Das neue Buch von Niels Chris­ti­an­sen, “CSR muss keine Bürde sein!” erklärt, wie Unter­neh­men in 8 Etap­pen ein wir­kungs­vol­les CSR-Management kre­ie­ren können.

Wenn das sys­te­mi­sche Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment abschreckt und ich trotz­dem „CSR machen“ will

Nach­hal­tig­keit, Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity (CSR), unter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung oder gesell­schaft­li­ches Enga­ge­ment: Die Palette an Begriff­lich­kei­ten, mit denen Unter­neh­men auf ihre Ver­ant­wor­tung gegenüber Mensch und Natur hin­ge­wie­sen wer­den, fin­det kein Ende. Kein Wun­der, dass sich Unter­neh­men, die sich bis­lang wenig mit dem Thema befasst haben, schnell erschla­gen oder gar überfordert fühlen.

Wo und wie fange ich an? Diese Frage stel­len sich häufig kleine– und mittelständische Unter­neh­men, die sich erst­mals mit ihrer unter­neh­me­ri­schen Nach­hal­tig­keit befas­sen. Doch je mehr sie sich damit aus­ein­an­der­set­zen, desto kon­fu­ser wird es oft­mals. Sie wer­den kon­fron­tiert mit der Pro­dukt­ver­ant­wor­tung, mit Umwelt– und Sozi­al­stan­dards inner­halb der Lie­fer­ket­ten, mit umwelt­freund­li­chen Pro­duk­ti­ons­pro­zes­sen, mit der Attraktivität als Arbeit­ge­ber, mit gesell­schaft­li­chem Enga­ge­ment und dann sol­len all diese Dinge auch noch in ein sys­te­mi­sches Manage­ment gegos­sen wer­den. Das hört sich nach einer ziem­lich gro­ßen Auf­gabe an, für die viel Zeit und per­so­nelle Res­sour­cen benötigt wer­den, die gerade in klei­ne­ren Betriebe häufig nicht vor­han­den sind.

Aber untätig blei­ben und die Hände in den Schoß zu legen ist auch keine Alter­na­tive, immer­hin soll der Betrieb ja auch zukunftsfähig gestal­tet wer­den und dass man da nicht um glo­bale Trends wie der Ener­gie– und Res­sour­cen­lage, dem Kli­ma­wan­del und der damit ein­her­ge­hen­den Ökologisierung, der Digi­ta­li­sie­rung und zuneh­men­den Indi­vi­dua­li­sie­rung sowie einer her­aus­for­dern­den Bevölkerungsentwicklung her­um­kommt, ist vie­len Unter­neh­men bereits klar. Immer­hin ist der Wan­del heute bereits spürbar, durch Kun­den die bewuss­ter auf die Umwelt– und Sozialverträglichkeit von Pro­duk­ten ach­ten oder auch durch Mit­ar­bei­ter die eine stärkere Iden­ti­fi­ka­tion mit dem Job suchen, wodurch sich die Arbeits­welt schon jetzt maß­geb­lich verändert.

Es bleibt also die Frage nach dem „Wie?“. Wie können Unter­neh­men diese Flut an The­men, die für eine zukunftsfähige Ent­wick­lung ihrer Orga­ni­sa­tion not­wen­dig sind, anpa­cken oder gar managen?

An die­ser Frage ori­en­tiert sich das Buch “CSR muss keine Bürde sein!” und zwar ganz prak­tisch. Es wird dar­ge­legt wie Unter­neh­men mit Ihrer CSR-Arbeit begin­nen können. Ziel die­ses Buches ist es, anschau­lich und kon­kret auf­zu­zei­gen, wie sich Betriebe der The­ma­tik schritt­weise nähern kön­nen und in 8 Etap­pen zu einem effek­ti­ven Sys­tem kom­men, mit dem der CSR-Gedanke fest in einem Betrieb ver­an­kert wer­den kann. Kon­krete Vor­ge­hens­wei­sen und Metho­den zei­gen dabei wie die jewei­li­gen Etap­pen umge­setzt wer­den können.

Das Buch “CSR muss keine Bürde sein” ist auf dem Markt­platz fair­mondo zu finden.

Am 25. und 26. Sep­tem­ber 2015 fand das 15. CSR-Wochenende der Uni­ver­si­tät Mann­heim statt. Mit der halb­jäh­rig durch­ge­führ­ten Fach­ver­an­stal­tung rund um das Thema Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity ermög­licht die Uni­ver­si­tät inter­dis­zi­pli­när inter­es­sier­ten Stu­die­ren­den Zusatz­kom­pe­ten­zen zu erlan­gen. Beim 15. CSR-Wochenende waren Ting und Niels mit einem Work­shop zum Thema „Nach­hal­tig­keit mana­gen und berich­ten“ dabei und haben mit den Stu­die­ren­den die Nach­hal­tig­keits­leis­tung ver­schie­de­ner Unter­neh­men auf Basis der Bericht­er­stat­tung exem­pla­risch untersucht.

Nach­hal­tig­keit mana­gen – nicht nur kommunizieren

Bevor die Stu­die­ren­den in Klein­grup­pen die Nach­hal­tig­keits­leis­tung der Bei­spiel­un­ter­neh­men unter­such­ten, gab es zunächst eine kleine Ein­füh­rung ins betrieb­li­che Nachhaltigkeitsmanagement.

Ting Lee l sustaineration

Wich­tig hier­bei war, dass den Stu­die­ren­den die ganz­heit­li­che Ver­an­ke­rung von Nach­hal­tig­keit inner­halb einer Orga­ni­sa­tion ver­mit­telt wird, wel­che ent­spre­chend eines Mind-Maps dar­ge­stellt wurde.

Nachhaltigkeit managen

Damit Nach­hal­tig­keit ganz­heit­lich im Unter­neh­men imple­men­tiert wird müs­sen ent­spre­chende Werte in der Unter­neh­mens­stra­te­gie vor­han­den sein. Eine von der Unter­neh­mens­stra­te­gie los­ge­löste Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie darf nicht exis­tie­ren. Zudem sollte schon in der Vision oder im Leit­bild eines Unter­neh­mens die nach­hal­tige Aus­rich­tung ihrer Orga­ni­sa­tion erkenn­bar sein. Von hier aus, muss sich die Nach­hal­tig­keit durch sämt­li­che Unter­neh­mens­pro­zesse zie­hen und diese hin­sicht­lich ihrer Aus­wir­kun­gen auf Umwelt und Gesell­schaft beeinflussen.

Eine anre­gende Dis­kus­sion zur Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­tion führte dazu, dass sich die Teil­neh­mer mit der Frage aus­ein­an­der­setz­ten, was Unter­neh­men in Bezug auf ihre Nach­hal­tig­keits­leis­tung kom­mu­ni­zie­ren soll­ten und wel­chen Zweck die Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­tion erfül­len sollte. Die Dar­stel­lung der Unter­neh­mens­struk­tu­ren und der Auf­ga­ben der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion in Bezug auf das Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment, half den Stu­die­ren­den dabei die Kom­mu­ni­ka­tion der Nach­hal­tig­keits­leis­tung als blo­ßes Instru­ment zu ver­ste­hen, wel­ches genutzt wird, um die Trans­pa­renz zu gewähr­leis­ten und über die beste­hende Nach­hal­tig­keits­ar­beit zu informieren.

Was theo­re­tisch dis­ku­tiert wurde, sollte nun in die Pra­xis umge­setzt werden

Nach­dem die Stu­die­ren­den einen Ein­blick ins Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment erhal­ten haben und ein Ver­ständ­nis davon wie Nach­hal­tig­keit im Unter­neh­men ver­an­kert sein sollte, durf­ten sie sich ein Unter­neh­men aus­su­chen, bei dem sie die Nach­hal­tig­keits­leis­tung auf Basis der Bericht­er­stat­tung analysierten.

Mit kri­ti­schem Blick beur­teil­ten die Teil­neh­mer die dar­ge­stellte Leis­tung der Unter­neh­men und iden­ti­fi­zier­ten im glei­chen Zug Ver­bes­se­rungs­po­ten­tiale für die Nach­hal­tig­keits­ar­beit. Sie stell­ten nicht nur einige Dar­le­gun­gen der Unter­neh­men in Frage, son­dern konn­ten zugleich Mög­lich­kei­ten zur Ver­bes­se­rung ihrer Arbeit präsentieren.

Ergebnisse CSR Wochenende

Der Tag an der Uni­ver­si­tät Mann­heim war für uns sehr span­nend. Durch die inter­dis­zi­pli­näre Zusam­men­set­zung der Stu­die­ren­den sind beson­ders inter­es­sante Dis­kus­sio­nen zustande gekom­men, die den Work­shop sehr leben­dig gemacht haben.