Energieklasse01

01 Dec EU Energieeffizienz Richtlinie erhöht Anforderungen an die Wirtschaft

Die im Dezem­ber 2012 in Kraft getre­tene EU Energieeffizienz-Richtlinie gibt den Rah­men für Ener­gie­ef­fi­zi­enz­maß­nah­men der EU-Mitgliedsländer vor. Im Juni 2014 hat die Bun­des­re­gie­rung ihre Umset­zungs­mit­tei­lung an die EU Kom­mis­sion geschickt, um dar­zu­stel­len, wie diese im natio­na­len Gesetz ver­an­kert wird.

Hin­ter­grund der Richtlinie

Auf Grund stei­gen­der Roh­stoff­preise und abneh­men­der Res­sour­cen spielt der effi­zi­en­tere Umgang mit Ener­gie eine zuneh­mend wich­ti­gere Rolle. Dar­über hin­aus stellt die Stei­ge­rung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz eine der wesent­li­chen Säu­len der Ener­gie­wende dar. Eine Stei­ge­rung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz bringt zudem erheb­li­che Vor­teile für die Wirt­schaft mit sich, denn dadurch wer­den Kos­ten gesenkt, die Abhän­gig­keit von Export­län­dern ver­rin­gert und bedeu­tende Inves­ti­tio­nen für die hei­mi­sche Wirt­schaft geför­dert. Damit ist die Ener­gie­ef­fi­zi­enz nicht nur für den Erfolg der Ener­gie­wende, son­dern auch für die deut­sche Volks­wirt­schaft einer der zen­tra­len Erfolgsfaktoren.

Vor die­sem Hin­ter­grund haben sich die EU-Mitgliedstaaten 2007 dar­auf ver­stän­digt, den Pri­mär­en­er­gie­ver­brauch bis 2020 um 20 % zu redu­zie­ren. Die bis­he­rige Umset­zung der Richt­li­nie lässt jedoch ver­mu­ten, dass das vor­ge­ge­bene Ziel nicht erreicht wird – so sieht es die EU Kom­mis­sion. Aus die­sem Grund hat die EU Kom­mis­sion im Jahr 2011 eine neue Energieeffizienz-Richtlinie (2012/27/EU) her­vor­ge­bracht, um so das Ziel, die Ener­gie­ef­fi­zi­enz um 20 % bis 2020 zu stei­gern doch noch zu erreichen.

EU Energieeffizienz-Richtlinie – was beinhal­tet sie und wen betrifft sie

Mit der neuen Energieeffizienz-Richtlinie wird ein neuer Rah­men für Ener­gie­maß­nah­men geschaf­fen, mit dem sicher­ge­stellt wer­den soll, dass das Ziel der EU – die Ener­gie­ef­fi­zi­enz bis 2020 um 20 % zu stei­gern – erreicht wird und wei­tere Ver­bes­se­run­gen der Ener­gie­ef­fi­zi­enz nach 2020 vor­be­rei­tet wer­den. Dabei beinhal­tet die Richt­li­nie die Fest­le­gung von natio­na­len Ener­gie­ef­fi­zi­enz­zie­len für 2020, die Ver­pflich­tung zur Ener­gie­ein­spa­rung sowie die Stei­ge­rung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz bei der Umwand­lung und Ver­tei­lung der Ener­gie. Für euro­päi­sche Unter­neh­men, die mehr als 250 Mit­ar­bei­te­rIn­nen haben und einen jähr­li­chen Umsatz von mehr als 50 Mio. EURO, bedeu­tet diese Geset­zes­än­de­rung eine ver­pflich­tende Durch­füh­rung eines Ener­gie­au­dits bis zum 5. Dezem­ber 2015, wel­ches min­des­tens alle vier Jahre wie­der­holt wer­den muss.

Manage­ment­sys­tem statt Energieaudit

Unter­neh­men sind von der Pflicht frei­ge­stellt, wenn sie ein Ener­gie­ma­nage­ment­sys­tem nach DIN EN ISO 50001 ein­ge­rich­tet und ent­spre­chend zer­ti­fi­ziert haben, oder ein Umwelt­ma­nage­ment­sys­tem im Sinne der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1221/2009 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates über die frei­wil­lige Teil­nahme von Orga­ni­sa­tio­nen an einem Gemein­schafts­sys­tem für Umwelt­ma­nage­ment und Umwelt­be­triebs­prü­fung imple­men­tiert haben,  wel­ches ent­spre­chend vali­diert ist (EMAS). So sieht es der erste Ent­wurf zur Anpas­sung des Geset­zes über Ener­gie­dienst­leis­tun­gen und andere Ener­gie­ef­fi­zi­enz­maß­nah­men, des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Ener­gie vor.

Dies zeigt wie­der ein­mal, dass die Ein­füh­rung von Manage­ment­sys­te­men, die dazu die­nen, die Umwelt– und Ener­gie­leis­tung einer Orga­ni­sa­tion kon­ti­nu­ier­lich zu ver­bes­sern, einen wesent­li­ches Erfolgs­kri­te­rium und gleich­zei­tig ein bedeu­ten­der Wett­be­werbs­vor­teil sein kann. Manage­ment­sys­teme, wel­che die Nach­hal­tig­keits­leis­tung eines Unter­neh­mens steu­ern, sind in Zukunft nicht mehr weg­zu­den­ken und wer­den auch durch den Gesetz­ge­ber mehr und mehr zum Standard.

Foto: Copy­right B. Wyle­zich

 

AUTOR

Niels Chris­ti­an­sen ist Grün­der und Geschäfts­füh­rer der sus­tai­ne­ra­tion UG und beglei­tet Unter­neh­men bei der Imple­men­tie­rung von Manage­ment­sys­te­men, zur ste­ti­gen Ver­bes­se­rung der unter­neh­me­ri­schen Nachhaltigkeitsleistung.

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