Niels Christiansen

14 Nov Interdisziplinäre Wochen an der FH Kiel – Teil1: CR erfolgreich managen

Bereits zum drit­ten Mal ver­tre­ten bei den Inter­dis­zi­pli­nä­ren Wochen (IDW) der Fach­hoch­schule Kiel, wol­len wir nun mal einen klei­nen Ein­blick in unsere Work­shops dort ver­schaf­fen. Im Rah­men der IDW haben die Stu­die­ren­den der Hoch­schule die Gele­gen­heit Vor­träge und Work­shops zu den unter­schied­lichs­ten The­men zu besu­chen und ihre Stu­di­en­ver­an­stal­tun­gen indi­vi­du­ell zu ergän­zen. Im Rah­men der 15. Inter­dis­zi­pli­nä­ren Wochen bie­tet sus­tai­ne­ra­tion bereits zum drit­ten Mal einen Work­shop zum Thema Nachhaltigkeitsmanagement.

Nach­hal­tig­keit unter­neh­me­risch verankern

Nach einem klei­nen Warm-Up, um frisch in einen inten­si­ven Workshop-Tag zu star­ten, wurde den Teil­neh­mern zunächst an einem Schau­bild erläu­tert, wie sich Nach­hal­tig­keit in ein­zel­nen Unter­neh­mens­be­rei­chen wie­der­fin­det und wie Nach­hal­tig­keit hier umge­setzt wer­den kann.

Nachhaltigkeit managen

Die Vor­stel­lung eini­ger Instru­mente, u.a. aus dem Umwelt– und Sta­ke­hol­der­ma­nage­ment ver­deut­lichte noch­mals wie die Umset­zung nach­hal­ti­gen Wirt­schaf­tens sys­te­ma­tisch rea­li­siert wer­den kann.

Case Study – Wie wird Nach­hal­tig­keit in der Pra­xis umgesetzt?

Nach­dem die Stu­die­ren­den ein wenig Input erhal­ten haben, waren sie nun selbst an der Reihe etwas zu erar­bei­ten. Hierzu konn­ten sie aus einem klei­nen Fun­dus an Nach­hal­tig­keits­be­rich­ten ein Bei­spiel­un­ter­neh­men wäh­len, wel­ches sie in Klein­grup­pen ana­ly­sier­ten. Die Stu­die­ren­den haben einen IST-Zustand der Nach­hal­tig­keits­leis­tun­gen der unter­schied­li­chen Unter­neh­men erar­bei­tet auf Basis des­sen, was die jewei­li­gen Unter­neh­men in ihren Nach­hal­tig­keits­be­rich­ten nach außen tra­gen und kom­mu­ni­zie­ren. Neben Hen­kel und C&A wurde auch eine gemein­nüt­zige Orga­ni­sa­tion, „Die Tafeln“ unter­sucht… hier wurde anstelle des Nach­hal­tig­keits­be­rich­tes der Jah­res­be­richt des Bun­des­ver­band Deut­sche Tafel e.V. analysiert.

IDW FH Kiel l

IDW FH Kiel l — Grup­pen­ar­beit “Henkel”

IDW FH Kiel ll

IDW FH Kiel ll — Grup­pen­ar­beit “Die Tafeln”

IDW FH Kiel lll

IDW FH Kiel lll — Grup­pen­ar­beit C&A

Case Study – Pra­xis­bei­spiele sys­te­ma­tisch bewerten

Die ein­zel­nen Orga­ni­sa­tio­nen wur­den anschlie­ßend von den Stu­die­ren­den bewer­tet. Durch die Dar­stel­lung zu Beginn, wie Nach­hal­tig­keit unter­neh­me­risch ver­an­kert und umge­setzt wird, waren die Teil­neh­mer in der Lage dies auf ihre Pra­xis­bei­spiele anzu­wen­den und konn­ten die oft­mals sehr posi­tiv dar­ge­stell­ten Nach­hal­tig­keits­in­for­ma­tio­nen adäquat beurteilen.

Wie jedes Mal, war auch die­ser Tag ein­fach super! Die Stu­die­ren­den der Fach­hoch­schule sind immer sehr enga­giert dabei — es macht uns jedes Mal viel Spaß mit ihnen zu arbeiten.

Read More
Niels Christiansen

09 Okt Waarum wi unse Verhollen ännern mööt, dormit unse Kinner een Chance hebben

Siet gut fief Johr arbeite ik nu schon doran dat Ünner­neh­men bed­der mit de Pla­net un de Lüd de dor op leven, umgohn. Gor nich so licht un manchmol makt mi dat ok teem­lich tru­rig mit anto­kie­ken we scha­kig mit Minsch, Tir un Natur umgohn ward. Wi all wöt disse Welt je ok för unse Kin­ner, Enkel­kin­ner un Uren­kel oprecht erhol­len, aver dorbi gohn un wat dorför don dat sik wat ännern deit, dat schient uns nich so licht to fallen.

Ik bin Niels, ik bin 31 Johr old, Sleswig-Holsteener un wünsch mi, dat mien Öllern­hus in hun­nert Johr noch dor steiht wo dat hüt is un nich vun de Noord­see över­schwemmt ward.

Ik moch dat sik wat ännern deit – so kann dat nich wie­der gohn!

Wi koo­pen as gift dat keen mor­gen mehr: All twee Johr een niege Bim­mel­büx, all dree Johr bruk wi een niege Reck­ner un een niege Ben­zin­kutsch oder tominnst dann wenn de Naver een niege hett, Tüch koo­pen wi partu in Över­fluss. Blots weil H&M un we de alle heten alle poor Wuchen een niege Reg rut brin­gen, ren­nen wi los un holen uns dat Schiet. De Indus­trie schnackt vun „Fast Fashion“ – is dat wirkli nödig?

As is dat noch nich genoog, unse Mum­pitz geiht noch wieder

Fran­zööske Wader schlep­pen wi kis­ten­wies na Hus, worbi unse Wader ut de Hohn ämso gut is un uns man jüs een Vid­del kost. Dat dat fran­zööske Wader hun­nerte vun Kilo­me­ter her­schleppt ward un nicht unbe­dingt gut is för de Umwelt, dat is sach jedem klor.

Wi drin­ken unse Kaffe gern ut inkap­selte Hül­sen, ver­pa­cken de ene oder vil­lich ok de twee Paprika gern extra in een Tuut, wat to drin­ken koo­pen wi meist in Plas­tik­bud­deln, schmie­den unse Edden wech, ver­bru­ken Ener­gie as wöörn wi dor­vun leven, koo­pen Appeln ut Nie­see­land un wenn wi an de Kaß stohn ver­pa­cken wi de Kram in een schön groote Plastiktuut.

Wat bringt uns dat? Een rie­sen Barg an Müll, de dann amen noch bi uns in de Noord– oder Ost­see lan­net. Dat is doch Schietkrams!

De Indus­trie deit uns doch verklapsen

Veele Ünner­neh­men kal­kuee­ren rie­gel­ros, haupt­sook billi. Dor­mit krieg wi de Ver­bru­ker! Dat se aver Regnwäl­der afholtzn dor­mit wi Pal­mööl för unse Nutella heb­ben – Kin­ner arbei­ten lot­ten, um Tüch för unse Kin­ner to pro­du­ze­ren – Küken doot maken, blots weil dat keen Deerns sind – Skal­ven in Afrika utpo­vern dor­mit wi unse Scho­ko­laad und Kakao op de Disch heb­ben – tolod­den dat Fruuns Gewalt andoon ward, unner des­sen se unse Büxen nai­hen – Ener­gie ver­sch­lü­dern wodör de See­spe­gel stiegt, ik un anner Sleswig-Holsteener vil­lich sehrs to Hus ver­leh­ren, we veel Lüd op de ganze Welt von to Hus weg mööt, dorö­ber mach ik gon­nich naden­ken … dat all sind Saken welke Ünner­neh­men oftins in Koop neh­men dor­mit se „gode Geschäff“ maken. Is dat de Welt de wi unse Kin­ner un Enkel­kin­ner över­ge­ven wöt? Ik will dat so nich!

Lot dat no, ik mach dat nich hebben    

So wi dat nu löppt, is dat doch nix – dor mut sik wat ännern! Wi as Ver­bru­ker köt wat bewe­gen un Ünner­neh­men wie­sen, dat wi dat so nicht wöt, dat wi Pro­dukte heb­ben mochen de nich so utlecht sind, dat se na twee Johr twei gohn, dat wi nich dor­mit inver­stohn sind, we se mit Minsch, Tir un Natur umgohn un dat se uns bru­ken dor­mit se ok tokünf­tig bes­ton köt – denn irgend­je­mand mut sehrs Schiet je koopen.

Un genau dor­mit köt wi wat ver­än­nern, mit de Krams de wi koopen!

Read More
Sophie

02 Aug Interview mit Sophie von Lilienfeld-Toal von der GfaW

Im Rah­men der Arbeits­gruppe „Leben­dige Nach­hal­tig­keit“ sind wir eines von meh­re­ren Unter­neh­men wel­ches gemein­sam mit der Gesell­schaft für ange­wandte Wirt­schafts­ethik an einem Stan­dard für nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten für Han­dels– und Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men arbei­tet. Was die GfaW mit ihrer Arbeit und dem Stan­dard Cer­ti­fied Sus­tainable Eco­no­mics (CSE) errei­chen möchte und wel­che Ziele sie ver­fol­gen, erläu­terte uns Sophie (Geschäfts­füh­re­rin GfaW) in einem Interview.

Liebe Sophie, vie­len Dank dass du dir Zeit für uns nimmst und uns einige Fra­gen zur GfaW und eurer Arbeit beant­wor­test. Bitte stell dich unse­ren Lesern doch kurz vor.

Danke für das Inter­esse. Ich bin allein­er­zie­hende Mut­ter von zwei wun­der­ba­ren Kin­dern, die nun ins inter­es­sante Alter der Puber­tät gelan­gen. Mit zuneh­men­den Alter der Kin­der wach­sen auch meine Frei­räume und ich kann mich schritt­weise mehr beruf­li­chen und ande­ren Gebie­ten wid­men, so nun auch die­sem Interview.

Nach mei­nem Schul­ab­schluss an der Wal­dorf­schule Frank­furt habe ich ein Frei­wil­li­ges Sozia­les Jahr absol­viert. (damals hieß das noch nicht so, war aber genau das. :-)) Ich habe mit Erwach­se­nen, die Ein­schrän­kun­gen wie Epi­lep­sie, Down-Syndrom, etc. haben, in einer anthro­po­so­phi­schen Ein­rich­tung gelebt. Diese Ein­rich­tung nennt sich Cam­phill und ist eine länd­li­che geprägte Gemein­schaft in der alle – Betreuer oder Betreu­ter, das macht dann irgend­wann kei­nen Unter­schied mehr — leben und nach ihren Mög­lich­kei­ten arbei­ten. Dort habe ich meine Liebe zum Garten/Landwirtschaft in Kom­bi­na­tion mit mensch­li­chen Ein­schrän­kun­gen aller Art ent­deckt. Nach einem fehl­ge­schla­ge­nen Ver­such des Biologie-Studiums absol­vierte ich dann eine Aus­bil­dung zur Land­wir­tin und anschlie­ßend das Stu­dium der öko­lo­gi­schen Agrar­wis­sen­schaf­ten. Erfah­run­gen im Zer­ti­fi­zie­rungs­we­sen sam­melte ich dann bei einer Zer­ti­fi­zie­rungs­stelle in Göt­tin­gen. Der öko­lo­gi­sche non-food-Bereich übte schon damals einen Reiz auf mich aus. Hier gab und gibt es noch viele Pio­niere und die Moti­va­tion, etwas zu bewe­gen und Neues auf die Beine zu stel­len, impo­niert mir immer wie­der sehr.

Was genau macht die Gesell­schaft für ange­wandte Wirt­schafts­ethik und wel­che Ziele ver­folgt ihr mit eurer Arbeit als GfaW und mit dem CSE-Standard im speziellen?

Ouh, jetzt wird’s span­nend… Die GfaW möchte, dass nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten zum Main­stream wird, es sich eta­bliert. Erfolgt ein Wirt­schaf­ten unter ethi­schen Gesichts­punk­ten, hat dies auto­ma­tisch Nach­hal­tig­keit zur Folge. Daher der Name der GfaW.

Unser Betä­ti­gungs­feld ist somit sehr viel­schich­tig. Alles, was nötig ist, damit nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten zur guten fach­li­chen Pra­xis wird, ist unser Ziel. Aber aus Kapa­zi­täts­grün­den kon­zen­trie­ren wir uns auf das Herz­stück, den CSE-Standard. Ziel des CSE-Standards ist es, eine kon­krete Defi­ni­tion nach­hal­ti­gen Wirt­schaf­tens zu lie­fern. In dem der CSE-Standard das wider­spie­gelt, was der­zeit schon umge­setzt wird – also auch mög­lich ist — set­zen wir damit einen Stan­dard, eine Mess­latte, einen Kri­te­ri­en­ka­ta­log. Wer nach den Kri­te­rien des CSE Stan­dards arbei­tet, der erfüllt den Anspruch, ein wirk­lich nach­hal­ti­ges Unter­neh­men zu sein.

Unter­neh­men die Nach­hal­tig­keit ganz­heit­lich ver­ste­hen und ihre Arbeit danach aus­rich­ten, haben die Mög­lich­keit sich nach dem CSE-Standard zer­ti­fi­zie­ren zu las­sen. Worin unter­schei­det sich die­ser Stan­dard von ande­ren beste­hen­den Zer­ti­fi­zie­run­gen und warum soll­ten sich Unter­neh­men nach CSE zer­ti­fi­zie­ren lassen?

Gehen wir von einem Ver­ständ­nis der star­ken Nach­hal­tig­keit aus, in dem die drei Dimen­sio­nen Öko­lo­gie, Sozia­les und Öko­no­mie im gesam­ten Unter­neh­men nicht nur gleich­be­rech­tigt vor­kom­men, son­dern auch in deren posi­tive Ent­wick­lung inves­tiert wird, dann komme ich immer wie­der zu dem Schluss, dass es der­zeit nur unsere Zer­ti­fi­zie­rung gibt, die alles das abdeckt. Andere Zer­ti­fi­zie­run­gen aus dem Bereich Nach­hal­tig­keit behan­deln jeweils immer nur Teil­be­rei­che der Nach­hal­tig­keit (z.B. Fair­trade für Ökonomie/Soziales aber keine Öko­lo­gie oder Bio-Lebensmittel für Öko­lo­gie, aber kein Sozia­les, geschweige denn Öko­no­mie) oder Teil­be­rei­che des Unter­neh­mens (z.B. die Pro­dukt­zer­ti­fi­zie­run­gen wie Natur­kos­me­tik oder ein­zelne Cradle to Cradle Pro­dukte oder das Manage­ment­sys­tem wie ISO 14001) oder Teil­be­rei­che der Wirt­schaft, meint: Pro­dukte (z.B. FSC nur für Holz-Erzeugnisse).

Mit einer CSE-Zertifizierung kön­nen Unter­neh­men sich von den der­zei­ti­gen Teilbereichs-Zertifizierungen abgren­zen und damit zei­gen wie kon­se­quent und wahr­haf­tig sie es mei­nen. Außer­dem bie­tet die Mit­ar­beit in der Arbeits­gruppe „Leben­dige Nach­hal­tig­keit“ eine gute Mög­lich­keit, sich mit Pio­nie­ren auf einem ähn­li­chen Niveau aus­zu­tau­schen und aktu­elle Nachhaltigkeits-Themen zu diskutieren.

Wie schätzt du den Nut­zen des CSE-Standards für den Ver­brau­cher ein? Hilft es ihm eine bes­sere Kauf­ent­schei­dung zu tref­fen oder trägt ein wei­te­rer Stan­dard viel­leicht zur Ver­un­si­che­rung inner­halb des vor­han­de­nen Label-Dschungels bei?

Hier würde ich gerne unter­schei­den zwi­schen CSE-Standard und CSE-Label. Der CSE-Standard hat für End­ver­brau­cher direkt erst­mal kei­nen so gro­ßen Nut­zen. Viel­leicht erst die Kin­der oder Kin­des­kin­der der Ver­brau­cher, so wie jedes nach­hal­tige Wirt­schaf­ten. Natür­lich kann sich jeder inter­es­sierte Ver­brau­cher unse­ren Stan­dard her­un­ter­la­den und durch­le­sen. Ich habe ver­sucht alles so zu for­mu­lie­ren, dass die Kri­te­rien für jeden ver­ständ­lich sind und man nicht erst einen Dok­tor in Zer­ti­fi­zie­run­gen haben muss. Wir arbei­ten wei­ter­hin an einer ver­ständ­li­chen Kom­mu­ni­ka­tion und haben noch diverse Pro­jekte im Auge. 

Das CSE-Label ist jedoch für den End­ver­brau­cher von gro­ßem Nut­zen. Als Resul­tat der CSE-Zertifizierung darf es auf jedem Pro­dukt erschei­nen, das aus einem CSE-Unternehmen her­vor­geht. Dadurch, dass er nicht nur eine Bran­che abdeckt, ist er für den Ver­brau­cher eine zuver­läs­sige Kenn­zeich­nung von nach­hal­tig erzeug­ten Pro­duk­ten bzw. jetzt dem­nächst auch von Dienst­leis­tun­gen. Es geht also nicht mehr nur um das Pro­dukt, son­dern um die Nach­hal­tig­keit bei der Erzeu­gung des Produktes.

Jaja, der Labeld­schun­gel – Label sind ein­fach unschlag­bar, weil sie als ver­dich­te­tes Mar­ke­ting am Point of Sale viel trans­por­tie­ren kön­nen. Daher blei­ben wir bei dem Label. Was den Dschun­gel angeht muss ich aller­dings sagen, dass wir uns im Gebiet von CSE – also ganz­heit­li­che zer­ti­fi­zierte Nach­hal­tig­keit sowas von gar nicht in einem Dschun­gel bewe­gen. Wir ste­hen eher allein auf wei­ter Flur. Neh­men wir als Bei­spiel das Por­tal Label-online.de (http://label-online.de/suche/ ). Hier sind von ins­ge­samt 573 Label 125 nach­hal­tig, 8 davon kate­go­ri­en­über­grei­fend, von denen wie­derum 7 weg­fal­len, da sie ent­we­der eine Han­dels­aus­zeich­nung sind wie Pro­Pla­net – das fin­det man nur bei Rewe und das nützt mir gar nichts, wenn ich im Edeka stehe — oder wie­der nur Sozia­les abde­cken, wie Fair Trade oder keine Kenn­zeich­nung auf einem Pro­dukt sind. Somit bleibt nur eines, näm­lich CSE.

Der­zeit arbei­tet ihr ja an dem CSE-Standard für Han­dels– und Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men. Wie lange exis­tiert bereits der CSE-Standard für Indus­trie­un­ter­neh­men und wie ist euer ers­tes Resümee?

CSE ist 2012 aus einem Pilot­pro­jekt her­vor­ge­gan­gen, zu dem es schon jah­re­lange Vor­ar­beit gab. Auf Wunsch von Natur­kos­me­tik– und Natur­pro­duk­te­her­stel­ler haben Dr. Banz­haf von Eco­Con­trol (Zer­ti­fi­zie­rungs­stelle für öko­lo­gi­sche non-food-Produkte) und ich zu einem ers­ten Tref­fen ein­ge­la­den. Die meis­ten der teil­neh­men­den Unter­neh­men hat­ten schon ca. 6 Jahre die von Eco­Con­trol ange­bo­tene Fir­men­zer­ti­fi­zie­rung genutzt. Basie­rend auf den ethi­schen Grund­sät­zen von Eco­Con­trol, erstel­len sich Fir­men ihre eige­nen Kri­te­rien und las­sen diese durch Eco­Con­trol prü­fen. Nun bestand 2011 der Wunsch, von einer drit­ten Stelle diese Kri­te­rien gene­ra­li­sie­ren und kon­kre­ti­sie­ren zu las­sen. Dem Wunsch bin ich gerne nach­ge­kom­men und habe die vor­han­de­nen jewei­li­gen Kri­te­rien mit Kri­te­rien der dama­li­gen exis­tie­ren­den Nach­hal­tig­keits­an­sätze ver­gli­chen, ange­passt. Aus­ge­hend mei­ner Recher­chen und einer Idee, wie nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten funk­tio­nie­ren kann habe ich diese Kri­te­rien noch ergänzt und in einen grö­ße­ren Kon­text gestellt. Der so ent­stan­dene Vor­schlag wurde dann in Arbeits­grup­pen­tref­fen dis­ku­tiert und in Test-Audits erprobt. 2012 stand dann der CSE-Standard und hatte sei­nen Markt­ein­tritt bei der Bio­F­ach. Wir sind sehr froh, dass der Ansatz, ein bran­chen­über­grei­fen­des Nach­hal­tig­keits­sie­gel zu schaf­fen durch die Aus­wei­tung auf Dienst­leis­tung und Han­del Wahr­heit gewor­den ist. Es ist nun in der Tat mög­lich, alle Pro­dukte des täg­li­chen Bedarfs nach­hal­tig zu pro­du­zie­ren und zer­ti­fi­zie­ren zu lassen.

Unser Resü­mee ist: Es geht gar nicht mehr anders. Unter­neh­men, die CSE nut­zen, haben es deut­lich leich­ter in der gesam­ten Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­tion und fin­den eine Art Rück­halt im Stan­dard, sowie darin, dass andere Unter­neh­men ihn auch nut­zen und die­ses hohe Niveau des Wirt­schaf­tens „schaf­fen“. Natür­lich wür­den wir uns wün­schen, dass mehr Unter­neh­men diese Zer­ti­fi­zie­rung nut­zen und als Chance begreifen.

Was hat dich per­sön­lich dazu bewo­gen, dein Arbeits­le­ben der Nach­hal­tig­keit zu wid­men und einen Stan­dard auf den Weg zu brin­gen der nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten zertifiziert?

Wie schon vor­her erwähnt schlägt mein Herz für die Muti­gen, die neue Wege gehen hin zu einer bes­se­ren Welt. Ich habe einen Hei­den­re­spekt vor den Men­schen, die in den CSE-Unternehmen ste­hen und mit dazu bei­tra­gen die Vision einer nach­hal­ti­gen, men­schen­freund­li­chen und umwelt­ge­rech­ten Wirt­schaft wahr wer­den zu las­sen. Als Grün­de­rin der GfaW weiß ich ja, dass es nicht so ein­fach ist, Schritte zu gehen, die viel­leicht noch nie jemand vor­her gegan­gen ist und man somit auch auf keine Bera­tung oder Erfah­rung zurück grei­fen kann. Wenn das alles auch noch in einer nicht-eigennützigen Inten­tion geschieht, dann ist es nötig, dass die Mensch­heit davon erfährt und ich möchte mei­nen Bei­trag dazu leisten.

Vie­len Dank für das tolle Inter­view und den Ein­blick in eure Arbeit. Für die wei­tere Ent­wick­lung eures Stan­dards wün­schen wir euch viel Erfolg!

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zur Gesell­schaft für ange­wandte Wirt­schafts­ethik sowie zum CSE-Standard sind unter www.angewandte-wirtschaftsethik.org zu finden.

Read More
WP_20160715_014

15 Jul Altenheim statt CoWorking Space und Hochbeet und Pflanzen statt MacBook

Am 15. Juli tausch­ten wir wie­der mal unsere Arbeits­plätze gegen eine gemein­nüt­zige Ein­rich­tung in Nord­fries­land aus. Im letz­ten Jahr sam­mel­ten wir noch den ange­spül­ten Müll am West­er­he­ver Deich – Die­ses Mal zog es uns ins Alten– und Pfle­ge­heim nach Husum. Dort konn­ten wir unsere grü­nen Dau­men unter Beweis stel­len und Hoch­beete für die Bewoh­ner der Ein­rich­tung errichten.

Als wir mor­gens um 9:00 Uhr bei Wind und Regen ange­kom­men sind, star­te­ten wir zunächst mit einer Früh­stücks­pause – so lässt es sich arbei­ten. Anschlie­ßend hat uns Achim, der Haus­meis­ter der Senioren-Einrichtung, den Ort des Gesche­hens gezeigt, an dem die Hoch­beete ange­legt und bepflanzt wer­den sollten.

Nach­dem die Erd­ar­bei­ten abge­schlos­sen waren und wir einen ebe­nen Unter­grund für die Hoch­beete geschaf­fen haben, konn­ten wir diese Schicht für Schicht befül­len. Da Achim die Fähig­keit besitzt zu goo­geln, wusste er genau wie so ein Hoch­beet zu fül­len war. Dickes Geäst, klein geschred­der­tes Holz, Laub und ande­res Gar­ten­grün­zeug und abschlie­ßend die Erde in die gepflanzt wird. Zwi­schen­durch alles ab und an mal platt stamp­fen und schon konn­ten die Beete bepflanzt werden.

IMG_5580

 

WP_20160715_005

Beson­ders viel Freude hatte Ting bei der Inbe­trieb­nahme der elek­tro­ni­schen Säge, auf deren Ein­satz sie schon die ganze Zeit gewar­tet hat.

WP_20160715_007

Als die diver­sen Schich­ten in den Beete waren, konn­ten wir uns ans bepflan­zen machen. Eines der Beete sollte etwas medi­ter­ra­ner ange­haucht sein und wurde ent­spre­chend u.a. mit Laven­del, Paprika, Cur­ry­kraut und Thy­mian bestückt und das andere Beet wurde mit Erd­bee­ren, Peter­si­lie, Schnitt­lauch und ande­ren Kräu­tern ausgestattet.

WP_20160715_017 WP_20160715_014

Auch wenn sich das Wet­ter nicht gerade von sei­ner bes­ten Seite gezeigt hat, hat­ten wir viel Spaß dabei unsere Hände dre­ckig zu machen und freuen uns sehr über das fer­tige Ergebnis.

IMG_5593Beson­ders span­nend waren auch die Ein­drü­cke, die wir durch die Gesprä­che mit Achim und der Ein­rich­tungs­lei­te­rin Frau Zischeck erhal­ten haben. The­men wie man­geln­des Fach­per­so­nal, schlech­tes Image von Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und andere erschwe­ren der Ein­rich­tung das Leben erheb­lich. Durch den Tag im Pfle­ge­heim konn­ten wir selbst mal einen bes­se­ren Ein­blick in eine sol­che Ein­rich­tung erhal­ten – Eine Ein­rich­tung von der wir selbst kaum eine Vor­stel­lung hat­ten, bzw. wir uns nicht wirk­lich inten­si­ver mit aus­ein­an­der­ge­setzt haben.

Am Abend ver­sam­mel­ten sich die Teil­neh­mer aus Wirt­schaft und Gemein­we­sen auf dem uri­gen Hof von Sabine, die ein Tier­heim und Gna­den­hof in Lüt­jen­holm betreibt. Ver­steckt zwi­schen Wald und Wie­sen hat­ten wir einen tol­len Abend an dem wir die Teil­neh­mer des Akti­ons­ta­ges in einer gemütlich-rustikalen Atmo­sphäre noch­mal bes­ser ken­nen­ler­nen konnten.

2017 sind wir natür­lich wie­der dabei – gerne auch mal mit dem ein oder ande­ren Sonnenstrahl!

Read More

23 Jun Mit Siegelklarheit den Durchblick behalten

Nach­hal­tig ein­zu­kau­fen ist eine Mam­mut­auf­gabe – Label und Sie­gel sol­len uns dabei unter­stüt­zen eine gute Kauf­ent­schei­dung zu tref­fen, doch den Durch­blick zu behal­ten in einem wuchern­den Label-Dschungel ist gar nicht so leicht.

Sie­gel­klar­heit zeigt was dahin­ter steckt

Wer weiß schon immer wofür wel­ches Sie­gel steht, ob es glaub­wür­dig ist und ob es auch hält was es ver­spricht? Mit siegelklarheit.de, eine Initia­tive der Bun­des­re­gie­rung, wird Klar­heit gebo­ten. Eta­blierte Label, aus den Pro­dukt­grup­pen Tex­ti­lien, Lebens­mit­tel, Papier und Holz wer­den hin­sicht­lich ihrer Anfor­de­run­gen zur Umwelt– und Sozi­al­ver­träg­lich­keit der Pro­dukte sowie der Glaub­wür­dig­keit ana­ly­siert und bewer­tet. Beson­ders prak­tisch: Der Nut­zer kann Sie­gel gegen­über­stel­len und im direk­ten Ver­gleich erken­nen, wel­ches Sie­gel eine bes­sere Kauf­ent­schei­dung dar­stellt – natür­lich im Sinne der Nachhaltigkeit.

Erst ver­ste­hen, dann entscheiden

Ziel von Sie­gel­klar­heit ist es, auf­zu­zei­gen mit wel­chen Sie­geln sich Unter­neh­men ledig­lich ein ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tes Image ver­lei­hen wol­len und wel­che Pro­dukt­sie­gel tat­säch­lich dazu bei­tra­gen, dass die Umwelt geschützt und soziale Zustände bei der Her­stel­lung der Pro­dukte ver­bes­sert wer­den. Sie­gel­klar­heit soll damit als Unter­stüt­zung die­nen, um nach­hal­ti­ger ein­zu­kau­fen. Der Smi­ley zeigt an, wie emp­feh­lens­wert Pro­dukte mit einem sol­chen Label sind – je stär­ker er lacht, desto bes­ser das Produkt.

Bei­spiels­weise zeigt der Blaue Engel u.a. wel­che Pro­dukte aus 100% Alt­pa­pier her­ge­stellt wur­den und Tex­ti­lien auf dem das GOTS-Label (Glo­bal Orga­nic Tex­tile Stan­dard) zu fin­den ist, wur­den zu min­des­tens 70% aus bio­lo­gisch erzeug­ten Natur­fa­sern her­ge­stellt – grund­sätz­lich wird hier­bei dar­auf geach­tet die Umwelt– und Sozi­al­be­din­gun­gen in der Her­stel­lung zu verbessern.

Klar­heit auch unterwegs

Um direkt beim Ein­kauf zu schauen wel­ches Sie­gel die bes­sere Kauf­ent­schei­dung dar­stellt lohnt es sich die App zu laden. Über die Such­funk­tion der App kann man sich rele­vante Umwelt– und Sozi­al­sie­gel für die Pro­dukt­grup­pen Tex­ti­lien, Lebens­mit­tel, Papier und Holz anzei­gen las­sen. Eine Gesamt– oder auch Detail­be­wer­tung zeigt, in wel­chen Berei­chen das Sie­gel umwelt– und sozi­al­ver­träg­lich her­ge­stellte Pro­dukte fördert.

Unser Fazit

Mit siegelklarheit.de gibt es end­lich eine Platt­form auf der eta­blierte Umwelt– und Sozi­al­la­bel trans­pa­rent bewer­tet wer­den. Beson­ders posi­tiv, die Ana­lyse und Bewer­tung der Sie­gel, sowie die Kri­te­rien und Anfor­de­run­gen, nach denen die Bewer­tung vor­ge­nom­men wird, kön­nen bei Sie­gel­klar­heit ein­ge­se­hen wer­den. Nur der Umfang der ana­ly­sier­ten Sie­gel ist noch über­schau­bar – hier soll­ten wei­tere Label fol­gen, damit Sie­gel­klar­heit nicht aus­schließ­lich eine kleine Aus­wahl vor­han­de­ner Sie­gel bewer­tet, son­dern wei­test­ge­hend alle ver­füg­ba­ren und eta­blier­ten Sie­gel mit­ein­an­der vergleicht.

Read More
Betriebliches_Mitarbeiterengangement

15 Jan Studie: Corporate Volunteering (CV) bedeutsam für die Personalentwicklung

In einer Stu­die haben wir die Rele­vanz von Cor­po­rate Volunteering-Angeboten für die Per­so­naltent­wick­lung, der Unter­neh­mens­kul­tur sowie dem Employer Bran­ding von Unter­neh­men unter­sucht. Zu die­sem Zweck wur­den bun­des­weit Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che von Unter­neh­men jeder Größe ein­ge­la­den an einer Online-Befragung teil­zu­neh­men, um zu berich­ten ob und wel­che Erfah­run­gen sie mit Cor­po­rate Volun­tee­ring gemacht haben und um das betrieb­li­che Mit­ar­bei­te­r­en­ga­ge­ment hin­sicht­lich der Unter­neh­mens­kul­tur zu bewerten.

Die wesent­li­chen Erkennt­nisse der Unter­su­chung wol­len wir im Fol­gen­den kurz vorstellen.

CV wird sel­ten von Unter­neh­men ermög­licht
- doch Mit­ar­bei­ter sind an Ange­bo­ten interessiert

Gerade mal 36% der befrag­ten Unter­neh­men bie­ten ihren Mit­ar­bei­tern die Mög­lich­keit sich über ihren Job für Umwelt und Gesell­schaft zu enga­gie­ren. Dabei bewer­ten Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che deut­scher Unter­neh­men CV als posi­tiv und den­ken, damit die Arbeit­ge­ber­marke und die Per­so­nal­ent­wick­lung stär­ken zu kön­nen. Auch geben die befrag­ten Unter­neh­men an, dass sich ihre Mit­ar­bei­ter CV-Angebote wünschen.

CV in deutschen Unternehmen

Volun­tee­ring stei­gert die Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit und trägt dazu bei, das Gemein­schafts­ge­fühl zu stärken


Hier­bei sind sich Per­so­na­ler einig! Volun­tee­ring för­dert die Unter­neh­mens­kul­tur, denn Ange­bote die­ser Art tra­gen zu einen dazu bei, die Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit zu ver­bes­sern. Zum ande­ren för­dern ins­be­son­dere Volunteering-Days die Stär­kung des Gemein­schafts­ge­fühls inner­halb der Beleg­schaft. Doch Ange­bote die­ser Art schaf­fen nur die wenigs­ten der befrag­ten Unternehmen.

Unter­neh­me­ri­sches Enga­ge­ment ver­bes­sert die Arbeitgeberattraktivität


Qua­li­fi­zierte Mit­ar­bei­ter gewin­nen und bin­den – eine der zen­tra­len Her­aus­for­de­run­gen der heu­ti­gen Zeit. Gesell­schaft­lich enga­gierte Unter­neh­men haben es hier leich­ter, denn laut einer Stu­die von Deloitte wählt ein Bewer­ber zwi­schen zwei ver­gleich­ba­ren Jobs, ent­schei­det die­ser sich mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit für den enga­gier­ten Arbeit­ge­ber. Damit ent­wi­ckelt sich Cor­po­rate Volun­tee­ring zuneh­mend zu einem rele­van­ten Instru­ment im Personalmarketing.

CV in der Unternehmenskultur

Bewer­tet wurde auf einer Skala von 1 (gar nicht), 2 (kaum), 3 (ein wenig), 4 (stark) und 5 (sehr stark).

Volun­tee­ring wirkt!

Mit Cor­po­rate Volunteering-Angeboten stär­ken Unter­neh­men nicht nur ihre Arbeit­ge­ber­marke und för­dern die Kom­pe­ten­zen ihrer Mit­ar­bei­ter, sie leis­ten zudem einen rele­van­ten Bei­trag in der Gesell­schaft oder im Umwelt­schutz – so sehen es die Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen der befrag­ten Unternehmen.

Die gesamte Publi­ka­tion ist unter http://sustaineration.com/publikationen_nachhaltigkeit/ zu finden.

Read More
candle

28 Dez Rückblick 2015 – Let’s do it!

Die Zeit rennt und wir haben nun bereits fast unser zwei­tes Geschäfts­jahr hin­ter uns – daher wol­len wir das Jahr noch­mals Revue pas­sie­ren lassen.

In Ber­lin gegrün­det, in der Welt zuhause

Nach­dem wir 2014 in Ber­lin gegrün­det haben, zog es uns 2015 zuneh­mend wie­der in Rich­tung Hei­mat. Dem­ent­spre­chend haben wir im Früh­jahr die­ses Jah­res zusätz­li­che Stand­orte in Mann­heim – Tings Hei­mat – und in Kiel – Niels Hei­mat – errich­tet. Durch die Nut­zung von CoWorking-Spaces konn­ten wir uns ein sehr fle­xi­bles Arbei­ten ermög­li­chen und durch die digi­tale Arbeits­weise sind wir selbst dann ein Team, wenn Niels in Kiel und Ting in Ber­lin oder nun sogar gerade in San Fran­cisco ist.

Wir star­ten mit der Initia­tive Nord­fries­land Daag

Ein ganz beson­de­rer Höhe­punkt war der 10. Juli für uns – der 1. Nord­fries­land Daag, ein regio­na­ler Ehren­amts­tag, an dem sich Unter­neh­men mit ihren Mit­ar­bei­tern für die nord­frie­si­sche Gemein­schaft stark machen und in Sozial– und Umwelt­pro­jek­ten mit­wir­ken. Als Trä­ger die­ser Initia­tive hat es uns extrem viel Spaß gemacht, am Akti­ons­tag selbst dabei zu sein und mit anzu­pa­cken. Wir tausch­ten unsere Mac­Books an die­sem Tag gegen den West­er­he­ver Deich ein und waren mit dem Küste gegen Plas­tik e.V. auf einer gemein­sa­men Mis­sion unter­wegs: Den Deich vom Müll zu befreien!

Ting und Niels beim sammeln

Wieso eigent­lich Nord­fries­land Daag, das wer­den wir häu­fi­ger gefragt, da sich unsere Stand­orte ja in Ber­lin, Mann­heim und Kiel befin­den. Da wir jedoch in CoWorking-Spaces arbei­ten, die sich gele­gent­lich auch mal ver­än­dern, haben wir den Betriebs­sitz von sus­tai­ne­ra­tion ins beschau­li­che Nord­fries­land, auf den elter­li­chen Bau­ern­hof von Niels gelegt. Dort fin­den wir nun regel­mä­ßig ein paar Muße­stun­den in denen wir in voll­kom­me­ner Stille zwi­schen Kühen und Pfer­den unsere Pro­jekte vorantreiben.

Mit der Geber­laune wird Zeit spen­den leicht gemacht

Nach­dem wir die Geber­laune im Rah­men des Nord­fries­land Daags auf Herz und Nie­ren prü­fen konn­ten, wurde die Online-Plattform zur Orga­ni­sa­tion von Cor­po­rate Volunteering-Veranstaltungen Anfang August gelauncht. Die erste Hälfte des Jah­res haben wir kon­ti­nu­ier­lich mit der Ent­wick­lung die­ser Soft­ware ver­bracht – dem­ent­spre­chend war die Freude rie­sig, als wir im Som­mer damit ein neues Fir­men­ka­pi­tel auf­schlu­gen. Auch die Fach­me­dien haben die Geber­laune wahr­ge­nom­men und über sie berich­tet, ins­be­son­dere der Bei­trag im Forum Nach­hal­tig Wirt­schaf­ten hat uns immens gefreut.

Geberlaune_Zeit_spenden_leicht_gemacht

Für unser regio­na­les Enga­ge­ment in Nord­fries­land wur­den wir ausgezeichnet

Im Okto­ber kam die Nach­richt vom Unter­neh­men für die Region e.V., der uns mit dem Sie­gel „Regio­nal Enga­giert 2015“ für den von uns initi­ier­ten Nord­fries­land Daag aus­ge­zeich­net hat. Die Initia­tive Nord­fries­land Daag ist auch auf deren bun­des­wei­ten Land­karte des Enga­ge­ments zu finden.

sustaineration_auszeichnung_2015_regional_engagiert

Und gear­bei­tet haben wir auch

Neben unse­ren eige­nen Pro­jek­ten und Vor­ha­ben, haben wir auch 2015 wie­der span­nende Kun­den und Pro­jekte bear­bei­ten dür­fen. So konn­ten wir bei­spiels­weise unsere Zusam­men­ar­beit mit dem Bun­des­ver­band Deut­sche Tafel wei­ter fort­set­zen und waren an deut­schen Hoch­schu­len und ver­mit­tel­ten Stu­die­ren­den CR-Kompetenzen in Work­shops, wie z.B. an der Uni­ver­si­tät Mannheim.

2016 star­ten wir in unser drit­tes Geschäfts­jahr und sind gespannt auf Pro­jekte, Ideen und die Dinge, die sich im Laufe des nächs­ten Jah­res erge­ben wer­den. Zu Jah­res­be­ginn steht die Ver­öf­fent­li­chung unse­rer ers­ten Stu­die im Bereich Cor­po­rate Volun­tee­ring an – es geht also schon mal gut los!

Read More
unsplash_mayur_gala

08 Dez Flüchtlingshilfe Teil II — In 4 Schritten zum Beschäftigungsverhältnis

Das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment zuguns­ten der Flücht­linge ist außer­or­dent­lich hoch, auch Unter­neh­men enga­gie­ren sich und wol­len sinn­volle Unter­stüt­zung liefern.

Die Inte­gra­tion in den Arbeits­markt: Eine große bevor­ste­hende Aufgabe

Viel wird über die Arbeits­markt­in­te­gra­tion dis­ku­tiert, wel­che Rah­men­be­din­gun­gen geschaf­fen wer­den müs­sen und wie Unter­neh­men Flücht­linge in ihren Betrie­ben anstel­len kön­nen. Die Geset­zes­lage ist da sehr dyna­misch – mal wer­den Rege­lun­gen getrof­fen, wel­che Flücht­lin­gen die Auf­nahme von Arbeit erleich­tern, dann wie­derum gibt es Rück­schritte, die ihnen eine Inte­gra­tion in den Arbeits­markt erschweren.

Ein lang­fris­tig aus­ge­leg­tes Vor­ge­hen, wie Flücht­linge zu einem Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis kom­men ist daher nicht mög­lich, doch nach dem aktu­el­len recht­li­chen Stand soll in 4 Schrit­ten erläu­tert wer­den, wie Unter­neh­men Flücht­linge in ihren Betrie­ben ein­stel­len kön­nen und wel­che Hür­den der­zeit zu neh­men sind. Das Netz­werk Land in Sicht – Arbeit für Flücht­linge in Schleswig-Holstein hat uns Anfang Dezem­ber im Rah­men einer Info-Veranstaltung erläu­tert wie das der­zei­tige Ver­fah­ren aussieht.

Schritt für Schritt zum Beschäftigungsverhältnis

Allem voran: Auf­grund der Bear­bei­tungs­zei­ten der Behör­den müs­sen Zeit­räume von 2 Wochen bis zu 2 Mona­ten beach­tet wer­den. Außer­dem sollte kein Arbeits­ver­trag geschlos­sen wer­den, sofern die Arbeits­er­laub­nis der Aus­län­der­be­hörde nicht vorliegt.

Schritt1 – Erklä­rung abgeben:

Hat ein Unter­neh­men einen nicht EU-Bürger den es gerne anstel­len will, muss die­ses zunächst eine Erklä­rung abge­ben, dass das Unter­neh­men diese Per­son anstel­len möchte. Die­ses Erklä­rungs­for­mu­lar erhält die jewei­lige Per­son bei der Aus­län­der­be­hörde. Viele Indus­trie– und Han­dels­kam­mern haben diese mitt­ler­weile auch vor­lie­gen, so dass Unter­neh­men die Erklä­rung auch über ihre zustän­dige IHK anfra­gen können.

Schritt2 – Erklä­rung einreichen:

Die Erklä­rung des Unter­neh­mens muss durch den Antrag­stel­ler bei der Aus­län­der­be­hörde ein­ge­reicht wer­den, wel­che anschlie­ßend eine Prü­fung vornimmt.

Schritt3 – Die Prüfung:

Die Aus­län­der­be­hörde prüft die Anstel­lungs­si­tua­tion. Dafür sind einige Fak­to­ren ganz wesentlich.

  1. Titel der Per­son: Zunächst muss eine War­te­zeit von 3 Mona­ten berück­sich­tigt wer­den – nach Ankunft in Deutsch­land und Aus­spra­che des Asyl­ge­suchs darf die jewei­lige Per­son ab dem 4ten Monat arbei­ten, auch wenn das Asyl­ver­fah­ren noch nicht abge­schlos­sen ist.
  2. Vor­rang­prü­fung: Der­zeit gibt es die Vor­rang­prü­fung, in der geschaut wird ob es vor Ort Arbeits­su­chende gibt, die diese Arbeit durch­füh­ren könn­ten. Dadurch ver­lang­samt sich die gesamte Prü­fung enorm und führt u.a. auch zu nega­ti­ven Beschei­den, da Arbeits­su­chende hier­für vor­han­den sind. Diese Prü­fung wird der­zeit jedoch sehr kon­tro­vers dis­ku­tiert und es beste­hen Über­le­gun­gen diese abzuschaffen.
  3. Her­kunfts­land: Ein wei­te­rer Aspekt ist der, der Her­kunft. Auf­grund der kürz­lich benann­ten „siche­ren Her­kunfts­län­dern“ gibt es ein Beschäf­ti­gungs­ver­bot, sofern der Asyl­an­trag nach dem 31.08.2015 gestellt wurde. Ein posi­ti­ver Aus­gang des Asyl­an­tra­ges ist der­zeit bei Men­schen aus Syrien, Iran, Irak und Eri­trea sehr wahrscheinlich.

 

Schritt4 – Ertei­lung der Arbeitserlaubnis

Nach­dem die Aus­län­der­be­hörde die Prü­fung der Anstel­lungs­si­tua­tion vor­ge­nom­men hat, wird die Arbeits­er­laub­nis erteilt und es kann ein Arbeits­ver­trag zwi­schen Unter­neh­men und Flücht­ling geschlos­sen werden.

Unter­neh­men die ihre Arbeits­plätze gezielt geflüch­te­ten Men­schen anbie­ten wol­len, kön­nen auch ihre Stel­len auf workeer, der Job­börse für Flücht­linge anbie­ten: http://www.workeer.de

Read More
working at sustaineration

30 Nov Eintauchen in die Arbeitswelt von sustaineration

Ein wenig über­spitzt, aber so kann das Arbei­ten bei sus­tai­ne­ra­tion tat­säch­lich aus­se­hen. Cafés, Strand­körbe, CoWorking-Spaces … unser Arbeits­platz ist dort wo wir sind.

Es errei­chen uns bereits viele Bewerbungen

Mitt­ler­weile errei­chen uns monat­lich viele Initia­tiv­be­wer­bun­gen und Anfra­gen von hoch-qualifizierten Per­so­nen. Wir freuen uns jedes Mal sehr dar­über, dass es Men­schen gibt die unsere Pas­sion tei­len und Lust haben sus­tai­ne­ra­tion als Arbeit­ge­ber ken­nen­zu­ler­nen – sowohl für Prak­tika, den Berufs­ein­stieg oder eben die Beratung.

Da sus­tai­ne­ra­tion noch ein jün­ge­res Bera­tungs­un­ter­neh­men ist (Grün­dung März 2014), haben wir der­zeit noch kei­nen Unter­stüt­zungs­be­darf – noch haben Ting und Niels Kapa­zi­tä­ten um die vor­han­de­nen Auf­träge zu bear­bei­ten. Wir sehen aller­dings auch, dass sich sus­tai­ne­ra­tion im ver­gan­ge­nem Jahr enorm ent­wi­ckelt hat und da sich der Unter­stüt­zungs­be­darf bereits durch den ein oder ande­ren grö­ße­ren Auf­trag ändern kann, kön­nen wir der­zeit nicht ein­schät­zen, wann der Zeit­punkt kommt, an dem wir einstellen.

Wie wir ausschreiben

Beson­ders wich­tig ist uns, das künf­tige sus­tai­ne­ra­tors die glei­che Lei­den­schaft zum Thema mit­brin­gen und mit Begeis­te­rung Teil einer Bewe­gung sein wol­len. Da wir ins­be­son­dere bei unse­ren Fol­lo­wern diese Pas­sion wie­der­fin­den, wer­den wir künf­tig Aus­schrei­bun­gen über unsere Social Media-Seiten google+ und face­book ver­öf­fent­li­chen – hier seid ihr immer up-to-date.

Read More
sustaineration_auszeichnung_2015_regional_engagiert

02 Nov sustaineration freut sich über das Siegel „2015 REGIONAL ENGAGIERT

Auf der Land­karte des Enga­ge­ments sind sie zu fin­den: Unter­neh­men die sich in beson­de­rem Maße für ihre Region enga­gie­ren. Der Ver­ein Unter­neh­men für die Region, wel­cher die Land­karte des Enga­ge­ments betreibt zeich­net über­dies klein– und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men im Rah­men der Kam­pa­gne „REGIONAL ENGAGIERT“ aus. Bei­spiel­haft enga­gierte Unter­neh­men wer­den dabei für ihren Ein­satz gewür­digt, mit dem Ziel, eine höhere Sicht­bar­keit für das gemein­wohlo­ri­en­tierte Enga­ge­ment zu erzeugen.

Auch wir wur­den als „REGIONAL ENGAGIERTES“ Unter­neh­men aus­ge­zeich­net, für unsere gemein­nüt­zige Initia­tive an unse­rem Betriebs­sitz in Nord­fries­land. Mit dem Nord­fries­land Daag wol­len wir regio­nale Unter­neh­men ermu­ti­gen sich für Umwelt– und Gesell­schafts­her­aus­for­de­run­gen ihrer Region einzusetzen.

2015 fand der Nord­fries­land Daag erst­ma­lig statt. Es enga­gier­ten sich ins­ge­samt sie­ben Unter­neh­men, die ihre Mit­ar­bei­ter für einen Tag frei­stell­ten, um sich gemein­schaft­lich für gemein­nüt­zige Zwe­cke ein­zu­brin­gen. Wir sind den teil­neh­men­den Fir­men sehr dank­bar, dass sie sich auf diese Erfah­rung ein­ge­las­sen haben und wün­schen uns, dass die Aus­zeich­nung durch Unter­neh­men für die Region dazu bei­trägt, wei­tere Unter­neh­men aus Nord­fries­land für die Initia­tive gewin­nen zu können.

Wir freuen uns sehr, dass wir und die Idee die­ser Initia­tive durch Unter­neh­men für die Region aus­ge­zeich­net wurden.

Read More