es­siert, wie sich Nach­hal­tig­keit in ver­schie­de­ne Geschäfts­mo­del­le inte­grie­ren lässt. Es ist span­nend zu sehen, mit wel­cher Dyna­mik sich Unter­neh­men ent­wi­ckeln und wie das The­ma in den Fokus stra­te­gi­scher Ent­schei­dun­gen rückt.

Was fin­dest du beson­ders inter­es­sant an der Nach­hal­tig­keits­branche?

Die intrinsi­sche Moti­va­ti­on der Men­schen, die in die­sem Bereich arbei­ten! Der Kli­ma­wan­del ist ein zurecht nega­tiv behaf­te­tes The­ma. Aller­dings ist es umso moti­vie­ren­der, sich mit ande­ren Unter­neh­men, Kund*innen und Kolleg*innen aus­zu­tau­schen und zu sehen, wie viel Ener­gie für eine gemein­sa­me Visi­on, näm­lich die einer bes­se­ren Zukunft, auf­ge­bracht wer­den kann.

Wel­che Rol­le spielt Nach­hal­tig­keit für dich privat?

Nach­hal­tig­keit ist einer mei­ner per­sön­li­chen Wer­te und er lässt sich in fast jeden Lebens­be­reich inte­grie­ren. Seit fünf Jah­ren ernäh­re ich mich vege­ta­risch und es ist mir wich­tig, so wenig wie mög­lich neu zu kon­su­mie­ren bzw. zu kau­fen, um nach dem Ansatz „Recy­cle, Reu­se, Redu­ce“ zu leben. Ich pro­bie­re mich ger­ne mit nach­hal­ti­gen Alter­na­ti­ven aus und häu­fig gehe ich auch wie­der ein paar Schrit­te zurück. Ich den­ke, für jeden von uns ist die­ser Pro­zess ist ganz normal.

Was wünscht du dir für die Zukunft bei und mit sus­tai­nera­ti­on?

Vor allem freue ich mich mit klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men zu arbei­ten und mehr regio­na­le Berüh­rungs­punk­te zu haben. An der Bera­tung gefällt es mir jedes Mal mit einer neu­en Bran­che, einem neu­en Geschäfts­mo­dell und den ver­schie­de­nen sozialen‑, öko­no­mi­schen- und öko­lo­gi­schen The­men zu arbei­ten. Ich bin über­zeugt von sus­tai­nera­ti­ons Visi­on und ich freue mich auf die Arbeit im Team.

Vie­len Dank für den Ein­blick, Anje!

 

Bei­trags­bild: Ralph Ker­pa

Seit dem Jahr 2017 sind kapi­tal­markt­ori­en­tier­te Unter­neh­men dazu ver­pflich­tet, ihre Nach­hal­tig­keit in Form eines jähr­li­chen Berich­tes zu ver­öf­fent­li­chen. Aus­schlag­ge­bend hier­für ist das so genann­te „CSR-Richt­li­nie-Umset­zungs­ge­setz“ (CSR-RUG) des Deut­schen Bun­des­ta­ges, bezie­hungs­wei­se eine 2014 ver­ab­schie­de­te CSR-Richt­li­nie des Euro­päi­schen Parlaments.

Unter dem Begriff CSR, also Cor­po­ra­te Social Respon­si­bi­li­ty, ver­steht man die gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung von Unter­neh­men, nachhaltig(er) zu wirt­schaf­ten. Hier­zu zäh­len bei­spiels­wei­se die Ver­bes­se­rung des öko­lo­gi­schen Fuß­ab­dru­ckes, der Fokus auf gesell­schaft­li­che Belan­ge, die Berück­sich­ti­gung der Mitarbeiter*innenbedürfnisse sowie die Wahr­neh­mung einer Sorg­falts­pflicht in der Lie­fer­ket­te. Mit der Berichts­pflicht legen Unter­neh­men nun also regel­mä­ßig offen, inwie­fern sie ihre Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie (erfolg­reich) umge­setzt und ggf. posi­tiv wei­ter­ent­wi­ckelt haben.

Wer muss berichten?

Betrof­fen vom CSR-RUG sind kapi­tal­markt­ori­en­tier­te Unter­neh­men sowie Kre­dit­in­sti­tu­te und Versicherungsunternehmen,

  • die im Schnitt eines Geschäfts­jah­res mehr als 500 Mitarbeiter*innen haben,
  • deren Umsatz­er­lö­se sich auf mehr als 40 Mil­lio­nen Euro belau­fen oder des­sen Bilanz­sum­me bei mehr als 20 Mil­lio­nen Euro liegt.

Quel­le: IHK Frank­furt am Main

Kom­men Unter­neh­men ihrer Berichts­pflicht nicht nach, dann dro­hen Buß­gel­der, die sich je nach Umsatz­grö­ße und Gewinn­hö­he des Unter­neh­mens auf bis zu 10 Mil­lio­nen Euro belau­fen können.

Wer kann berichten? 

Abge­se­hen von den gesetz­lich ver­pflich­te­ten Unter­neh­men kön­nen auch klei­ne­re und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men frei­wil­lig einen Nach­hal­tig­keits­be­richt ver­öf­fent­li­chen, um somit gezielt eine trans­pa­ren­te Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­ti­on mit Kund*innen, Mitarbeiter*innen und wei­te­ren Sta­ke­hol­dern zu fördern.

Deut­scher Nach­hal­tig­keits­ko­dex als Berichtshilfe Die 20 DNK-Kriterien

Mit dem Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex (DNK) ent­wi­ckel­te der Rat für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung 2011 eine stan­dar­di­sier­te und kos­ten­lo­se Ori­en­tie­rungs­hil­fe für die Erstel­lung von Nach­hal­tig­keits­be­rich­ten. Unter­neh­men kön­nen anhand 20 fest­ge­leg­ter DNK-Kri­te­ri­en und ver­schie­de­ner Leis­tungs­in­di­ka­to­ren eine bereits vor­struk­tu­rier­te Erklä­rung abgeben.

Das Büro Deut­scher Nach­hal­tig­keits­ko­dex bie­tet in die­sem Zusam­men­hang auch die Prü­fung der erstell­ten Erklä­rung sowie ein qua­li­fi­zier­tes Feed­back für Unter­neh­men an. Bei der Bericht­erstat­tung kön­nen Betrie­be zudem durch Schu­lungs­part­ner- und Mentor*innen des DNK unter­stützt werden.

Wel­che drei Fak­to­ren zeich­nen einen guten Nach­hal­tig­keits­be­richt aus?

Ein star­ker Nach­hal­tig­keits­be­richt berück­sich­tigt vie­le diver­se Fak­to­ren, die den Bericht im Gesam­ten gut und aus­sa­ge­kräf­tig machen. Je nach Unter­neh­men und Bran­che kön­nen unter­schied­li­che The­men mehr oder eben weni­ger rele­vant sein. Die­se drei Fak­to­ren haben gute Nach­hal­tig­keits­be­rich­te jedoch immer gemein:

1. Stra­te­gie

Der Nach­hal­tig­keits­be­richt soll­te eine voll­stän­di­ge und nach­voll­zieh­ba­re Stra­te­gie beinhal­ten, wel­che zeigt, wo die wesent­li­chen Hebel des Unter­neh­mens lie­gen. Die­se dar­ge­leg­te Stra­te­gie soll­te dabei unter Ein­be­zug der Mitarbeiter*Innen ent­wi­ckelt wor­den sein.

2. Zie­le 

Die im Bericht genann­ten Zie­le soll­ten kon­kret und mess­bar sein. Nur so kann in den Fol­ge­jah­ren die erfolg­rei­che Umset­zung der Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie bewer­tet wer­den. Die Zie­le soll­ten daher so klar wie mög­lich gesetzt wer­den und dar­le­gen, wel­che Nach­hal­tig­keits­the­men damit adres­siert wer­den, bei­spiels­wei­se, in dem die Wir­kung auf die Sus­tainab­le Deve­lo­p­ment Goals (SDGs) dar­ge­stellt wird. Außer­dem soll­te auch der Sta­tus der Ziel­er­rei­chung kom­mu­ni­ziert wer­den, genau­so das Nicht-Errei­chen von Zie­len mit ent­spre­chen­der Begründung.

3. Maß­nah­men

Um die Zie­le im Rah­men der Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie zu errei­chen, soll­te auch der Weg dort­hin, also die Maß­nah­men zur Umset­zung, fest­ge­hal­ten wer­den. Die ein­zel­nen Maß­nah­men bezie­hen sich auf das jewei­li­ge Ziel bzw. die jewei­li­gen Zie­le.  Neben den geplan­ten Maß­nah­men zur Ziel­er­rei­chung, soll­te auch beschrie­ben sein, wel­che das Unter­neh­men bereits umge­setzt hat.

 

sustaineration Nachhaltigkeitsbericht 2019/2020Inte­gra­ti­on der Sus­tainab­le Deve­lo­p­ment Goals

Kaum eine ande­re poli­ti­sche Agen­da genießt eine welt­wei­te Popu­la­ri­tät, wie die seit 2016 gel­ten­den Sus­tainab­le Deve­lo­p­ment Goals (SDGs) der Ver­ein­ten Natio­nen (UN). Ob in den sozia­len Netz­wer­ken, Fach­krei­sen für Nach­hal­tig­keit oder in den Nach­hal­tig­keits­be­rich­ten deut­scher Unter­neh­men: Die 17 Zie­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung sind in aller Mun­de und bil­den das Rah­men­werk vie­ler unter­neh­me­ri­scher Nachhaltigkeitsstrategien.

Vie­le Bericht­erstat­tungs­stan­dards bie­ten gute Mecha­nis­men, um die SDGs in die Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung zu inte­grie­ren. Da Sta­ke­hol­der zuneh­mend an dem unter­neh­me­ri­schen Bei­trag zum Errei­chen der SDGs inter­es­siert sind, kann ein Nach­hal­tig­keits­be­richt auf die­se Wei­se deut­lich auf­ge­wer­tet werden.

Für unse­ren eige­nen Nach­hal­tig­keits­be­richt haben wir die SDGs in die DNK-Struk­tur inte­griert und zei­gen damit, wie sus­tai­nera­ti­on auf die jewei­li­gen Zie­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung ein­wirkt und wel­chen Bei­trag wir zum Errei­chen der 17 Zie­le leisten.

Als Schu­lungs­part­ner des Deut­schen Nach­hal­tig­keits­ko­dex unter­stützt sus­tai­nera­ti­on Unter­neh­men bei der Umset­zung ihres Nachhaltigkeitsberichtes.

 

Bei­trags­bild: Ralph Ker­pa