In der Reihe zum Buch CSR muss keine Bürde sein! stel­len wir die 8 wesent­li­chen Etap­pen zur Ein­füh­rung eines Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ments vor.

Etappe 5: Per­spek­ti­ven ent­wi­ckeln und Ziele stecken

Sie ken­nen Ihren Sta­tus Quo und damit die rele­van­ten Nach­hal­tig­keits­as­pekte Ihres Unter­neh­mens (Etappe 1), Ihre Sta­ke­hol­der und deren Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen an Sie als Unter­neh­men und an Ihre Nach­hal­tig­keits­ar­beit (Etappe 2) und ver­ste­hen den Markt und haben Kennt­nis darüber wie Ihre rele­van­ten Mit­be­wer­ber das Thema Nach­hal­tig­keit bzw. Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity behan­deln (Etappe 3). Des Wei­te­ren haben Sie, gemein­sam mit Ihren Mitarbeiter*innen einen wesent­li­chen Sockel für Ihre Nach­hal­tig­keits­ar­beit her­vor­ge­bracht, indem ein gemein­sa­mes Leit­bild für Ihr Unter­neh­men ent­wi­ckelt wurde (Etappe 4).

Mit der umfas­sen­den Bestands­auf­nahme (Etappe 1 –3) und Ihrem Leit­bild sind Sie nun ideal ausgerüstet, um sich kon­krete Gedan­ken zu mehr Nach­hal­tig­keit in Ihrem Betrieb zu machen. Wo wol­len Sie hin? Sie brau­chen Ziele!

Da Sie nicht alleine für die Errei­chung Ihrer Ziele ver­ant­wort­lich sind, ist es wich­tig, dass Sie auch hier schon die Beleg­schaft bei der For­mu­lie­rung die­ser mit ein­be­zie­hen. Ins­be­son­dere wenn es darum geht in wel­chem Umfang kon­krete Ziel­vor­stel­lun­gen erreicht wer­den können, ist es den ver­ant­wort­li­chen Mitarbeiter*innen aus den jewei­li­gen Pro­zes­sen oft­mals eher möglich, eine rea­lis­ti­sche Einschätzung vor­zu­neh­men. Aber nicht nur zur realitätsnahen Beur­tei­lung des Möglichen, son­dern auch aus Gründen der Teil­habe und Mit­wir­kung ist es essen­zi­ell Mit­ar­bei­tende bei der Ziel-Formulierung mit ein­zu­be­zie­hen. Immer­hin wird es ihre Arbeits­be­rei­che teil­weise ganz wesent­lich beein­flus­sen und die Ziel­er­rei­chung nicht zuletzt von Ihnen abhängen.

Ziel­ge­recht zu for­mu­lie­ren ist jedoch gar nicht so leicht. Ähnlich wie bei der Vision, sollte man sich wirk­lich Zeit neh­men, um sein Ziel möglichst smart zu for­mu­lie­ren. Was sich im ers­ten Moment viel­leicht etwas sinn­frei anhört wird mit einem Bei­spiel ver­mut­lich deut­li­cher..
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Bei­spiel: Ver­bes­se­rung des Umweltschutzes

Auf den ers­ten Blick scheint dies durch­aus ein posi­ti­ves Ziel zu sein, immer­hin tun wir ja was für die Umwelt. Doch was eigent­lich? Erhöhen wir den Anteil der genutz­ten Abwärme und redu­zie­ren im Umkehr­schluss den Anteil, der in die Luft ent­weicht? Ver­rin­gern wir unser Abfall­auf­kom­men bei gleich­blei­ben­dem Pro­duk­ti­ons­vo­lu­men? Oder nut­zen wir Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien? Sich vor­zu­neh­men, mehr für den Umwelt­schutz zu tun reicht als Ziel­for­mu­lie­rung nicht aus. Wir müssen also kon­kret benen­nen, was wir errei­chen wol­len. Ziele müssen SMART sein.


Doch was bedeu­tet SMARTe Zielformulierung?

Laut Win­dolp (2014) soll die SMARTe Ziel­for­mu­lie­rung für Mitarbeiter*innen beson­ders ermu­ti­gend sein, da sie kon­kret und dadurch klar sind. Ein SMAR­Tes Ziel ist:

  • S — spezifisch,
  • M — messbar,
  • A — anspruchsvoll,
  • R — rea­lis­tisch und
  • T — terminiert.
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Nicht jedes Ziel kann sämtliche Kri­te­rien eines SMAR­Ten Ziels erfüllen, den­noch können for­mu­lierte Ziele SMART sein. Auch gibt es Ziel­for­mu­lie­run­gen, in denen sich die Kri­te­rien überlappen, also sowohl „spe­zi­fisch“ sind als auch durch die For­mu­lie­rung bereits „ter­mi­niert“ sind. Es sollte also nicht auf Krampf ver­sucht wer­den, zusätzliche Bau­steine hinzuzufügen.
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Wie kann die Ver­bes­se­rung des Umwelt­schut­zes nun aber SMART for­mu­liert werden?
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Zunächst ein­mal müssen wir einen kon­kre­ten Umwelt­as­pekt betrach­ten, den wir ver­bes­sern wol­len, um das Ziel spe­zi­fisch zu machen. Neh­men wir an wir wol­len weni­ger Abfall erzeu­gen. Wie viel? 3% im Jahr 2020. Damit haben wir bereits gleich zwei Kri­te­rien erfüllt mess­bar und ter­mi­niert. Wenn wir nun anneh­men, dass Sie Ihre Nach­hal­tig­keits­ziele gemein­sam mit Ihren Mitarbeiter+innen erar­bei­ten, die in den jewei­li­gen Pro­zes­sen tätig sind, bekom­men Sie zudem eine Einschätzung über die rea­li­sier­bare Abfall­ver­mei­dung und können auch damit sowohl ein anspruchs­vol­les als auch rea­lis­ti­sches Ziel im Sinne der SMAR­Ten Ziel­for­mu­lie­rung erarbeiten.
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Das SMARTe Ziel würde also lau­ten: Redu­zie­rung des Abfall­auf­kom­mens um 3% im Jahr 2019!

Die­ses Ziel ist spe­zi­fisch, mess­bar und ter­mi­niert und sollte es gemein­sam mit den Mit­ar­bei­tern erar­bei­tet wor­den sein, ist es sicher­lich rea­lis­tisch und wird von den Betei­lig­ten akzeptiert.

Wol­len Sie sich nun die Ver­bes­se­rung des betrieb­li­chen Umwelt­schut­zes auf die Fah­nen schrei­ben, bedeu­tet dies eine Reihe an SMAR­Ter Ziele, mit denen Sie Ihre Vorsätze zu sämtlichen Umwelt­as­pek­ten beschrei­ben, zu denen Sie kon­krete Ver­bes­se­run­gen anvi­sie­ren, wie hier zum Abfall, aber auch zu Was­ser, Strom, CO2-Emissionen, etc. Die Ver­bes­se­rung des Umwelt­schut­zes ist kein Ziel, son­dern ein Vor­ha­ben, wel­ches eine Reihe an Zie­len beinhaltet.

Kon­krete Kon­troll­fra­gen zur Ent­wick­lung SMAR­Ter Ziele, sowie wei­tere Infor­ma­tio­nen zur ganz­heit­li­chen Imple­men­tie­rung von CSR sind in dem Buch CSR muss keine Bürde sein! zu finden.