CSR Check Stakeholder

csr: Anforderungen und Erwartungen kennen

In der Reihe zum Buch CSR muss keine Bürde sein! stel­len wir die 8 wesent­li­chen Etap­pen zur Ein­füh­rung eines Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ments vor.

Etappe 2: Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen kennen

Wenn im Zusam­men­hang mit Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity von Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen gespro­chen wird, geht es im Wesent­li­chen um recht­li­che Anfor­de­run­gen, sowie Erwar­tun­gen sei­tens der Sta­ke­hol­der eines Unter­neh­mens. Mit Sta­ke­hol­der sind alle Akteure, bzw. Par­teien gemeint, die in irgend­ei­ner Form ein Inter­esse an einem Unter­neh­men haben kön­nen. Dies kön­nen interne Inter­es­sen­grup­pen sein, wie Mit­ar­bei­ter, Füh­rungs­kräfte und Eigen­tü­mer, aber auch externe Akteure wie Kun­den, Nach­barn, Lie­fe­ran­ten, Dienst­leis­ter, Medien, Ver­eine und Ver­bände oder auch Städte und Kom­mu­nen. Eine enge Ein­bin­dung der eige­nen Sta­ke­hol­der ist für die Ent­wick­lung von Unter­neh­men beson­ders wich­tig und kann als lang­fris­ti­ges Erfolgs­kri­te­rium ver­stan­den wer­den – ins­be­son­dere bei der Aus­ge­stal­tung der Nach­hal­tig­keits­ar­beit von Unternehmen.

Will ein Unter­neh­men zukunfts­fä­hig auf­ge­stellt sein, ist es also not­wen­dig Vor­stel­lun­gen und Erwar­tun­gen sei­ner Sta­ke­hol­der zu ken­nen und zu berück­sich­ti­gen. Auch kann ein kon­struk­ti­ver Aus­tausch mit sei­nen Sta­ke­hol­dern bei der Beant­wor­tung kom­ple­xer Nachhaltigkeits-Herausforderungen hel­fen und ist in die­sem Zusam­men­hang ein wich­ti­ger Bau­stein bei der Ent­wick­lung und Pla­nung sei­ner CSR-Aktivitäten.

Sie wis­sen nicht, was Ihre Sta­ke­hol­der erwarten?

Fra­gen Sie sie! Tre­ten Sie in einen Dia­log mit Ihren Sta­ke­hol­dern und fra­gen Sie diese nach ihren Erwar­tun­gen. Hier gibt es zahl­rei­che Wege wie Sie dies tun kön­nen, ein mög­li­cher Weg ist die Befra­gung anhand eines Fra­ge­bo­gens. Wozu Ihre Sta­ke­hol­der darin befragt wer­den steht Ihnen frei. Was wür­den Sie denn gerne mal von Ihren Kun­den, Ihren Mit­ar­bei­tern oder auch Ihren Lie­fe­ran­ten erfahren?

Für die Gestal­tung Ihrer Nach­hal­tig­keits­ar­beit, den­ken Sie daran, die Nach­hal­tig­keits­as­pekte (aus Etappe 1) dort ein­flie­ßen zu las­sen. Sie kön­nen Ihre Sta­ke­hol­der z.B. Aus­kunft zu den iden­ti­fi­zier­ten Nach­hal­tig­keits­as­pek­ten geben las­sen, die Sie in der 1. Etappe erfasst haben. Fra­gen Sie diese doch mal, wie rele­vant die Aspekte aus den Berei­chen Umwelt, Lie­fer­kette, Arbeits­welt, etc. für sie sind und fra­gen Sie in die­sem Zusam­men­hang auch, wie inten­siv Ihre Anspruchs­grup­pen die Bear­bei­tung die­ser Aspekte durch Sie wahr­neh­men. Dar­aus las­sen sich viele Rück­schlüsse zie­hen! Zum einen erfah­ren Sie in wel­chen Berei­chen Ihre Sta­ke­hol­der Hand­lungs­be­darf sehen oder sich mehr Enga­ge­ment Ihrer­seits wün­schen, zum ande­ren kön­nen Sie aber auch fest­stel­len, ob Ihre Bemü­hun­gen über­haupt wahr­ge­nom­men wer­den, sollte es wel­che geben. Dar­aus wür­den sich wie­derum Rück­schlüsse auf die Wirk­sam­keit der Kom­mu­ni­ka­tion Ihrer Nach­hal­tig­keits­be­mü­hun­gen zie­hen las­sen. Auch erhal­ten Sie die Infor­ma­tion, wel­che Nach­hal­tig­keits­as­pekte oder –the­men über­haupt als rele­vant betrach­tet werden.

Eine Befra­gung ist ledig­lich ein mög­li­cher Weg von vie­len und stellt eher ein ana­ly­ti­sches Vor­ge­hen dar, in dem sys­te­ma­tisch zu aus­ge­wähl­ten The­men und/oder Aspek­ten Aus­kunft ein­ge­holt wird.

Ein ande­res denk­ba­res For­mat wäre z.B. eine Dialog-Veranstaltung, bei der Sie Ihre Sta­ke­hol­der ein­la­den und sich im Rah­men eines vor­be­rei­te­ten Tref­fens zu unter­schied­li­chen Nach­hal­tig­keits­the­men aus­tau­schen. Hier­bei emp­fiehlt es sich eine externe Mode­ra­tion für den Tag bzw. den Aus­tausch ein­zu­be­zie­hen, wel­che die Vor­be­rei­tung und vor allem die Beglei­tung des Tages übernimmt.

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Die Abbil­dung stellt die bei­den For­mate ver­glei­chend gegen­über und soll bei der Ent­schei­dungs­fin­dung helfen.

Haben Sie die Erwar­tun­gen und Anfor­de­run­gen Ihrer Sta­ke­hol­der erfasst, ver­glei­chen Sie die Ergeb­nisse mit dem erar­bei­te­ten Sta­tus Quo, denn ggf. sind Aspekte denen eine gerin­gere Rele­vanz beige­mes­sen wurde, nun doch wich­ti­ger oder umge­kehrt. In die­sen Fäl­len müsste die Rele­vanz kor­ri­giert wer­den, was sich eben­falls auf den Hand­lungs­be­darf auswirkt.

Auch kön­nen aus der Stakeholder-Analyse bereits kon­krete Hand­lungs­be­darfe bzw. Maß­nah­men abge­lei­tet wer­den, die Sie bei der spä­te­ren Gestal­tung Ihrer Nach­hal­tig­keits­ziele und bei einem Maß­nah­men– oder Akti­ons­plan berück­sich­ti­gen sollten.

Beach­ten Sie, nicht alle Stakeholder-Gruppen haben die glei­che Rele­vanz für Ihr Unter­neh­men. Wei­tere Infor­ma­tio­nen und bei­spiel­hafte Metho­den zur Erfas­sung und Bewer­tung von Sta­ke­hol­der­grup­pen sowie der ganz­heit­li­chen Imple­men­tie­rung von CSR sind in dem Buch CSR muss keine Bürde sein! zu finden.

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