In dem Buch “CSR muss keine Bürde sein!” wird in 8 Etap­pen dar­ge­legt, wie Unter­neh­men zu einem wirk­sa­men CSR– bzw. Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment kom­men. In die­sem Bei­trag wol­len wir einen Ein­blick in das Buch geben und zei­gen einen Aus­zug zu mög­li­chen Sze­na­rien zur Kom­mu­ni­ka­tion von CSR& Nachhaltigkeitaktivitäten.

Es gibt sicher­lich viele Beweg­gründe, sein Enga­ge­ment zum ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten Umgang mit Mensch und Pla­net zu kom­mu­ni­zie­ren, drei für wesent­li­che Gründe sol­len hier ein­mal skiz­ziert werden.

1. Sze­na­rio: Kunde will wis­sen was er kauft

Immer mehr Ver­brau­cher ent­wi­ckeln ein Bewusst­sein für ihren Waren­korb und wol­len wis­sen, unter wel­chen Bedin­gun­gen die Pro­dukte, die sie kau­fen, her­ge­stellt wer­den. Die soge­nann­ten LOHAS (Life­style of Health and Sus­taina­bi­lity) ver­fol­gen einen ethisch kor­rek­ten Lebens­stil, der auf Gesund­heit und Nach­hal­tig­keit basiert. Inter­es­sant ist, diese Ver­brau­cher­ge­ne­ra­tion befin­det sich in einem ste­ti­gen Wachs­tum und ist durch ein über­durch­schnitt­li­ches Ein­kom­men charakterisiert.

Wer mit sei­nen Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen also Zugang zu die­sem Kreis haben möchte, muss nicht nur ver­ant­wor­tungs­be­wusst mit Res­sour­cen umge­hen, son­dern sei­nen ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten Umgang auch trans­pa­rent kommunizieren.

Nach­hal­tig zu Han­deln und die­ses Han­deln ent­spre­chend zu kom­mu­ni­zie­ren, kann somit ein wesent­li­cher Bau­stein für die Zukunfts­fä­hig­keit von Unter­neh­men sein.

2. Sze­na­rio: Mit­ar­bei­ter will sich identifizieren

Die Gestal­tung einer attrak­ti­ven Arbeit­ge­ber­marke, hat sich unter dem Begriff „Employer Bran­ding“ zu einer eige­nen Dis­zi­plin ent­wi­ckelt. Hier­nach soll die Arbeit­ge­ber­marke sys­te­ma­tisch gestal­tet wer­den, um neue Mit­ar­bei­ter zu gewin­nen und beste­hende zu halten.

Laut einer Stu­die von sus­tai­ne­ra­tion, kann gesell­schaft­li­ches Enga­ge­ment von Unter­neh­men, stark zum Auf­bau einer ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten Arbeit­ge­ber­marke bei­tra­gen. Auch eine Stu­die von Deloitte stellte fest, dass sich Bewer­ber eher für enga­gierte Arbeit­ge­ber ent­schei­den (Chris­ti­an­sen & Lee 2016, & Deloitte, 2011).

Um poten­ti­el­len Mit­ar­bei­tern zu zei­gen, wel­che Werte das Unter­neh­men ver­tritt, müs­sen diese eben kom­mu­ni­ziert wer­den. Wird das Nach­hal­tig­keits­en­ga­ge­ment nach innen und außen ent­spre­chend dar­ge­stellt, ermög­licht dies poten­ti­el­len und auch beste­hen­den Mit­ar­bei­tern sich stär­ker mit dem Unter­neh­men zu identifizieren.

3. Sze­na­rio: Trans­pa­renz als Teil der Nachhaltigkeit

Kun­den– oder Mit­ar­bei­ter ori­en­tierte CSR-Kommunikation ist Ihnen zu wirt­schaft­lich gedacht? Dann betrach­ten Sie die trans­pa­rente Dar­stel­lung Ihrer Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vi­tä­ten gerne als Teil Ihres CSR-Engagements, denn das ist es auch. Betrieb­li­ches Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment umfasst sämt­li­che Unter­neh­mens­be­rei­che. Es fängt an mit dem An– bzw. Abbau von Roh­stof­fen, geht über die Her­stel­lung, inklu­sive aller Stu­fen der Lie­fer­kette, über die Arbeits­be­din­gun­gen in Ihrer Orga­ni­sa­tion, bis hin zur Nut­zung und Ent­sor­gung und mög­li­cher­weise Wie­der­ver­wer­tung von Pro­duk­ten. Trans­pa­renz zu schaf­fen, über alle rele­van­ten Aspekte inner­halb die­ser Berei­che, ist ein essen­ti­el­ler Teil der Nach­hal­tig­keits­ar­beit von Unternehmen.

In die­sem Sinne, ist es emp­feh­lens­wert, die Kom­mu­ni­ka­tion der CSR& Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vi­tä­ten als Teil der Nach­hal­tig­keit zu ver­ste­hen und in Akti­ons– und Maß­nah­men­pläne zu verankern.

Impulse zur Umset­zung der CSR& Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­tion gibt es in dem Buch “CSR muss keine Bürde sein!”.

Im Rah­men unse­rer Arbeit ler­nen wir viele span­nende Per­sön­lich­kei­ten ken­nen, die tolle Ideen zur För­de­rung einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung ver­fol­gen. Wel­che Idee Frucht­Fair­trag ver­wirk­licht hat und wie sie damit zum Erhalt der bio­lo­gi­schen Viel­falt bei­tra­gen, erklärte uns Dun­can in einem Interview.

Lie­ber Dun­can, vie­len Dank, dass du dir Zeit für uns nimmst und uns einige Fra­gen zu Frucht­Fair­trag beant­wor­test. Bitte stell dich unse­ren Lesern kurz vor.

Hallo Niels, vie­len Dank für die Mög­lich­keit unser Pro­jekt hier bei dir vor­stel­len zu dür­fen. Ich bin Dun­can und Teil des drei­köp­fi­gen Teams von Frucht­Fair­trag. Zusam­men mit Nele (die auch auf dem Bild zu sehen ist) und James haben wir im Herbst 2018 Frucht­Fair­trag an der Chris­tian Albrechts Uni­ver­si­tät zu Kiel im Rah­men eines Semi­nars an der School of Sus­taina­bi­lity ent­wi­ckelt.  Momen­tan befin­den wir uns die­sen Som­mer in der Pilot­phase unse­res Pro­jekts, wel­ches von der Gesell­schaft für Ener­gie und Kli­ma­schutz Schleswig-Holstein (EKSH) im Rah­men des Yoo­wee­doo Ide­en­wett­be­werbs aus­ge­zeich­net und finan­ziert wurde.

Euer Kon­zept hat mich sofort neu­gie­rig gemacht. Was genau macht Frucht­Fair­trag und wel­che Ziele ver­folgt ihr mit eurer Arbeit?

Wir von Frucht­Fair­trag wol­len unge­nutzte Fir­men­flä­chen mit regio­na­len Obst­bäu­men, –sträu­chern und Stau­den bepflan­zen und den gewon­ne­nen Ertrag dann an soziale Ein­rich­tun­gen, wie bei­spiels­weise unse­ren Part­ner der Tafel Kiel, spen­den. Das fri­sche Obst soll dann Benach­tei­lig­ten in unse­rer Gesell­schaft zu gute kom­men. 

Wir wol­len mit unse­rem Kon­zept dabei, dem Insek­ten­ster­ben und dem Schwund der bio­lo­gi­schen Viel­falt ent­ge­gen­wir­ken, sozial Benach­tei­ligte Grup­pen in unse­rer Gesell­schaft mit fri­schem Obst för­dern und Unter­neh­men die Mög­lich­keit geben, einen sozia­len, öko­lo­gi­schen und ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten Bei­trag zur Gestal­tung einer nach­hal­ti­ge­ren Gesell­schaft zu leis­ten. Somit ver­su­chen wir soziale und öko­lo­gi­sche Kom­po­nen­ten in unser Pro­jekt zu inte­grie­ren und umzusetzen.

Wor­auf soll­ten Fir­men bei der Bepflan­zung unge­nutz­ter Flä­chen ach­ten und wel­che Kos­ten kom­men auf die Unter­neh­men zu, wenn sie die Flä­chen gemein­sam mit euch gestalten?

Der Vor­teil den unser Kon­zept bie­tet ist, dass es indi­vi­du­ell gestalt­bar ist. Das bedeu­tet, dass jede noch so kleine Frei­flä­che bepflanzt wer­den kann. Somit haben Firma und wir viel Gestal­tungs­frei­raum und kön­nen die indi­vi­du­el­len Bedürf­nisse und Gege­ben­hei­ten opti­mal mit­ein­be­zie­hen. Dem­ent­spre­chend kön­nen die Unter­neh­men auch mit einem klei­nen Frei­raum oder finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten Obst­bäume, –sträu­cher oder Stau­den pflan­zen. Die Bepflan­zung der Flä­che kann gemein­sam mit uns erfol­gen und oder im Rah­men von Team­buil­ding Work­shops, zu denen wir einen Bepflan­zungs­plan anbieten.

Wel­chen Auf­wand soll­ten Fir­men nach der Bepflan­zung zur Pflege ihrer Flä­chen einplanen?

Da wir ein Netz­werk aus Unter­neh­men, sozia­len Ein­rich­tun­gen und Gärt­nern bereit­stel­len, soll die­ses Sys­tem sich lang­fris­tig von sel­ber tra­gen. Die Mit­glie­der des Netz­wer­kes wer­den unter ande­rem durch uns und unsere Web­site mit per­sön­li­chem Login ver­netzt und kön­nen sich somit gegen­sei­tig unter­stüt­zen. Die Pflege der Obst­bäume kön­nen somit Mit­ar­bei­ter des Unter­neh­mens oder auch Gärt­ner in unse­rem Netz­werk für die Fir­men übernehmen.

Bis­lang ist euer Wir­kungs­kreis auf Kiel fokus­siert. Wel­che Pläne habt ihr für die Zukunft, wollt ihr mit Frucht­Fair­trag auch in ande­ren Regio­nen aktiv werden?

Zukünf­tig wol­len wir gerne Schu­len in unser Pro­jekt mit­ein­be­zie­hen, um auch Schü­lern die öko­lo­gi­sche und soziale Bedeu­tung unse­res Vor­ha­bens zu ver­deut­li­chen und um noch mehr Obst­bäume in Kiel pflan­zen zu kön­nen. Wenn wir hier in Kiel Fuß gefasst haben, wer­den wir sehen, ob wir wei­tere Städte von unse­rem Pro­jekt über­zeu­gen können.

Was hat dich per­sön­lich dazu bewo­gen, Frucht­Fair­trag zu star­ten und dich damit für den Erhalt der bio­lo­gi­schen Viel­falt einzusetzen?

Die zuneh­mende Bedeu­tung sich öko­lo­gisch, sozial, ver­ant­wor­tungs­be­wusst und lokal in unse­rer heu­ti­gen glo­ba­len und vom Kli­ma­wan­del gepräg­ten Welt mit ein­zu­brin­gen treibt mich per­sön­lich an. Jeder hat die Mög­lich­keit einen Teil, auch wenn er noch so klein ist, zu einer nach­hal­ti­ge­ren Gesell­schaft und Umwelt bei­zu­tra­gen. Frucht­Fair­trag ist nur ein klei­nes Bei­spiel von unzäh­li­gen ande­ren. Dies sollte uns Hoff­nung machen und uns antrei­ben für eine nach­hal­ti­gere Zukunft zu arbei­ten, weil es letzt­end­lich in unse­rer Hand liegt etwas zu ver­än­dern und etwas schö­nes zu erschaffen.

Vie­len Dank für das tolle Inter­view und den Ein­blick in eure Arbeit. Für die wei­tere Ent­wick­lung von Frucht­Fair­trag wün­schen wir dir, Nele und James viel Erfolg!

Wei­tere Infor­ma­tio­nen gibt es unter https://fruchtfairtrag.wordpress.com/.