Mitarbeiter_sustaineration

04 May sustainerators portraitiert: Ting Lee, Gründerin und Geschäftsführerin

Bei sus­tai­ne­ra­tion arbei­ten nach­hal­tig­keits­be­geis­terte Men­schen, die eine klare Vision vor Augen haben: Eine wer­teo­ri­en­tierte Wirt­schaft die auf Nach­hal­tig­keit beruht. Hier erfah­ren Sie mehr – sus­tai­ne­ra­tors stel­len sich vor!

Ting, stell dich doch bitte unse­ren Lesern kurz vor

Gerne, ich bin Ting und habe zusam­men mit Niels wäh­rend einer Vor­le­sung sus­tai­ne­ra­tion gegrün­det. Wo ich her­komme ist immer eine kom­pli­zierte Frage, Welt­bür­ger trifft es ganz gut, auch wenn es total kit­schig klingt. Ich habe Wur­zeln in Tai­wan und San Fran­cisco, fühle mich aber auch Chi­cago und Mann­heim sehr ver­bun­den – mitt­ler­weile auch Ber­lin. Ich habe Inter­na­tio­nal Busi­ness Manage­ment mit Schwer­punkt China stu­diert und nach eini­gen Jah­ren in der Wirt­schaft, den Mas­ter in Nach­hal­tig­keits– und Qua­li­täts­ma­nage­ment gemacht, wo ich auch mei­nen Grün­dungs­part­ner Niels ken­nen­ge­lernt habe.

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Wie bist du zu sus­tai­ne­ra­tion gekommen?

Ein Kol­lege sagte ein­mal zu mir, ich werde nie mit mei­nem Job zufrie­den sein. Bis dato hatte er Recht, ich hatte für diverse Unter­neh­men in unter­schied­li­chen Rol­len gear­bei­tet. Es waren span­nende Auf­ga­ben, doch mir hat immer etwas gefehlt. Es hat einige Jahre gedau­ert, aber eines Tages konnte ich die Lücke defi­nie­ren. Mir hat die ganz­heit­li­che Betrach­tung in der Wirt­schaft gefehlt, nicht nur das eigene Wohl des Unter­neh­mens im Sinne von Pro­fit – wie man so schön sagt – zu „maxi­mie­ren“, son­dern auch das Wohl­er­ge­hen ande­rer, wie Mit­ar­bei­ter, Gesell­schaft und Umwelt, die man auch mit sei­nem „Wirt­schaf­ten“ beeinflusst/beeinträchtigt ebenso im Blick zu haben. Denn ein Unter­neh­men soll dem Men­schen die­nen und nicht umge­kehrt. Ich wollte nicht mehr ein Teil davon sein und gleich­zei­tig bewei­sen, dass es auch anders geht. Glück­li­cher­weise fand ich einen Gleich­ge­sinn­ten als Sitz­nach­bar in der Vor­le­sung (grins).

Was bedeu­tet dir die Arbeit bei sustaineration?

Arbeit ist nicht mehr nur „Arbeit“, ich lebe was ich mache, manch­mal auch zum Leid mei­ner Freunde und Fami­lie (grins). Ich beschäf­tige mich auch in mei­ner Frei­zeit mit Nach­hal­tig­keit und lebe bewusst, d.h. dar­über nach­den­ken wo Dinge her­kom­men, unter wel­chen Bedin­gun­gen sie pro­du­ziert und wel­che Res­sour­cen dafür ein­ge­setzt wur­den, wie ihre Nut­zung sich auf Umwelt und Gesell­schaft aus­wir­ken, was mit ihnen pas­siert wenn wir sie nicht mehr nut­zen und ob man auch dar­auf ver­zich­ten oder eine Sub­sti­tu­tion fin­den kann. Also all­ge­mein wie man sich ver­bes­sern kann, sodass alle lang­fris­tig was davon haben. Genau das machen wir auch für unsere Kunden.

Wel­che Bedeu­tung hat Nach­hal­tig­keit in dei­nem Privatleben?

Nach­hal­tig­keit gewinnt von Tag zu Tag an Bedeu­tung. Ich lerne täg­lich etwas Neues dazu. Als Bei­spiel, ich dachte ich hätte schon alle Hand­lungs­fel­der in mei­nem Leben umge­stellt, da lese ich eines Tages über „grüne“ Ver­si­che­run­gen (die Umwelt– und sozi­al­ver­träg­li­che Pro­jekte för­dern). An Bank­kon­ten hatte ich schon lange gedacht, aber Ver­si­che­run­gen? Dann infor­miert man sich natür­lich und freut sich über diese Mög­lich­keit und möchte auch jedem gleich davon erzäh­len, damit sie auch was tun kön­nen… Da wären wir dann wie­der beim Leid mei­ner Freunde und Fami­lie ange­kom­men – denn nicht jeder freut sich so dar­über wie ich (lach).

Gibt es etwas das dir beson­ders viel Freude berei­tet oder etwas was du an dei­ner Arbeit gar nicht magst?

Ich freue mich jedes mal wie­der wenn wir mit Kun­den oder poten­ti­el­len Kun­den im Gespräch sind und sie voll dabei sind – Fra­gen stel­len, immer mehr wis­sen und tie­fer in die Mate­rie gehen wol­len. Es ist die­ser Moment, indem man merkt und sieht, dass neue Ver­knüp­fun­gen in ihrer Denk­weise statt­fin­den und schein­bar zusam­men­hangs­lo­ses schlag­ar­tig ver­knüpft wird und „Nach­hal­tig­keit“ plötz­lich Sinn macht oder sie ein ande­res Ver­ständ­nis dafür ent­wi­ckelt haben.

Was wünscht du dir für die Zukunft bei und mit sustaineration?

Ich hoffe, dass wir mit unse­rer Arbeit zur nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung der Wirt­schaft bei­tra­gen kön­nen und auch Men­schen dazu anre­gen über Nach­hal­tig­keit nach­zu­den­ken und umzu­den­ken. Denn wie ein Graf­fiti Spruch an der Hal­te­stelle S Stor­ko­wer Str. tref­fend sagt: „the least I can do is care“.

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