Innovation und Nachhaltigkeit

05 Mar Innovationen als Antrieb für mehr Nachhaltigkeit

Nach­hal­tig­keit ist heut­zu­tage fes­ter Bestand­teil vie­ler Unter­neh­mens­stra­te­gien. Dabei wird immer wie­der deut­lich, dass viele Unter­neh­men eine nach­hal­tige Ent­wick­lung durch Inno­va­tio­nen errei­chen wol­len. Inno­va­tio­nen haben für Unter­neh­men dahin­ge­hend eine dop­pelte Bedeu­tung. Zum einen kön­nen sie ihre Wett­be­werbs­fä­hig­keit stär­ken und mit neuen und zukunfts­wei­sen­den Pro­duk­ten auf den Markt tre­ten, zum ande­ren kön­nen dadurch effi­zi­en­tere und res­sour­cen­scho­nen­dere Pro­dukte und Pro­duk­ti­ons­me­tho­den geschaf­fen werden.

Inno­va­tio­nen als Motor für mehr Nachhaltigkeit

Um glo­bale Her­aus­for­de­run­gen wie der stei­gen­den Armut, Res­sour­cen­knapp­heit oder auch des demo­gra­fi­schen Wan­dels zu begeg­nen, stellt die erfolg­rei­che Ver­knüp­fung von Nach­hal­tig­keit und Inno­va­ti­ons­ent­wick­lung zukünf­tig eine immer bedeu­ten­dere Rolle dar. Zahl­rei­che Unter­neh­men nut­zen diese Mög­lich­keit bereits, um ihre Wett­be­werbs­fä­hig­keit durch inno­va­tive Lösungs­an­sätze, wel­che eine nach­hal­tige Ent­wick­lung adres­sie­ren, zu stär­ken. Damit kann aber nicht nur die Zukunfts­fä­hig­keit des Unter­neh­mens gesi­chert wer­den, son­dern durch Pro­dukt– und Pro­zes­sin­no­va­tio­nen, die bei­spiels­weise einen effi­zi­en­te­ren Res­sour­cen­ein­satz mit sich brin­gen kön­nen, wird ebenso ein wich­ti­ger Bei­trag zu einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung geleis­tet. Dies ist ins­be­son­dere in Ent­wick­lungs– und Schwel­len­län­dern von gro­ßer Bedeu­tung. Denn hier kön­nen Inno­va­tio­nen dazu bei­tra­gen, dass eine nicht nach­hal­tige Wirt­schafts­weise — wie zu Zei­ten der Indus­tria­li­sie­rung in Europa — über­sprun­gen wird und der Ent­wick­lungs­pro­zess die­ser Län­der nach­hal­ti­ger gestal­tet wer­den kann.

Wie kann Nach­hal­tig­keit in Inno­va­ti­ons­pro­zes­sen inte­griert werden?

Um ein erfolg­rei­ches und mög­lichst nach­hal­ti­ges Pro­dukt zu ent­wi­ckeln und auf den Markt zu brin­gen, muss die Pro­dukt­idee zunächst einen Pro­zess durch­lau­fen. Ange­fan­gen bei der Ideen­ent­wick­lung und Aus­wahl, über die Ent­wick­lung und Erpro­bung des Pro­dukts bis hin zur Markt­ein­füh­rung und Dif­fu­sion durch­läuft das Pro­dukt einen Inno­va­ti­ons­pro­zess. Wich­tig ist, dass in allen Pha­sen des Inno­va­ti­ons­pro­zes­ses nach­hal­tige Aspekte berück­sich­tigt und inte­griert werden.

Nachhaltigkeit_Innovationsprozess

Die Abbil­dung zeigt einen klas­si­schen Inno­va­ti­ons­pro­zess, mit unter­schied­li­chen Sze­na­rien wann Nach­hal­tig­keit inner­halb des Pro­zes­ses berück­sich­tigt wird. Wird von Beginn des Inno­va­ti­ons­pro­zes­ses, also schon bei der Ide­en­ge­ne­rie­rung dar­auf abge­zielt eine nach­hal­tige Inno­va­tion zu ent­wi­ckeln, ist die Wahr­schein­lich­keit, ein sol­che zu erhal­ten sehr hoch. Ist Nach­hal­tig­keit nicht Ziel der Inno­va­tion, kann den­noch eine „Nach­hal­tig­keit­sin­no­va­tion“ ent­ste­hen, jedoch ist es dann in der Regel eine zufäl­lige Entdeckung.

Nach­hal­tige Inno­va­tio­nen – Bei­spiele aus der Praxis

Der Tado Hei­zungs­reg­ler ist das smarte Ther­mo­stat für die Hei­zung in den eige­nen vier Wän­den. Durch die intel­li­gente Steue­rung der Hei­zungs­an­lage über das Smart­phone, kön­nen Nut­zer die Wärme zuhause regu­lie­ren und die gewünschte Tem­pe­ra­tur ein­stel­len bevor sie nach Hause kom­men. Dies ist ins­be­son­dere für Per­so­nen, die ihre eige­nen vier Wände warm haben möch­ten sobald sie zuhause sind, eine inno­va­tive Lösung. Dadurch muss die Hei­zung nicht mehr stän­dig lau­fen, son­dern kann gezielt 30–60 Minu­ten vor der Ankunft hoch­ge­stellt wer­den. Laut Erfah­rungs­be­rich­ten von Tado-Kunden konn­ten damit bis 60% Ein­spa­run­gen bei den Heiz­kos­ten erreicht werden.

Ein beson­de­res High­light gibt es für Fans der kabel­lo­sen Ver­net­zung. Kabel­lose Tas­ta­tu­ren haben heut­zu­tage in vie­len Büros und Eigen­hei­men ihren Platz gefun­den. Doch sehr umwelt­freund­lich sind die auf­grund der stän­di­gen Bat­te­rie­wech­sel nicht. Logi­tech ent­wi­ckelte hier eine  solar­be­trie­bene Tas­ta­tur, die selbst bei künst­li­chem Licht einen betriebs­fä­hi­gen Lade­stand erreicht. Damit wer­den der Bat­te­rie­wech­sel über­flüs­sig und die Öko­bi­lanz der Tas­ta­tur erheb­lich ver­bes­sert. Eine volle Ladung, hält laut Logi­tech selbst bei völ­li­ger Dun­kel­heit, bis zu drei Monaten.

Nach­hal­tige Inno­va­tio­nen bezie­hen sich jedoch nicht aus­schließ­lich auf Pro­dukt­in­no­va­tio­nen. Auch bei Pro­duk­ti­ons­pro­zes­sen müs­sen Unter­neh­men ori­gi­nelle Lösun­gen ent­wi­ckeln, um die Umwelt– und Sozi­al­ver­träg­lich­keit ihrer Arbeit zu ver­bes­sern. So betreibt bei­spiels­weise Faber Cas­tel am Pro­duk­ti­ons­stand­ort Stein eine eigene Pel­le­tier­an­lage wel­che Holz­ab­fälle aus der Pro­duk­tion presst. Diese wer­den im ehe­ma­li­gen Koh­le­bun­ker ein­ge­la­gert, um damit im Win­ter die Öfen zu behei­zen. Durch die instal­lierte Pelle­t­hei­zung kann ins­ge­samt 25% der benö­tig­ten Wär­men umwelt­scho­nend bereit­ge­stellt werden.

 

AUTOR

Niels Chris­ti­an­sen ist Grün­der und Geschäfts­füh­rer der sus­tai­ne­ra­tion UG. Aus sei­ner Sicht kön­nen echte Nach­hal­tig­keit­sin­no­va­tio­nen nur erreicht wer­den, wenn man den eige­nen Tel­ler ver­lässt und mal einen Blick über den Rand wagt.

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