CSR muss keine Bürde sein!Eine der meist gestell­ten Fra­gen zu unse­rem Buch “CSR muss keine Bürde sein!” ist: “Warum gibt’s das nicht bei Amazon?”

Seit Som­mer letz­ten Jah­res stel­len wir einige unse­rer Bera­tungs­me­tho­den in dem oben genann­ten Buch dar und wol­len damit Unter­neh­men errei­chen, die sich mit dem Nach­hal­tig­keits– und CSR-Gedanken weni­ger inten­siv aus­ein­an­der­ge­setzt haben und die­sen gerne fest in ihren Unter­neh­mens­struk­tu­ren ver­an­kern wol­len. Mit dem Buch möch­ten wir einen ein­fa­chen und ermu­ti­gen­den Zugang zu dem Thema schaf­fen und Unter­neh­men befä­hi­gen, Nach­hal­tig­keit sys­te­ma­tisch und vor allem selbst­stän­dig in die Pro­zesse der Orga­ni­sa­tion zu integrieren.

Oft erhal­ten wir das Feed­back, dass das Buch doch auch auf Ama­zon erhält­lich sein sollte, da wir dann deut­lich mehr Inter­es­sierte errei­chen könn­ten. Andere begrün­den es direkt wirt­schaft­lich und legen es uns stark ans Herz, damit wir unse­ren Absatz / Umsatz mit dem Buch erhö­hen. Von dem Errei­chen Inter­es­sier­ter zu spre­chen, klingt dann doch etwas pas­sen­der für uns. Aber den­noch passt es für uns nicht, denn unter Nach­hal­tig­keit ver­ste­hen wir Ver­ant­wor­tung auch im Ver­trieb zu über­neh­men und Ver­triebs­ka­näle zu wäh­len, die dem gerecht werden.

Warum Ama­zon nicht zu uns passt

Das wir mehr Men­schen errei­chen oder auch mehr abset­zen wenn wir unser Buch über Ama­zon anbie­ten ist sicher­lich rich­tig, den­noch stellt der Ver­trieb über Ama­zon keine Option für uns dar. Immer wie­der steht der Kon­zern in nega­ti­ver Kri­tik, wel­che der Autor Johan­nes Brö­ckers in sei­nem Buch “Schnauze, Alexa! Ich kaufe nicht bei Ama­zon” ganz prä­gnant beschreibt.

1. Aus­spä­hen von Kundendaten

Für Händ­ler die diese Platt­form nut­zen besteht das Risiko, dass gut lau­fende Pro­dukte von Ama­zon kopiert und Händ­ler anschlie­ßend von dem digi­ta­len Markt­platz ver­drängt wer­den. Gleich­zei­tig ist die Markt­macht so groß, dass kleine Händ­ler Ama­zon kaum umge­hen kön­nen. Der Auto Johan­nes Brö­ckers bezeich­net den Mark­platz als kos­ten­lo­ses Produktentwicklungs-Instrument für Amazon.

2. Steu­er­ver­mei­dungs­pra­xis

Die Mög­lich­kei­ten Steu­er­zah­lun­gen gering zu hal­ten sind für inter­na­tio­nale Kon­zerne äußerst viel­fäl­tig. Die­ses Poten­tial scheint der Online­gi­gant voll aus­zu­schöp­fen. Laut Zeit Online ver­schiebt das Unter­neh­men die Umsätze in steu­er­güns­ti­gere Län­der wie Luxem­burg, um so mög­lichst wenig Gewinne in Län­dern wie Deutsch­land ver­steu­ern zu müs­sen, obwohl die Umsätze in die­sen Län­dern erwirt­schaf­tet werden.

3. Arbeits­be­din­gun­gen

Ama­zon steht regel­mä­ßig hin­sicht­lich Arbeits­be­din­gun­gen in der Kri­tik. Ein Kern­thema über das viel gestrit­ten wird, ist die Ver­gü­tung in Anleh­nung an die tarif­li­chen Rege­lun­gen des Ein­zel– und Ver­sand­han­dels. Wei­ter wird kri­ti­siert, dass Prä­mien für einen gerin­gen Kran­ken­stand von Ein­zel­per­so­nen und Teams gezahlt wer­den und eine stän­dige Video­über­wa­chung der Mit­ar­bei­ten­den erfolgt.

Ver­ant­wor­tung im Ver­trieb ist eine Frage der Haltung

Mit den Prak­ti­ken von Ama­zon kön­nen wir uns schlicht­weg nicht iden­ti­fi­zie­ren und wol­len diese nicht unter­stüt­zen. Auch wenn es sich “nur” um ein Buch han­delt. Wir wol­len einen Wan­del hinzu ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tem Wirt­schaf­ten bewir­ken und nicht unsere Erlöse aus dem Ver­kauf des Buches maximieren.

Auch wenn wir der Mei­nung sind, dass das Buch einen ein­fa­chen und prak­ti­schen Zugang zum Thema Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment lie­fert und es aus die­sem Grund viele Men­schen errei­chen sollte, den­ken wir, dass es einen Unter­schied macht, wel­che Ver­triebs­wege wir nutzen.

Manch­mal ist weni­ger eben mehr!

Wer also das Buch “CSR muss keine Bürde sein!” ver­ge­bens bei Ama­zon gesucht hat, der sollte mal bei dem genos­sen­schaft­li­chen Markt­platz Fair­mondo vorbeischauen.