Niels Christiansen

Corona eröffnet regionaler Wirtschaft neue Chancen

Grafik l_SupportYourLocalDie Krise durch das Coro­na­vi­rus ist in nahezu allen Bran­chen ange­kom­men und sorgt für hef­tige Span­nun­gen. Ins­be­son­dere glo­bal agie­rende Unter­neh­men kämp­fen mit Pro­ble­men in den Lie­fer­ket­ten und im inter­na­tio­na­len Ver­trieb. Auch regio­nale Betriebe trifft die Krise hart, doch im Gegen­satz zu den Glo­bal Play­ern erle­ben sie eine unge­ahnte Welle der Unterstützung.

Unter dem Hash­tag Sup­por­tY­our­Lo­cal zeigt sich die regio­nale Bevöl­ke­rung soli­da­risch mit der loka­len Wirt­schaft und teilt in den sozia­len Medien, wie sie ihre Lieb­lings­lä­den, –Restau­rants und –Cafés in der Krise den Rücken stär­ken. Durch die Coro­na­krise erle­ben wir der­zeit ein stei­gen­des Bewusst­sein für Regionalität.

Beste Vor­aus­set­zun­gen, um die Krise als Chance zu begreifen

Als Chance zur Re-Regionalisierung! Welt­markt­füh­rer­schaft mag zwar reiz­voll klin­gen, ist aber auch mit beson­de­ren Risi­ken ver­bun­den. Die aktu­elle Situa­tion zeigt deut­lich, wie fra­gil glo­ba­li­sierte Lie­fer­ket­ten sind. Hinzu kom­men immense Umwelt­kos­ten und soziale Fol­gen in Zulie­ferer­län­dern, die wir oft­mals gar nicht über­bli­cken können.

Unter­neh­men ste­hen vor der ein­ma­li­gen Chance, Struk­tu­ren zu trans­for­mie­ren und damit Geschäfts­mo­delle zu ent­wi­ckeln, die für die Region und für die Umwelt wert­voll sind. Die Regio­na­li­sie­rung des eige­nen Unter­neh­mens bie­tet mehr Sta­bi­li­tät sowie die Mög­lich­keit, öko­lo­gi­sche und soziale Aspekte bes­ser in Pro­duk­ti­ons– und Ver­triebs­struk­tu­ren zu inte­grie­ren. Wer­den die Pro­duk­tio­nen nach regio­na­len Gege­ben­hei­ten gestal­tet, und nicht danach, wo die bil­ligs­ten Pro­duk­ti­ons­struk­tu­ren vor­herr­schen, dann erhal­ten wir auch rea­lis­ti­schere Preise. Preise, in denen keine ver­steck­ten Kos­ten, wie z.B. durch Dum­ping­löhne oder man­gel­haf­ten Umwelt­stan­dards, exter­na­li­siert werden.

Beson­de­rer Mehr­wert loka­ler Unternehmen 

Ver­schie­dene Aspekte einer wach­sen­den Regio­na­li­sie­rung über­zeu­gen. Bei­spiels­weise wird das lokale Koope­ra­ti­ons­ver­hal­ten ange­regt. Denn wenn Roh­stoff­an­bau in die Region zurück­kehrt oder erst­mals her­ge­holt wird, dann wer­den auch unter­schied­lichste Fähig­kei­ten aus Wirt­schaft und Land­wirt­schaft benö­tigt. Unter­neh­men kre­ie­ren viel­sei­ti­gere Geschäfts­mo­delle, erwei­tern dabei ihre Kom­pe­ten­zen, wer­den ins­ge­samt sta­bi­ler und set­zen auf Klasse statt auf Masse.

Außer­dem bedeu­tet eine zuneh­mende Regio­na­li­sie­rung auch eine diver­sere Wirt­schaft, die einen viel­sei­ti­ge­ren Arbeits­markt zur Folge hat und ins­ge­samt kri­sen­fes­ter ist. Wir soll­ten nicht mehr das Wachs­tum unse­rer Unter­neh­men im Blick haben, son­dern die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät sowie den öko­lo­gi­schen und gesell­schaft­li­chen Mehr­wert für die Region.

Corona hat uns gelehrt, dass wir es können!

Bereits jetzt haben sich aus der Krise her­aus viele Kom­pe­ten­zen ent­wi­ckelt. Regio­nale Betriebe neh­men ihre Ver­ant­wor­tung ernst und fin­den Wege, einen posi­ti­ven Bei­trag zur aktu­el­len Situa­tion zu leis­ten. Zahl­rei­che Unter­neh­men pro­du­zie­ren Mund­schutze und kon­zen­trie­ren sich auf Pro­dukte, die sonst aus dem fer­nen Aus­land impor­tiert wer­den. Die Krise lehrt uns, dass wir vie­les selbst können.

Wir soll­ten diese Erfah­rung nut­zen, um wie­der viel­fäl­ti­ger und wider­stands­fä­hi­ger zu wer­den, als Wirt­schaft und als Region. 

 

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