CSR_Bericht_Pflicht_sustaineration

04 Jun Mehr Transparenz: EU verabschiedet Richtlinie zur verpflichtenden CSR-Berichterstattung

Die Pflicht zum Bericht. Zukünf­tig wer­den Unter­neh­men ab einer Größe von 500 Mit­ar­bei­tern ver­pflich­tet über Umwelt– und Sozi­al­be­lange Bericht zu erstat­ten, so sieht es die EU-Kommission vor.

CSR — Was ist das?

Zunächst stel­len sich viele Unter­neh­men, aber auch Ver­brau­cher, die Frage was sich hin­ter dem eng­li­schen Begriff „Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity (CSR)“ ver­birgt. Kein Wun­der, denn bereits hier gehen die Mei­nun­gen der Fach­leute, zum Teil stark aus­ein­an­der. Wo die Einen dar­un­ter das soziale Enga­ge­ment eines Unter­neh­mens ver­ste­hen, was auf­grund der eng­li­schen Ter­mi­no­lo­gie und der Her­vor­he­bung des sozia­len Aspekts durch­aus ver­ständ­lich ist, gehen Andere noch ein Schritt wei­ter und betrach­ten CSR als gesamt­ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung, wel­che neben Sozi­al­be­lan­gen auch Umwelt­aus­wir­kun­gen beinhaltet.

Und genau das meint Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity. Eine nach­hal­tige Aus­rich­tung sämt­li­cher Unter­neh­mens­ak­ti­vi­tä­ten, mit­hilfe derer eine wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät, bei mög­lichst hoher Sozial– und Umwelt­ver­träg­lich­keit des Unter­neh­mens erreicht wer­den soll.

Richt­li­nie zur Bericht­er­stat­tung über Umwelt– und Sozialbelange

Mitte April hat das EU-Parlament die Richt­li­nie zur ver­pflich­ten­den CSR-Berichterstattung beschlos­sen. Künf­tig sind alle Finanz­dienst­leis­ter und bör­sen­no­tierte Unter­neh­men mit mehr als 500 Mit­ar­bei­tern zur Bericht­er­stat­tung über „nicht-finanzielle Aspekte“ ver­pflich­tet. Dies betrifft euro­pa­weit etwa 6.000 Unter­neh­men. Diese müs­sen zukünf­tig zu Sozial– und Umwelt­be­lan­gen berich­ten oder ihre Nicht-Berichterstattung plau­si­bel begrün­den. Für die gefor­derte Bericht­er­stat­tung die­nen, nach EU-Empfehlung unter ande­rem die „Sus­taina­bi­lity Reporting Gui­de­lines“ der „Glo­bal Reporting Initia­tive“ oder auch der Fort­schritts­be­richt des UN Glo­bal Com­pact, die ISO 26000 sowie die OECD-Richtlinien. Außer­dem die­nen auch die Sozi­al­stan­dards der Inter­na­tio­na­len Arbeits­or­ga­ni­sa­tion als Orientierungsrahmen.

Die Bericht­er­stat­tungs­pflicht soll einen wesent­li­chen Bei­trag zur Stei­ge­rung der Trans­pa­renz leis­ten. Die Ver­pflich­tung eines Unter­neh­mens über ihr sozia­les Enga­ge­ment, ihr Enga­ge­ment im Umwelt­schutz und auf die Mit­ar­bei­ter bezo­gene Initia­ti­ven, sowie zu Kri­te­rien der Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung und Ein­hal­tung der Men­schen­rechte stellt viele Unter­neh­men vor eine neue Auf­gabe. Da es nicht nur um die trans­pa­rente Kom­mu­ni­ka­tion zu den genann­ten The­men geht, son­dern gleich­zei­tig das Geschäfts­mo­dell der betrof­fe­nen Unter­neh­men erläu­tert und auf das Risi­ko­ma­nage­ment zu den „nicht-finanziellen Aspek­ten“ ein­ge­gan­gen wer­den muss, wird sich die externe Kom­mu­ni­ka­tion vie­ler Unter­neh­men grund­le­gend verändern.

Chance erken­nen und pro aktiv handeln

Diese Bericht­er­stat­tungs­pflicht wird etwa 6000 Unter­neh­men in ganz Europa betref­fen. Das ist nicht viel. Doch der Trend geht deut­lich zu mehr unter­neh­me­ri­scher Trans­pa­renz, mit die­ser Richt­li­nie wird diese auch erst­mals auf euro­päi­scher Ebene gefordert.

Für Unter­neh­men sollte dies ein Zei­chen sein, heute bereits auf künf­tige Anfor­de­run­gen vor­be­rei­tet zu sein. Auch wer nicht unter die kom­mende Bericht­er­stat­tungs­pflicht fällt, sollte sich bereits heute mit der unter­neh­mens­ei­ge­nen Nach­hal­tig­keits­leis­tung aus­ein­an­der­set­zen, um auch zukünf­ti­gen Ver­än­de­run­gen, ob poli­ti­scher oder gesell­schaft­li­cher Natur, gerecht zu werden.

 

AUTOR

Niels Chris­ti­an­sen ist Grün­der und Geschäfts­füh­rer von sus­tai­ne­ra­tion und unter­stützt Unter­neh­men sowohl bei der kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­bes­se­rung ihrer Nach­hal­tig­keits­leis­tung, als auch bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung.

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