Nachhaltigkeit_Arbeitsplatz_Kaffee

25 Jun Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz: Kaffee auf dem Prüfstand

Mit dem Start der Serie “Nach­hal­tig­keit am Arbeits­platz” wer­den wir in regel­mä­ßi­gen Abstän­den zu den Mög­lich­kei­ten einer nach­hal­ti­gen Arbeits­weise berich­ten. Mit prak­ti­schen Tipps wol­len wir Arbeit­ge­bern und Arbeit­neh­mern Maß­nah­men auf­zei­gen, die ein­fach umsetz­bar sind und dafür Sorge tra­gen, dass der Arbeits­all­tag öko­lo­gi­scher und sozial gerech­ter gestal­tet wird.

Heute: KAFFEE auf dem Prüfstand

Kaf­fee ist das Lieb­lings­ge­tränk der Deut­schen und das nicht nur Zuhause, auch im Büro. Einen am Mor­gen nach der Ankunft, einen im Laufe des Vor­mit­tags,  einen nach der Mit­tags­pause und einen um die Nach­mit­tags­mü­dig­keit zu über­lis­ten. In den deut­schen Büros wird enorm viel Kaf­fee ver­zehrt. Doch denkt dabei auch jemand an die Umwelt oder an die Kaf­fee­bau­ern? Viele Unter­neh­men ach­ten bei der Ver­sor­gung ihrer Mit­ar­bei­ter zunächst sel­ten auf Nach­hal­tig­keit. Doch das ist wich­tig — die Hand­lungs­mög­lich­kei­ten in die­sem Bereich sind sehr viel­fäl­tig und die Not­wen­dig­keit zu han­deln längst über­fäl­lig. Allein bei Kaf­fee­kap­seln, wur­den Schät­zun­gen zufolge im ver­gan­ge­nem Jahr, in Deutsch­land etwa zwei Mil­li­ar­den Kap­seln ver­braucht. Der Kaf­fee aus der Kap­sel ent­wi­ckelt sich zum Müll­pro­blem und erfreut sich einer stei­gen­den Beliebt­heit. Kein ande­rer Kaf­fee erlebt einen solch star­ken Wachs­tum. Die nach­fol­gende Gra­fik der FAZ zeigt das Müll­pro­blem der Kaffeekapsel.

Der Kaffee aus der Kapsel erobert Deutschland

(Quelle: Frank­fur­ter Allgemeine)

Durch den stei­gen­den Kon­sum, ent­ste­hen jähr­lich gigan­ti­sche Müll­berge. Erstaun­li­cher­weise ist der Kaf­fee aus der Kap­sel, trotz sei­nes hohen Prei­ses so beliebt. Im Ver­gleich zum klas­si­schen Fil­ter­kaf­fee kos­tet der Kaf­fee aus der Kap­sel zum Teil mehr als das Fünf­fa­che, wäh­rend man für 1kg Röst­kaf­fee etwa 12€ bezahlt, kos­ten die Kap­seln 70€.

Unter­neh­men soll­ten mit gutem Bei­spiel voran gehen. Es ist so ein­fach seine Vor­bild­funk­tion gegen­über sei­nen Mit­ar­bei­tern wahr­zu­neh­men und dabei die Umwelt zu scho­nen. Kaf­fee aus der Kap­sel führt nicht dazu. Durch den Aus­tausch der Kaf­fee­ma­schi­nen kön­nen viele Unter­neh­men eine rie­sige Menge an Müll ein­spa­ren. Wenn man die kon­su­mier­ten Kap­seln für eine Woche sam­melt, wird schnell deut­lich, welch ein rie­si­ger Müll­berg im Jahr allein durch den Kaf­fee­kon­sum ent­steht. Aber es wird nicht nur eine enorme Menge an Müll ver­mei­det - durch die hohen Preise der Kap­seln ist eine Umstel­lung auf Kapsel-freie Maschi­nen gleich­zei­tig mit einer hohen Kos­ten­ein­spa­rung verbunden.

Der erste Schritt zu einem nach­hal­ti­ge­ren Arbeits­platz könnte also das Aus­tau­schen der Kap­sel­ma­schi­nen durch Fil­ter­ma­schi­nen oder Maschi­nen für ganze Boh­nen sein. Und damit am Ende nicht nur die Umwelt dar­über lacht, sollte ebenso auf die Her­kunft des Kaf­fees und die sozia­len Bedin­gun­gen im Anbau geach­tet wer­den. Der Fair­trade und GEPA Kaf­fee lässt sich daher beson­ders genie­ßen — auch im Büro.

 

AUTOR

Niels Chris­ti­an­sen ist Grün­der und Geschäfts­füh­rer von sus­tai­ne­ra­tion und ein ech­ter Kaffeegenießer.

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