Am 14. Juli war es wie­der soweit — Das Mac­Book blieb geschlos­sen und der Arbeits­platz wurde ein­ge­tauscht gegen den uri­gen Hof von Sabine, die ein Tier­heim und Gna­den­hof in Lüt­jen­holm in Nord­fries­land betreibt. Bereits zum drit­ten Mal in Folge fin­det das Volunteering-Projekt Nord­fries­land Daag statt. Unsere Auf­gabe: Ein unfer­ti­ges Kat­zen­ge­hege, wel­ches seit eini­ger Zeit ver­waist war, sollte voll­en­det wer­den. Hier waren Mus­keln gefragt — Niels ist zwar nicht der Stärkste, aber ein paar Kräfte konn­ten für die Aktion dann doch mobi­li­siert werden.

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Als wir (unter­stützt wur­den wir bei der Aktion von einem Mit­ar­bei­ter von ebbeplus­flut zaun­sys­teme) mor­gens gegen 10:00 Uhr auf dem Hof ange­kom­men waren, wurde gar nicht lange gefa­ckelt und es ging direkt an die Arbeit. Alte Wasch­be­ton­plat­ten, die auf dem Hof ver­teilt waren nutz­ten wir um ein Boden im Häus­chen zu ver­le­gen. Als uns Sabine mit­teilte dass das Haupt­kri­te­rium “Katze kommt nicht raus” sei, merk­ten wir, auf die Optik kommt es nicht an — Das kam uns sehr entgegen.

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Zum Glück hatte mein Com­pa­nion einen Sprin­ter vol­ler Werk­zeuge dabei, damit konn­ten wir auch die letz­ten Plat­ten pas­send bear­bei­ten. Ganz im Sinne: Was nicht passt, … und so weiter.

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Auch im Außen­ge­hänge wurde kräf­tig gewer­kelt bis die­ses flucht­si­cher war. Drau­ßen durfte Niels dann Beton stem­men, wie ihm der Fach­mann erklärte. Im End­ef­fekt hat er ein­fach mäch­tig Lärm gemacht :-)

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Nach Tagen wie die­sen mer­ken wir doch sehr, dass kör­per­li­che Arbeit nicht gerade all­täg­lich für uns ist. Ent­spre­chend waren wir fix und fer­tig… aber zu sehen wie Rien, ein an Aids erkrank­ter Kater aus sei­nem Käfig in das Gehege ent­las­sen wurde, hat jeg­li­ches Gefühl von Anstren­gung wett gemacht.

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Zum Schluss saßen wir ein­fach bei Rien im Käfig und haben zuge­se­hen, wie er, nach lan­ger Zeit in einem deut­lich klei­ne­ren Käfig, sein neues Zuhause erkun­det — Das hat sich gelohnt!

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In einer Stu­die haben wir die Rele­vanz von Cor­po­rate Volunteering-Angeboten für die Per­so­naltent­wick­lung, der Unter­neh­mens­kul­tur sowie dem Employer Bran­ding von Unter­neh­men unter­sucht. Zu die­sem Zweck wur­den bun­des­weit Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che von Unter­neh­men jeder Größe ein­ge­la­den an einer Online-Befragung teil­zu­neh­men, um zu berich­ten ob und wel­che Erfah­run­gen sie mit Cor­po­rate Volun­tee­ring gemacht haben und um das betrieb­li­che Mit­ar­bei­te­r­en­ga­ge­ment hin­sicht­lich der Unter­neh­mens­kul­tur zu bewerten.

Die wesent­li­chen Erkennt­nisse der Unter­su­chung wol­len wir im Fol­gen­den kurz vorstellen.

CV wird sel­ten von Unter­neh­men ermög­licht
- doch Mit­ar­bei­ter sind an Ange­bo­ten interessiert

Gerade mal 36% der befrag­ten Unter­neh­men bie­ten ihren Mit­ar­bei­tern die Mög­lich­keit sich über ihren Job für Umwelt und Gesell­schaft zu enga­gie­ren. Dabei bewer­ten Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che deut­scher Unter­neh­men CV als posi­tiv und den­ken, damit die Arbeit­ge­ber­marke und die Per­so­nal­ent­wick­lung stär­ken zu kön­nen. Auch geben die befrag­ten Unter­neh­men an, dass sich ihre Mit­ar­bei­ter CV-Angebote wünschen.

CV in deutschen Unternehmen

Volun­tee­ring stei­gert die Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit und trägt dazu bei, das Gemein­schafts­ge­fühl zu stärken


Hier­bei sind sich Per­so­na­ler einig! Volun­tee­ring för­dert die Unter­neh­mens­kul­tur, denn Ange­bote die­ser Art tra­gen zu einen dazu bei, die Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit zu ver­bes­sern. Zum ande­ren för­dern ins­be­son­dere Volunteering-Days die Stär­kung des Gemein­schafts­ge­fühls inner­halb der Beleg­schaft. Doch Ange­bote die­ser Art schaf­fen nur die wenigs­ten der befrag­ten Unternehmen.

Unter­neh­me­ri­sches Enga­ge­ment ver­bes­sert die Arbeitgeberattraktivität


Qua­li­fi­zierte Mit­ar­bei­ter gewin­nen und bin­den – eine der zen­tra­len Her­aus­for­de­run­gen der heu­ti­gen Zeit. Gesell­schaft­lich enga­gierte Unter­neh­men haben es hier leich­ter, denn laut einer Stu­die von Deloitte wählt ein Bewer­ber zwi­schen zwei ver­gleich­ba­ren Jobs, ent­schei­det die­ser sich mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit für den enga­gier­ten Arbeit­ge­ber. Damit ent­wi­ckelt sich Cor­po­rate Volun­tee­ring zuneh­mend zu einem rele­van­ten Instru­ment im Personalmarketing.

CV in der Unternehmenskultur

Bewer­tet wurde auf einer Skala von 1 (gar nicht), 2 (kaum), 3 (ein wenig), 4 (stark) und 5 (sehr stark).

Volun­tee­ring wirkt!

Mit Cor­po­rate Volunteering-Angeboten stär­ken Unter­neh­men nicht nur ihre Arbeit­ge­ber­marke und för­dern die Kom­pe­ten­zen ihrer Mit­ar­bei­ter, sie leis­ten zudem einen rele­van­ten Bei­trag in der Gesell­schaft oder im Umwelt­schutz – so sehen es die Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen der befrag­ten Unternehmen.

Die gesamte Publi­ka­tion ist unter http://sustaineration.com/publikationen_nachhaltigkeit/ zu finden.

Am 10. Juli tausch­ten wir unse­ren Arbeits­platz gegen den West­er­he­ver Deich an der Nord­see und sam­mel­ten gemein­sam mit dem Küste gegen Plas­tik e.V. und der Schutz­sta­tion Wat­ten­meer den am Deich ange­schwemm­ten Müll ein. Der ursprüng­li­che Plan war, auf die Sand­bank zu zie­hen, die etwa 2 Kilo­me­ter vor der Küste von West­er­he­ver liegt, um diese zu säu­bern – da es zwei Tage zuvor jedoch sehr stark stürmte und die Sand­bank über­spült wurde, lag der Müll nun am Deich.

Als wir um 9:40 Uhr in West­er­he­ver anka­men und dar­auf war­te­ten, dass sämt­li­che Hel­fer für den Tag ein­tra­fen, muss­ten wir uns erst mal ein wind­ge­schütz­tes Plätz­chen suchen, da es doch ordent­lich pus­tete – wie der Nord­friese so sagt. Ins­be­son­dere Ting  hatte mit der stei­fen Brise zu kämpfen.

Nach­dem wir mit einer Truppe von 15 Per­so­nen gestar­tet waren und den ers­ten Plastik-Schrott in unse­rem Bol­ler­wa­gen ver­staut hat­ten, war der Wind bereits ver­ges­sen. Fortan kon­zen­trier­ten wir uns nur noch auf eins: Den Müll, den wir sammelten.

Nordfriesland Daag Müll sammeln

Nordfriesland Daag sustainerators sammeln Müll

Sel­ten haben wir uns so sehr gefreut Müll zu fin­den, aber nun woll­ten wir ja auch eini­ges ein­sam­meln und viel hilft bekannt­lich viel. Das haben wir dann auch schnell gemerkt, denn unsere Müll­sä­cke und Bol­ler­wa­gen wur­den von Meter zu Meter vol­ler und natür­lich auch schwe­rer. Aber die Freude über den ein­ge­sam­mel­ten Müll über­wog dann doch und das Gewicht, wel­ches wir da mit uns umher­schlepp­ten, haben wir ein­fach ignoriert.

Ting und Niels beim sammeln

Nach­dem wir zwei­ein­halb Stun­den etwa 1500m West­er­he­ver Deich erkun­det und gesäu­bert hat­ten, mach­ten wir uns mit unse­ren Errun­gen­schaf­ten wie­der auf den Weg in Rich­tung des West­er­he­ver Leucht­turms, von wo aus wir mor­gens starteten.

Zufrie­den über den gan­zen Müll, den wir gemein­sam mit der 15-köpfigen Truppe ein­ge­sam­melt haben, waren wir über die Gesamt­menge am Ende doch ziem­lich erschro­cken. 15 Per­so­nen sam­mel­ten in 2,5 Stun­den einen gigan­ti­schen Hau­fen Müll ein. Es waren Fla­schen über Fla­schen, Klei­dungs­stü­cke, etli­che Lebens­mit­tel­ver­pa­ckun­gen, zahl­lose Luft­bal­lons, Klo­bürs­ten, Tele­skop­stan­gen, Eimer, Körbe, Kanis­ter und unzäh­lige Dinge, die für uns kaum iden­ti­fi­zier­bar waren, zu fin­den. Auch kreuzte eine tote Baby­robbe unse­ren Weg. Das hat uns schon sehr erschro­cken – da fragt man sich häu­fig, wie die Dinge ins Meer gelan­gen und was Men­schen dazu bewegt ihren Mist ein­fach in die Natur zu schmei­ßen. Erklä­ren kön­nen wir uns das nicht.

Nordfriesland Daag der gesammelte Müll

Am Ende hat uns die gigan­ti­sche Menge Müll stolz und trau­rig zu gleich gemacht. Stolz dar­auf, dass wir all die­sen Schrott und das Plas­tik ein­ge­sam­melt haben und dar­über dass es nicht wei­ter im Meer und an der Küste her­um­liegt. Trau­rig dar­über, dass so viel Müll unsere Meere ver­schmutzt und das wir nur wenige Stun­den sam­meln muss­ten, um so eine Menge zusam­men zu bekommen.

Am Nach­mit­tag haben wir West­er­he­ver mit einem guten Gefühl ver­las­sen – für uns war es ein rich­tig tol­ler Tag. Es hat enorm viel Spaß gemacht, mit so viel  enga­gier­ten Leu­ten den Deich zu säu­bern. Es waren Begeg­nun­gen mit inter­es­san­ten Per­so­nen, die am Deich und auch anderswo Groß­ar­ti­ges leisten.

Wir freuen uns schon auf nächs­tes Mal und sind gespannt was der Nord­fries­land Daag 2016 zu bie­ten hat!